Hier finden Sie die aktuellen Presseinformationen der ASEW. Wenn Sie Fragen haben, weitere Informationen benötigen oder auf der Suche nach Interviewpartnern aus den Themenbereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen aus dem kommunalen Umfeld sind, helfen wir Ihnen gern weiter.

EEG-Umlage 2020: Steigerung um rund 5,5 Prozent

(vom 25.10.2019)

Köln – Die Übertragungsnetzbetreiber haben heute die Höhe der EEG-Umlage für 2020 bekanntgegeben. Der Trend der letzten Jahre, der jeweils leicht sinkende EEG-Umlagen sah, hat sich diesmal umgekehrt. Für Stromkunden bedeutet das zwar nicht automatisch Preisanpassungen. Aber die parallel weiter anziehenden Netzentgelte deuten auch nicht unbedingt auf weithin sinkende Strompreise hin. Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) rät gerade deshalb zu einer intensiven Kommunikation mit den eigenen Kunden.

Die EEG-Umlage fällt mit 6,756 Cent je Kilowattstunde rund 5,5 Prozent höher aus als in diesem Jahr (6,405 Cent je Kilowattstunde). „Diese Trendumkehr entspricht der Erwartung, dass die Umlage bis 2021 auf einen Kostengipfel zusteuert, um danach kontinuierlich zu fallen“, sagt Daniela Wallikewitz, Geschäftsführerin der ASEW. „So wenig erfreulich Kostensteigerungen auch sind, zeigt dies dennoch, dass die Kosten der Energiewende sich ihrem Maximum annähern. Im kommenden Jahr dürfte sich eine ähnliche Entwicklung zeigen – staatliche Eingriffe sollten dann sogar erneut eine sinkende Umlage erbringen.“

Ursächlich für die steigende Umlage sind insbesondere die sich bemerkbar machenden Vergütungen für neue Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee. Dies hatte bereits 2019 zu einem deutlichen Anstieg der Offshore-Netzumlage geführt, die sich mehr als verzehnfacht hatte. Diese Umlage bleibt für 2020 auch deshalb unverändert auf dem Stand von 0,416 Cent je Kilowattstunde. Im Laufe dieser sowie der kommenden Woche werden auch die restlichen Umlagen bekanntgegeben. Hier ist tendenziell eher mit weiteren Senkungen zu rechnen. Zu auf breiter Front sinkenden Strompreisen wird das jedoch eher nicht führen. Denn gerade die Entwicklung auf Seiten der Beschaffungskosten, wie auch hinsichtlich der Netzentgelte auf der Verteilnetzebene zeigen nach oben. Damit wird der Spielraum für niedrigere Strompreise tendenziell geringer.

Ein noch nicht endgültig abzuschätzender Faktor der Entwicklung betrifft auch staatlich sanktionierte Umlagensenkungen. So hat die Bundesregierung im Klimaschutzprogramm 2030 eine außerordentliche Senkung der EEG-Umlage in drei Schritten ab 2021 um insgesamt 1,15 Cent je Kilowattstunde beschlossen. „Dies im Verbund mit dem prognostizierten Kostengipfel wird zumindest mittel- bis langfristig zu einer erneuten Trendumkehr hin zu eher sinkenden Umlagenhöhen führen.“

Energieversorger sollten als Reaktion auf diese Unwägbarkeiten die eigenen Kunden nun eingehend über die Situation informieren. „Kunden waren gerade in der zweiten Jahreshälfte mit wieder deutlich anziehenden Preisen an den Ölmärkten konfrontiert, was sich in der insgesamt auf vergleichsweise hohem Niveau verharrenden Inflation weiter negativ bemerkbar gemacht hat“, so Wallikewitz. „Die Diskussionen rund um das Klimaschutzgesetz sowie das Klimapaket der Bundesregierung, die beide Entlastungen bei den Strompreisen konstatieren, könnte zur Erwartungshaltung führen, dass die Strompreise entsprechend sinken. Deshalb sollten Stadtwerkekunden bereits jetzt über möglicherweise bevorstehende Preisanpassungen informiert werden.“

Die ASEW unterstützt hierbei mit einer ganzen Bandbreite an Leistungen. Neben Formulierungshilfen für Preisanpassungsbriefe bieten wir Informationsblöcke für Stadtwerke-Webseiten, Flyer für die Endkundenkommunikation sowie einen Erklärfilm zur Strompreiszusammensetzung. Darüber hinaus informieren wir Stadtwerke-Mitarbeiter auf Seminaren zu den Themen zielgruppengerechte Kundenberatung, Erstattungspotenziale bei der Energiebesteuerung und Energieeffizienzangebote.

 

ASEW-Profil
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist mit bundesweit gut 300 Mitgliedern das größte deutsche Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Die ASEW wurde 1989 aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heraus gegründet. Das Ziel: Eine rationelle, sparsame und umweltschonende Energie- und Ressourcenverwendung zu fördern. Die ASEW berät und unterstützt ihre Mitglieder in diesen Bereichen und entwickelt für sie innovative Produkte und Dienstleistungen, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Das Portfolio der ASEW umfasst Produkte für Vertrieb und Kundenberatung, außerdem Seminare und Qualifizierungsangebote sowie eine Kunden- und Fördermittelberatung.

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