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MaStR: ASEW-Leitfaden unterstützt Stadtwerke

(vom 04.12.2019)

Köln – Nur wo präzise Daten über Erzeugungsanlagen vorliegen, können diese auch im Sinne einer effizienten Energienutzung optimal in das „große Ganze“ eingeordnet werden. Seit dem 31. Januar 2019 existiert mit dem Marktstammdatenregister (MaStR) bei der Bundesnetzagentur eine zentrale Datenplattform für die Energiewirtschaft. Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) unterstützt Stadtwerke mit einem Leitfaden dabei, auftauchende Fragen zu beantworten.

Mit dem MaStR-Anwenderleitfaden der ASEW erhalten Stadtwerke eine leicht verständliche Unterstützung für alle Fragen rund um den Registrierungsprozess im MaStR. Der Leitfaden wurde von den Stadtwerken Bochum entwickelt. „Im Netzwerk haben wir gemeinsam mit anderen Stadtwerken sowie der Verbraucherzentrale NRW diesen Basisleitfaden ergänzt und geschärft“, sagt Karl Weber, Gruppenleiter Plattformen & Prozesse bei der ASEW. „Insbesondere das Muster-Glossar und die Schritt-für-Schritt-Beschreibung des MaStR-Anmeldeprozesses machen den Leitfaden zu einem ebenso einfachen wie allgemein verständlich gehaltenen Werkzeug, um Herausforderungen im Registrierungsprozess schnell und effizient zu bewältigen.“

Der Anwenderleitfaden fungiert als Hilfestellung für Stadtwerkekunden oder Anlagenbetreiber, damit diese die notwendigen Schritte zur Registrierung selbständig durchführen können. Die Handreichung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich als kompetenter Ansprechpartner rund um Fragen zur MaStR-Registrierung zu etablieren – und als solcher möglicherweise auftretende Probleme zu lösen. „Mit diesem Service bietet sich zudem ein Anknüpfungspunkt, um Kontakte zu Anlagenbetreibern auf- bzw. auszubauen. Grundsätzlich besitzt dieser Service natürlich auch das Potenzial, als kostenpflichtige Leistung im Stadtwerke-Portfolio abgebildet zu werden.“

Wichtig im Umgang mit dem MaStR: Es besteht eine Registrierungspflicht für sämtliche Erzeugungsanlagen – auch dann, wenn diese keine Förderung erhalten. Hieraus entspringt zugleich eine Herausforderung: Denn die Anlagenbetreiber selbst besitzen eine Bringschuld, eine Informationspflicht seitens des MaStR bzw. der Bundesnetzagentur gibt es jedoch nicht! Sarah Scholz, Gruppenleiterin Beratung bei der ASEW, ist überzeugt, dass hier Potenzial für ein Stadtwerke-Angebot liegt: „Gerade viele der klassischen Kleinanlagenbetreiber, sprich Kunden mit der PV-Anlage auf dem Dach des Eigenheims, dem Mikro-BHKW im Heizungskeller oder aber Gewerbebetriebe im Besitz einer Brennstoffzelle, wissen hiervon jedoch oftmals nichts. Denn auch im Falle einer als Pachtmodell realisierten Erzeugungsanlage gibt es keine Pflicht seitens des Pachtgebers, die Pachtnehmer über die Registrierungspflicht zu informieren. Das führt aber mitunter beim Pachtgeber, oftmals regionalen Energieversorgern wie Stadtwerken, dazu, dass Beschwerden in deren Kundencentern landen.“

Damit liegt es auf der Hand, dass ein wenig Eigeninitiative in Hinblick auf die Registrierungspflicht für Stadtwerke-Kunden sich auszahlen kann: Diese freiwillige Dienstleistung dient unmittelbar der Kundenbindung! Das Potenzial, das sich hier eröffnet, geht darüber jedoch deutlich hinaus. Denn sämtliche Betreiber von PV-Anlagen im Netzgebiet stehen vor derselben Herausforderung. „Es lohnt sich für Stadtwerke, auch in diese Richtung Fühler auszustrecken und das Gespräch zu suchen“, so Scholz. „Gerade diese Gruppe bietet gute Ansatzpunkte, eigene Dienstleistungen zu positionieren und Cross-Selling-Strategien anzuwenden. Ein weiterer Ansatzpunkt: Die Registrierung im MaStR muss nicht persönlich durch den Anlagenbetreiber/-besitzer durchgeführt werden. Dies kann durchaus auch eine ‚bevollmächtigte Person‘ übernehmen – was wiederum ein guter Zusatzservice etwa von Pacht- oder Contractinggebern sein kann.“

Sorgfalt ist hierbei dringend angeraten – insbesondere in Hinblick auf die Fristen für eine Registrierung. Diese läuft für Anlagen, die vor dem 1. Juli 2017 in Betreib gingen, noch bis zum 31. Juli 2021. Bei Nichterfüllen der Registrierungspflicht drohen Konsequenzen: Der Zahlungsanspruch etwa der EEG-Förderung kann dann verloren gehen.

 

ASEW-Profil
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist mit bundesweit mehr als 300 Mitgliedern das größte deutsche Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Die ASEW wurde 1989 aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heraus gegründet. Das Ziel: Eine rationelle, sparsame und umweltschonende Energie- und Ressourcenverwendung zu fördern. Die ASEW berät und unterstützt ihre Mitglieder in diesen Bereichen und entwickelt für sie innovative Produkte und Dienstleistungen, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Das Portfolio der ASEW umfasst Produkte für Vertrieb und Kundenberatung, außerdem Seminare und Qualifizierungsangebote sowie eine Kunden- und Fördermittelberatung.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Markus Edlinger
0221.931819-21
edlinger@asew.de

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