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Mobilität neu denken: MaaS L.A.B.S. gestartet

(vom 25.06.2019)

Köln – Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist Partner im Forschungsprojekt „MaaS L.A.B.S.“. Das Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts: Die Entwicklung innovativer, digital gestützter Mobilitätsangebote.

Hinter der griffigen Bezeichnung MaaS L.A.B.S. verbirgt sich die kompakte Projektbeschreibung: „Nutzer*innen-zentrierte Mobility-as-a-Service-Plattform: Lebendig, Automatisiert, Bedarfs- & Sharing-orientiert“. Die elf Projektpartner wollen die Verkehrswende mitgestalten – durch einen flexiblen und bedarfsorientierten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dessen leistungsfähiges Angebot um automatisierte Mikrobusse sowie Car-, Bike- und Ridesharing-Angebote erweitert wird. Dieses Kernstück des Projekts soll eine ökologische und ökonomische sowie soziale und stadtverträgliche Umgestaltung des Mobilitätssystems anstoßen und letztlich zur Entwicklung von Lösungen für Klimawandel, Schadstoff- und Verkehrsbelastung beitragen.

Die anvisierten innovativen Angebote stützen sich hierbei auf den Wertewandel der städtischen Bevölkerung. Daraus ergeben sich bereits heute wahrnehmbare Änderungen im Mobilitätsverhalten, das sich immer stärker in Richtung ressourcenschonendere Sharing-Angebote sowie emissionsärmere Mobilitätsformen orientiert. Im Fokus des interdisziplinären Projektteams stehen die Verkehrsteilnehmer. Diese sollen schrittweise an Technologien und Geschäftsmodelle herangeführt werden und diese aktiv erproben. So sollen Fehlplanungen von Beginn an vermieden werden. Vier Serviceangebote greifen dabei ineinander:

  • Eine App informiert vor Ort über integrierte Mobilitätsangebote (ÖPNV und Sharing-Angebote) und erleichtert die Mobilitätsplanung und -abrechnung.
  • Intelligente Sharing-Angebote ergänzen den ÖPNV zu einem attraktiven und zum privaten Auto konkurrenzfähigen Gesamtangebot.
  • Automatisierte Mikrobusse holen Bürger an der Haustür ab und verbessern so die Erschließung von großen Quartieren.
  • Steuerungssysteme sorgen für den reibungslosen Betrieb dieses integrierten Verkehrssystems, das bedarfsgerecht und in Echtzeit auf aktuelle Fahrgastanfragen reagiert.

MaaS L.A.B.S. betrachtet erstmals eingehend die spezifischen Anforderungen kleiner und mittlerer Städte. Dazu werden ab 2020 in Potsdam, Cottbus und Hannover Reallabore, sogenannte Living Labs, eingerichtet. Hier werden die Angebote im aktiven Dialog mit Bevölkerung, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und Politik entwickelt. Demonstrationen der Lösungen machen Technologie „erlebbar“ und formen die Technologie- und Prozessentwicklung weiter aus.

Die ASEW bringt in das Projektteam Erfahrungen aus verschiedenen Projektbeteiligungen, Expertise im Bereich E-Mobilität sowie Kontakte in die Stadtwerkewelt ein. „Gerade Stadtwerke befinden sich in einer besonderen, herausgehobenen Position“, sagt Stefan Schulze-Sturm, Leiter Forschungsprojekte bei der ASEW. „Die eigene Erfahrung im Bereich ÖPNV wird seit Jahren bereits angereichert durch immer neue Erfahrungen auf dem Feld alternative Mobilität. Von e-mobilen Lösungen über Angebote mit Sharing-Anteil bis zu gänzlich neuen Konzepten für urbane Mobilität haben Stadtwerke in den letzten Jahren einen reichen Erfahrungsschatz aufgebaut. Diesen Schatz gilt es für die Projektarbeit nutzbar zu machen. Als ‚Dividende‘ fließen nutzbare Mehrwerte in Form der Projektergebnisse und der hier gesammelten Erfahrungswerte wieder in die Stadtwerkewelt zurück.“ 

MaaS L.A.B.S. wird vom BMBF für vier Jahre über den Bereich „Individuelle und adaptive Technologien für eine vernetzte Mobilität“ mit einem Fördervolumen von rund fünf Millionen Euro unterstützt. Das Projektkonsortium besteht aus drei Hochschulen, drei Verkehrsbetrieben und fünf privatwirtschaftlichen Anbietern von datenbasierter Mobilitätsinfrastruktur über App-Entwicklung bis hin zu Sharing- und Hardwareangeboten.

 

ASEW-Profil
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist mit bundesweit gut 300 Mitgliedern das größte deutsche Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Die ASEW wurde 1989 aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heraus gegründet. Das Ziel: Eine rationelle, sparsame und umweltschonende Energie- und Ressourcenverwendung zu fördern. Die ASEW berät und unterstützt ihre Mitglieder in diesen Bereichen und entwickelt für sie innovative Produkte und Dienstleistungen, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Das Portfolio der ASEW umfasst Produkte für Vertrieb und Kundenberatung, außerdem Seminare und Qualifizierungsangebote sowie eine Kunden- und Fördermittelberatung.

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