Mobilität II: Schlechte e-mobile Klimabilanz?

(vom 26.04.2019)

Der E-Mobilität gehört die Zukunft vor allem aufgrund ihrer besserer Klimabilanz. Doch ist das wirklich zutreffend? Die ifo-Studie „Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland“ gibt Grund, das anzuzweifeln. Demnach zeigte die Auswertung offizieller Messdaten, dass die Klimabilanz eines Mercedes C 220 d und eines Tesla Model 3 deutlich zugunsten ersterem ausfalle. So liege der CO2-Ausstoß des Elektromotors im günstigen Fall um etwa ein Zehntel, im ungünstigen sogar um rund ein Viertel über dem Ausstoß des Dieselmotors – zumindest dann, wenn man die Emissionen für die Batterieherstellung einberechnet. In der Studie wird der tatsächliche Strommix Deutschlands aus dem Jahr 2018 zugrundegelegt.

Die Studienergebnisse wurden heftig kritisiert. Dem Schweizer Ökonomen und Berater Roger Rusch von CEO-Plus zufolge hätten die Autoren ihren Berechnungen die Verbrauchswerte nach dem NEFZ-Modell zugrundegelegt. Diese Werte hätten mit der Realität nicht viel zu tun. Zudem würden sie das E-Auto viel schlechter dastehen lassen als Diesel oder Benziner. Moderne Studien würden mit den Standards WLTP oder EPA rechnen. Zudem habe das Ifo-Institut die Daten der mittlerweile widerlegten sogenannten „Schweden-Studie“ aufgewärmt. Wirtschaftswoche-Redakteur Stefan Hajek kritisierte, dass unter anderem die Second-Life-Potenziale der Akkus nicht berücksichtigt worden seien. „Im Kern hat Sinn [d.i. der Erstautor der Studie, der Red] beim Diesel stets Best-Case-Szenarien, beim E-Auto aber Worst-Case-Szenarien angesetzt“.

Der angesprochene Hans-Werner Sinn sowie Christoph Buchal, Professor für Physik an der Universität zu Köln, widersprachen den Vorwürfen in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Darin heißt es unter anderem, man habe das E-Auto etwa „durch verschiedene Annahmen optimistischer beurteilt, als es möglich gewesen wäre“. Weder hätte man das Diesel-Auto durch Verwendung bestimmter Fahrzyklen bevorzugt, noch die Lebensdauer der Batterie als zu kurz beziffert.

Ansprechpartner
Hanno Ahlrichs
0221.931819-25
ahlrichs@asew.de

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