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Energiewende: Ja, aber...

Die Deutschen sehen den Ausbau erneuerbarer Energien in der Mehrheit positiv. Wie eine vom Forschungszentrum Zirius der Universität Stuttgart erstellte Studie zeigt, stehen mehr als 70 Prozent regenerative Stromerzeugung positiv und zugleich konventionellen Energieträgern kritisch gegenüber. Dieses Bild weist aber Brüche im Detail auf. Denn höhere Steuern auf fossile Energieträger lehnt gut jeder Zweite, höhere Strompreise zwei Drittel ab.

Andere Steuerungsinstrumente kommen dagegen weitaus besser an. So würden 61 Prozent den Verkauf ineffizienter Haushaltsgeräte verbieten. Dies korreliert mit dem Befund, dass die Akteure der Energiepolitik, sprich EU-Kommission, Bundesregierung, Kommunen und Energieunternehmen, bei den Deutschen weitaus größeres Vertrauen genießen als etwa in Frankreich, Großbritannien und Norwegen. Spitzenreiter sind dabei die deutschen Städte: Nur fünf Prozent der Einwohner hätten „gar kein Vertrauen“ in die Energiepolitik der Kommunen.

Auch beim Thema Klimawandel zeigen sich die Ergebnisse der Studie eher widersprüchlich. Zwar gingen 83 Prozent der Bundesbürger davon aus, dass es den Klimawandel tatsächlich gibt, 60 Prozent seien davon überzeugt, dass er bereits zu spüren sei. Überraschend hoch sei jedoch im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern der Anteil derer, die von der Existenz des Klimawandels nicht überzeugt sind. So stellten in Deutschland 16 Prozent der Einwohner den Klimawandel infrage. In Großbritannien seien es zwölf, in Frankreich sechs und in Norwegen vier Prozent. Ein Grund dafür könne sein, dass drei von vier Deutschen den Klimawandel in der Wissenschaft für umstritten halten. So seien nur 24 Prozent der Meinung, dass bei der überwiegenden Mehrheit der Klimaforscher Einigkeit über den menschengemachten Klimawandel bestehe, obwohl sich tatsächlich 97 Prozent der Klimaforscher darüber einig seien.

Wie der wissenschaftliche Direktor des an der Studie beteiligten Potsdamer Institut für Nachhaltigkeitsstudien (IASS), Ortwin Renn, betont, habe es die Forscher überrascht, dass so viele Deutsche den menschengemachten Klimawandel bezweifeln. „Das ist ein alarmierendes Zeichen.“ In Zeiten, in denen rechtspopulistische Bewegungen Zulauf erhalten, müsse die Wissenschaft deshalb ihre Erkenntnisse besser vermitteln und nachvollziehbarer erklären.

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