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ASEW-Newsletter
Ausgabe Nr. 04/2017

Kunden zeitgemäß informieren

Kunden besitzen heute vielfältige Möglichkeiten, um sich über Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Dabei sind Online-Angebote in der Regel das erste Mittel der Wahl. Die eigene Webpräsenz wird so immer mehr zu einem zentralen Dreh- und Angelpunkt in der Kommunikation mit den eigenen Kunden wie auch bei der Akquisition von Neukunden.

Umso wichtiger sind attraktiv aufbereitete Informationen. Die ASEW bietet Mitgliedsunternehmen bewährte Instrumente für die Kundenkommunikation: Mit den ASEW-Erklärfilmen informieren Sie Kunden gebündelt und auf unterhaltsame Weise über komplexe Themen. Mit Filmen zu den Strompreisbestandteilen, den Vorteilen einer Energieberatung oder zum Klimaschutz bieten Sie nicht nur wichtige Informationen, sondern werben zugleich auch für eigene Leistungen. Unser Angebot haben wir zudem um einen Erklärfilm zu intelligenten Messsystemen erweitert.

Mit den ASEW-Broschüren haben Ihre Kunden eine weitere Möglichkeit, sich über aktuelle Themen der Energiewirtschaft zu informieren. Das Spektrum reicht dabei von erneuerbaren Energien bis zu Energetischen Sanierungen. Ende des Monats sind zudem Broschüren unter anderem zu den Themen E-Mobilität und Heimspeichersysteme verfügbar.

Sowohl unsere Erklärfilme als auch die Broschüren können Sie künftig auch in Form eines Flatrateangebots nutzen – als Paketlösung wahlweise komplett oder individuell zusammengestellt.

Ebenfalls der Kundenkommunikation dient das Label KLIMAfreundlich. Das Label erlaubt die Kennzeichnung einer Vielzahl an Aktivitäten und Maßnahmen, die dem Klimaschutz zugutekommen. Der mit dem Label verbundene Klimazähler bündelt diese Einzelmaßnahmen in einfacher Form: Als eingesparte Tonnen Kohlendioxid. Wahlweise werden diese auch äquivalent in Form gepflanzter Bäume oder mit dem Auto zurückgelegter Erdumrundungen dargestellt.

Während unser Label vielfältige Einzelmaßnahmen hervorhebt, hilft der neue Service- und Produktfinder Ihren Kunden dabei, passgenau Angebote und Dienstleistungen auf Ihrer Webseite zu finden. Dank des übersichtlichen Aufbaus bietet das neue Werkzeug zudem interessante Cross-Selling-Möglichkeiten.

Ansprechpartner
Torsten Brose 
0221.931819-26
brose@asew.de

Herausforderungen in der Kundenkommunikation

Preisanpassungen erfordern stets großes Fingerspitzengefühl. Allzu schnell sind entsprechende Schreiben für langjährige Kunden sonst der Anstoß für eine Kündigung. Doch wie wirbt man trotz der „schlechten Nachricht“ für das eigene Unternehmen? Die Abwanderung wechselbereiter Kunden sollte man nicht kampflos geschehen lassen! Im Seminar „Steigende EEG-Umlage: Was nun? Vom optimalen Umgang mit Preisanpassungen“ am 17. und 18. Mai 2017 in Würzburg zeigen wir bewährte Methoden, wie Sie Kunden trotz Preiserhöhungen unkompliziert von den Vorteilen ihres Versorgers überzeugen.

Das ASEW-Seminar zeigt auf, welche wesentlichen Bestandteile im Preiserhöhungsschreiben enthalten sein sollten und wie Sie die „schlechten Nachrichten“ möglichst geschickt verkaufen. Darüber hinaus zeigen Praxisbeispiele von Stadtwerken, wie Preiserhöhungen mit Mehrwertleistungen kombiniert und mit Aktionen zum Thema Energieeffizienz verbunden werden können.

Einen weitergespannten Ansatz verfolgt unser Seminar „Marketing & Kommunikation“ am 21. und 22. Juni 2017 in Hannover.  Wer heute Mittel wie Social Media, Mobile Marketing, Sponsoring oder Email-Marketing ignoriert, stellt sich selbst ins Abseits! Das Seminar betrachtet erfolgversprechende Strategien, um diese Kommunikationsmittel in die eigene Marketingstrategie einzubauen. So vergrößert sich das Spektrum an Einflussmöglichkeiten auf die Bekanntheit eines Unternehmens. Anhand von Best Practices zeigt das Seminar, wie Stadtwerke bereits heute erfolgreich den sich wandelnden Rahmenbedingungen begegnen.

 

Ansprechpartner
Sabrina Pieruschka 
0221.931819-17
pieruschka@asew.de

Trier: Kein Abschied vom Pumpspeicherkraftwerk

Die Stadtwerke Trier AöR halten weiterhin an dem geplanten Pumpspeicherkraftwerk Rio (PSKW Rio) in der Nähe von Ensch an der Mosel fest. Gemeinsam mit der Juwi-Gruppe gründeten die Stadtwerke eine Projektentwicklungsgesellschaft. Das Ziel: Das geplante Kraftwerk mit einer Leistung von 300 Megawatt zu realisieren. Dafür sind 600 Millionen Euro Kosten geplant. Das obere Becken soll auf dem Hummelsberg bei Bekond, das Unterbecken im 200 Meter tiefer gelegenen Kautenbachtal bei Ensch entstehen. Beide Becken sollen je sechs Millionen Kubikmeter Wasser fassen.

Eine grundsätzliche Machbarkeit des Kraftwerks hatte die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord bereits 2013 nach einjähriger Prüfung festgestellt. Damals hieß es von Seiten der Stadtwerke, Pumpspeicherkraftwerke seien im Hinblick auf den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien ein wichtiger Baustein der künftigen Energieversorgung.

Bislang haben SWT und Juwi insgesamt 3,5 Millionen Euro investiert. Geplant war der Baubeginn eigentlich für 2018, doch die Weiterführung des Projekts ist einstweilen gestoppt. SWT-Chef Olaf Hornfeck begründet dies mit veränderten Rahmenbedingungen: „Hauptzweck ist nicht mehr das Pumpen, sondern das Ausregeln.“ Bei der Neubewertung von Chancen und Risiken hätten sich die Stadtwerke auf Erkenntnisse des hanseatischen Arrhenius-Instituts gestützt. Der Auftrag an das Institut lautete, die „Energiewabe Region Trier“ zu bewerten.

SWT-Chef Hornfeck geht davon aus, dass bis zum Abschluss des Planfeststellungsverfahrens weitere sechs bis sieben Millionen Euro investiert werden müssen. Diese sollen indes nicht alleine aus Trier kommen. „Wir gehen in der ersten Jahreshälfte auf die Suche nach Partnern, die an unser Projekt glauben.“ Hoffnungen setzen die Stadtwerke auch in das 2016 in Kraft getretene Strommarktgesetz. „Es bringt uns zwar keine Förderung für unser Vorhaben, aber es hilft uns weiter.“ Denn jederzeit sollen Erzeugung und Verbrauch künftig austarierbar sein. Projektleiter Rudolf Schöller zufolge müsse jeder Stromproduzent künftig seine Bilanzkreise in Ordnung halten, und zwar alls 15 Minuten. „Im Klartext heißt das, es müssen jährlich 35.000 Messwerte eingehalten werden.“

www.swt.de

Aschaffenburg: 10.000ste Kundenkarte vergeben

Die Aschaffenburger Versorgungs GmbH kann eine eindrucksvolle Bilanz zur AVG-Kundenkarte ziehen. Inzwischen wurden über 10.000 Kundenkarten ausgestellt. AVG-Geschäftsführer Dieter Gerlach sowie der Aschaffenburger Oberbürgermeister Klaus Herzog begrüßten kürzlich die Besitzerin der 10.000sten Kundenkarte persönlich und überreichten ihr einen Blumenstrauß sowie einen Bonus auf ihre Kundenkarte.

Mit der AVG Kundenkarte erhalten AVG-Energiekunden zahlreiche Rabatte, etwa im Hallen- und Freibad, der Sauna, Eissporthalle, in Parkhäusern, Recyclinghöfen und im Servicecenter. Zudem gibt es exklusive Angebote, Rabatte oder Freikarten bei Kooperationspartnern aus Sport, Kultur und Wirtschaft. Die Karte wird im Servicecenter oder an den Kassenautomaten der Parkhäuser aufgeladen. Der Nutzer erhält dabei einen Bonus von 10 Prozent auf das aufgeladene Guthaben.

www.stwab.de

Regensburg: Berater helfen Einkommensschwachen

Die Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG (REWAG) wollen einkommensschwache Menschen verstärkt vor Energiearmut bewahren. Seit zwei Jahren diskutiert die REWAG deshalb mit verschiedenen Sozialverbänden am sogenannten Runden Energietisch. Das Ergebnis der Arbeit: Künftig beraten zwei Energiesparhelfer einkommensschwache Haushalte, wie man Strom und Wärme effizient nutzt.

Die zwei Energiesparhelfer sollen dabei nicht die Arbeit anstelle der Betroffenen übernehmen. Vielmehr sollen sie Hilfe zur Selbsthilfe anbieten und ‎direkt vor Ort beraten. ‎Das Ziel ist, Kosten zu ‎senken, so Energieschulden bereits im Vorfeld zu vermeiden ‎und in letzter Konsequenz die damit ‎verbundenen Mahnverfahren und Energiesperrungen zu verhindern. ‎Die ‎Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-‎Schwarzfischer, lobte den Ansatz, der zu Hause bei den Betroffenen unterstützend ansetze.

Einkommensschwache Haushalte sind besonders von Energiearmut ‎bedroht. Energieausgaben nehmen einen ‎nicht unerheblichen Teil der monatlich ‎Zahlungen ein. Zudem werden diese im Falle von ALGII-Empfängern nur zum Teil direkt vom Amt überneommen. Zudem haben die energierelevanten Leistungsanteile in der Vergangenheit nicht die Preisanstiege im Energiebereich abgebildet. Bei der letzten ALGII-Anpassung umfasste der Anteil für Strom etwa einen niedrigen, einstelligen Centbetrag.

Künftig können gerade Empfänger von Transferleistungen wie ALG II von der Unterstützung der Energiesparhelfer profitieren. Diese zeigen Wege zur ‎Energieeinsparung auf ‎und können auf Soforthilfen, etwa Energiesparlampen, im Wert ‎von bis zu 50 Euro ‎pro Haushalt zurückgreifen. Außerdem informieren sie über ‎den Aufbau der Stromrechnung, die ‎Funktion von Abschlägen oder die Einhaltung ‎von Fristen.

Der REWAG-Bereichsleiter Kundenservice/Marktkommunikation, Michael Matzke, sieht im ‎Einsatz der Energiesparhelfer einen ‎interessanten Ansatz, um die bisherigen Energieeffizienz-Maßnahmen der ‎REWAG zu ergänzen: „Dies gilt es jetzt in der zweijährigen ‎Projektlaufzeit nachzuweisen. Ich hoffe auch persönlich sehr, dass ‎das Angebot gut angenommen wird.“‎

www.rewag.de

Tübingen: Mehr als 100 Megawatt regenerative Erzeugung

Die Stadtwerke Tübingen GmbH haben die letzten Windkraftanlagen im Windpark Ellwanger Berge fertiggestellt. Die Stadtwerke investierten gemeinsam mit dem Projektpartner W-I-N-D Energien rund 50 Millionen Euro. Der Windpark ist einer der größten in Baden-Württemberg. Die zehn Windkraftanlagen leisten zusammen 30 Megawatt und erzeugen rund 75 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Die Stadtwerke konnten mit der Realisierung des Windparks einen bedeutenden Meilenstein setzen: Mit ihrem Windparkanteil nehmen die Stadtwerke die Grenze von 100 Megawatt aus regenerativer Produktion. Wie Ortwin Wiebecke, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Tübingen, betonte, wolle man bis 2020 die Hälfte des Tübinger Strombedarfs selbst erneuerbar produzieren. „Dass wir mit diesem Windpark die Grenze von 100 Megawatt an Ökostrom-Eigenproduktion überschreiten, ist ein toller Erfolg. Darin zeigt sich, wie konsequent und mit welchem Nachdruck die Stadtwerke Tübingen in den letzten Jahren ihren Beitrag zur Energiewende geleistet haben.“

Zur feierlichen Einweihung des Windparks laden die Stadtwerke Tübingen und die W-I-N-D Energien Interessierte am 19. Mai 2017 ein. Bei einem Bürgerfest können diese sich vor Ort ein Bild machen. Erwartet wird unter anderem der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

www.swtue.de

Jena-Pößneck: Ostergeschenk von den Stadtwerken

Seit über fünfzehn Jahren unterstützen die Stadt­werke Energie Jena-Pößneck GmbH zwei Mal jährlich Vereine aus der Region mit Spenden. Zu Ostern gab es elf ausgewählte Spendenempfänger. Deren Vertreter nahmen Beträge „meist zwischen 150 bis 300 Euro“ entgegen.

Insgesamt zwölf Anträge auf diese Unterstützung genehmigten die Stadtwerke. Unter anderem freuten sich ein Jugend­theater- und ein Flüchtlings­integrationsprojekt, ein Chortreffen und eine Schulkino­woche über eine Spende. Insgesamt 3.200 Euro ermöglichen etwa auch die Anschaffung von Sport- und Garten­geräten oder Investitionen in die Erneuerung einer Wasser­leitung. Von den Stadtwerken selbst hieß es, das Spendenprogramm sei bewusst auf die Breitenförderung angelegt. Insgesamt haben damit vor Ostern mehr Vereine als im gesamten vergangenen Jahr Geld von den Stadtwerken erhalten.

www.stadtwerke-jena.de

Gebäudeenergiegesetz: Keine Einigung innerhalb der Koalition

SPD und Union haben keine Einigung über das Gebäudeenergiegesetz erreicht. Das Gesetz war Teil der Beratungen der Koalitionsspitzen Ende März. Wie aus Koalitionskreisen verlautete, sei die Union nach wie vor nicht zum Einlenken bereit. Aus dem Bundesumweltministerium heißt es dazu, damit sei das Gesetz in dieser Legislaturperiode gescheitert.

Mit dem Gebäudeenergiegesetz sollte eine EU-Richtlinie umgesetzt werden, die im Interesse des Klimaschutzes neue Vorgaben für den Neubau verlangt. Dafür haben die Mitgliedsstaaten bis Ende 2018 Zeit. Ansonsten droht Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zeigte sich enttäuscht: „Es ist ein Armutszeugnis, dass die Unionsfraktion das Gebäudeenergiegesetz hat scheitern lassen.“

Mit dem Gesetz sollten ab 2019 Energieeffizienz-Standards zunächst für den Neubau von Nicht-Wohngebäuden der öffentlichen Hand festgelegt werden. Für den privaten Neubau sollten Standards erst später definiert und spätestens 2021 eingeführt werden. Die Unionsfraktion hatte die Standards als zu anspruchsvoll kritisiert und befürchtet, dass derselbe „Niedrigstenergie“-Maßstab als „Vorfestlegung“ dann auch an den privaten Neubau angelegt werden solle. Damit würden Neubauten zu teuer, was angesichts der Wohnungsnot in Großstädten vermieden werden sollte.

Zudem bezweifelte die Union, ob der Aufwand tatsächlich zu den beabsichtigten Emissionsminderungen führe. Diesen Argumenten widerspricht Hendricks: „Mit dem Gesetz hätten wir bezahlbares Bauen und Klimaschutz im Gebäudebereich miteinander in Einklang gebracht und die Vorbildfunktion des Bundes unterstrichen.“ Die Kommunen hätten die dringend erforderliche Planungssicherheit für den Bau von energieeffizienten, klimagerechten und nachhaltigen Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäuden bekommen – „immer unter Berücksichtigung von Technologieoffenheit und Wirtschaftlichkeit“.

Zuvor hatte sich in der Verbändeanhörung bereits eine breite Front gegen die Neuregelung formiert. So erklärten der Bundesverband Bioenergie (BBE), der Fachverband Biogas (FvB), der Fachverband Holzenergie (FVH) sowie der Deutsche Bauernverband in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass der jetzige Gesetzentwurf die Energiewende im Wärmesektor nicht voranbringen werde. Obwohl die Bioenergie mit einem Anteil von 88 Prozent der wichtigste erneuerbare Energieträger in der deutschen Wärmeversorgung sei, stagniere der Ausbau seit Jahren. Der Gesetzentwurf werde hieran im Großen und Ganzen nichts ändern.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lobt indessen, dass ein gemeinsamer Rechtsrahmen geschaffen werden soll. Immerhin liege hier ein immenses Potenzial, um CO2 einzusparen. Allerdings wird auch laut dem BDEW die Chance vertan, die gesetzlichen Regelungen für den Gebäudesektor systematisch zu vereinheitlichen und dadurch zu vereinfachen. Zudem fehlten Regelungen, um Fernwärme oder erneuerbare Energieträger wie Bio-Erdgas in die Quartiersversorgung zu integrieren. Laut Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, seien einige Regelungen „für die künftig wichtiger werdende Sektorkopplung sogar kontraproduktiv, da sie Strom aus Erneuerbaren den Zugang zum Wärmemarkt erschweren. Diese Schwachstellen sollten dringend behoben werden.“

www.bmwi.de

Mieterstrom: Gesetzentwurf in der Verbändekritik

Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Referentenentwurf für ein Gesetz zur Förderung von Mieterstrom vorgelegt. Im Gegensatz zur Bundesratsforderung nach einer Gleichstellung von PV-basiertem Mieterstrom mit Eigenverbrauchsmodellen, sprich der Teilbefreiiung von der EEG-Umlage oberhalb einer Bagatellgrenze, hat sich das BMWi für eine direkte Förderung entschieden. Demnach soll PV-Mieterstrom künftig mit einer Direktförderung, analog derjenigen für KWK-Strom, bedacht werden, die angelehnt an die geltende Einspeisevergütung aktuell zwischen 3,81 und 2,21 Cent je Kilowattstunde läge. Dabei sollen insgesamt pro Jahr höchstens 500 Megawatt an neuer Mieterstrom-Leistung gefördert werden. Voraussetzung ist zudem die Nutzung intelligenter Messsysteme bis zur Ebene der Unterzähler: Sobald „der Summenzähler mit einem intelligenten Messsystem [...] ausgestattet ist, sind auch alle bilanzierungsrelevanten Unterzähler innerhalb der Kundenanlage spätestens ab dem Zeitpunkt des nächsten Austausches an das Smart-Meter-Gateway anzubinden.“

Der Referentenentwurf hat die Verbändeanhörung bereits durchlaufen. Hier artikulierten die Verbände teils scharfe Kritik. Der VKU etwa verweist darauf, dass es wichtig sei, „dass auch künftig eine Gleichbehandlung von Energie- und Wohnungswirtschaft gewährleistet ist und Mieterstromanbieter den energiewirtschaftlichen Lieferantenpflichten unterliegen“. Damit Zwangslagen von Mietern in Ballungsräumen nicht zu deren Nachteil ausgenutzt werden, schlägt der VKU eine Widerrufsmöglichkeit bei gleichzeitigem Abschluss von Mieterstrom- und Mietvertrag vor. In diesem Fall bestehe auch keine Notwendigkeit für die vorgesehenen Obergrenzen.

Die Biomasseverbände Bundesverband Bioenergie (BBE), Deutscher Bauernverband (DBV), Fachverband Biogas (FvB) und Fachverband Holzenergie (FVH) kritisieren, dass die Mieterstromförderung auf Solaranlagen begrenzt werde. Gerade in Kombination mit dezentraler Wärmenutzung ergäben sich ganzheitliche Ansätze für „Mieterenergie-Konzepte“. Dies ermögliche Mietern eine möglichst umfangreiche Versorgung mit erneuerbaren Energien, die zugleich kosteneffizient sei. Dieses Konzept trage zudem zur Akzeptanz der Energiewende bei.

Auch VfW, ASUE, B.KWK, BHKW-Forum und Bund der Energieverbraucher positionieren sich ähnlich. Zwar habe die Bundesregierung sich im Grünbuch Energieeffizienz auf den Grundsatz festgelegt, dass erneuerbare Energien möglichst direkt, also lokal, genutzt werden sollte. Der Entwurf werde diesem Anspruch aber nicht gerecht. Es handle sich nicht um ein echtes „Mieterstromgesetz“. Es gehe lediglich um die Förderung von Photovoltaikanlagen, deren Stromproduktion in Wonhäusern letztverbraucht werde. Es sei aber nötig, dass alle dezentralen erneuerbaren Energien gefördert und insbesondere, dass diese Fölrderung nicht nur auf das Wohnhaus begrenzt bleibe.

Aus Sicht von Eurosolar erzeuge der vorliegende Entwurf mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Schwierigkeiten und Unsicherheiten, als dass er bestehende Probleme löse. Der schleppende PV-Ausbau leide vor allem unter „dem Regime komplexer und bürokratisierter Rahmenbedingungen“. Der Entwurf verschärfe die Bürokratisierung und Regelungsdichte zusätzlich. „Anstatt Hemmnisse für eine autonome dezentrale Versorgung mit Erneuerbaren Energien endlich abzubauen, werden erneut Förder- und Ausnahmetatbestände geschaffen, die, nicht nur aber ganz besonders, für kleinere Akteure kaum motivierend wirken dürften.“

Die Bundesregierung will noch vor Monatsende den Referentenentwurf verabschieden und als Gesetzentwurf in den parlamentarischen Prozess einbringen. Ziel ist ein Inkrafttreten noch in dieser Legislaturperiode.

www.bmwi.de

Vermiedene Netzentgelte: Bundesrat gegen Abschaffung

Der Bundesrat hat sich in einer Stellungnahme klar gegen zentrale Elemente des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes ausgesprochen. Insbesondere lehnt der Bundesrat dabei die vorgesehene schrittweise Abschaffung der vermiedenen Netznutzungsentgelte für dezentrale steuerbare Anlagen ab. Der Bundesrat sieht ein zusätzliches Entgelt für vermiedene Netznutzung für die volatile Erzeugung durch Photovoltaik oder Windkraft als gerechtfertigt an. Im Gegensatz zum Gesetzentwurf der Bundesregierung gilt dies in den Augen des Bundesländer jedoch nicht für die nicht-volatilen dezentralen Erzeugungsanlagen, insbesondere die Kraft-Wärme-Kopplung. Diese leisteten, „einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und Entlastung der Netze“.

Zudem hat der Bundesrat beschlossen, die von der Bundesregierung nicht mitgetragene Regelung zur bundesweiten Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte in das Gesetz aufzunehmen.

Verbände teilen die Positionierung des Bundesrates. Vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heißt es, der Bundesrat erkenne mit sicher Entscheidung die Netzdienlichkeit steuerbarer verbrauchsnaher Anlagen, insbesondere von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, an. Es sei folgerichtig, deren Netzdienlichkeit weiterhin über vermiedene Netzentgelte zu vergüten. Mit diesem Beschluss wende sich der Bundesrat gegen das vor allem Stadtwerke betreffende Vorhaben der Bundesregierung und bestätige die wichtige Rolle, die vor allem kommunale KWK-Anlagen für die Energiewende spielen.

Auch der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) begrüßte den Beschluss. Dezentrale Erzeugung in flexiblen KWK-Anlagen wirke netzentlastend und kostensenkend. Auch zu kritischen Zeitpunkten speisten dezentrale KWK-Anlagen Strom in das Netz ein. Durch die Einspeisung in untere Netzebenen würden darüber liegende Netze entlastet und es müsse weniger Strom übertragen werden. Hierdurch fielen auch die entgegen dem Stromfluss zu wälzenden Netzentgelte für die Nutzung vorgelagerter Netze entsprechend geringer aus.

www.bundesrat.de

Atommüll: Entsorgungskompromiss angenommen

Nach langem Ringen steht offenbar das Paket zur Entsorgung der atomaren Altlasten. Bundestag und Bundesrat stimmte dem neuen Standortauswahlgesetz zu. Mit dem Gesetz wird das Verfahren zur Suche eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle festgelegt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks betonte, es sei dringend erforderlich gewesen, „das Chaos in Sachen Atommüll zu ordnen“.

Grundlage der Gesetzesnovelle sind die Empfehlungen der Kommission „Lagerung hochradioaktiver Abfälle“, die nach knapp zweijähriger Arbeit im Sommer ihren Abschlussbericht vorgestellt hatte. Aufgrund vieler Bedenken gegen ein Kombi-Lager sowohl für hochradioaktive als auch für schwächer radioaktive Abfälle (etwa aus der Asse) soll das Endlager auf hoch radioaktiven Müll beschränkt werden.

Die Suche nach einem Endlager soll in einem dreistufigen Verfahren erfolgen: Zunächst Erkundungen über Tage in „allen in Frage kommenden Wirtsgesteinen“, sprich Granit, Ton und Salz. Wichtigstes Kriterium werde die Sicherheit sein. Wie das Kommissionsmitglied Steffen Kanitz betonte, würden Standorte mit vulkanischer Aktivität oder unzureichendem Deckgebirge ausgeschlossen. Auch die Siedlungsdichte sei ein Kriterium.

Zweite Phase ist die konkrete Erkundung der verbliebenden möglichen Standorte. Danach soll in einer dritten Stufe die Einigung auf einen Standort erfolgen. Die Bundesumweltministerin betonte, ihr sei bewusst, „dass es nicht ohne Widersprüche gehen wird.“ Dennoch sei sie überzeugt, „dass es nur mit festen Regeln und Transparenz gehen wird“. Der Atommüll soll für eine Million Jahre sicher eingelagert werden, wobei die Rückholbarkeit für 500 Jahre möglich sein soll. „Mehr als 30.000 Generationen werden von 60 Jahren Nutzung der Atomkraft betroffen sein – das zeigt, welch ein Irrweg die Nutzung der Atomenergie gewesen ist“.

Die Bundesregierung hatte sich kurz zuvor erst mit den Atomkonzernen auf Vertragsdetails verständigt. Verankert sei unter anderem, dass die vier AKW-Betreiber die Klagen gegen den Bund im Zusammenhang mit Entsorgungsfragen sowie der Stilllegung nach dem GAU von Fukushima fallenließen. Dies hatten die Unternehmen schon in Aussicht gestellt. Sie halten aber an der Verfassungsklage gegen die Brennelementesteuer fest. Vattenfall verfolgt zudem sein Verfahren vor dem Schiedsgericht in den USA gegen Deutschland wegen des Atomausstiegs weiter.

Der Entsorgungspakt sieht vor, dass die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung des hochradioaktiven Atommülls an den Staat übergeht, der damit alle Risiken tragen muss. Im Gegenzug überweisen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall bis Mitte 2017 insgesamt rund 23,6 Milliarden Euro an den Fonds, mit dem die Kosten der Endlagerung gedeckt werden sollen.

Stilllegung und Abriss der Reaktoren müssen allerdings von den Unternehmen bezahlt werden. Allein hier rechnen Experten mit Kosten von bis zu 60 Milliarden Euro. Das letzte Atomkraftwerk soll im Jahr 2022 vom Netz gehen.

www.bmub.bund.de

Energiedaten: Marktstammdatenregister beschlossen

Die Bundesregierung hat den Aufbau eines Marktstammdatenregisters (MaStR) beschlossen. Dieses soll bereits ab Mai aufgebaut werden. Hier sollen dann künftig alle Marktakteure der Bereiche Strom und Gas zentral erfasst werden. Laut Bundesnetzagentur werde das MaStR zu einer deutlichen Steigerung der Datenqualität führen und stelle eine erhebliche Vereinfachung dar.

Durch die künftig zentrale Registrierung sollen viele Meldepflichten vereinheitlicht, vereinfacht oder sogar ganz abgeschafft werden. Das Register erfasst erstmals sämtliche Erzeugungsanlagen – Neuanlagen und Bestandsanlagen, regenerative wie konventionelle Erzeugungsanlagen –, bestimmte Verbraucher sowie Anlagenbetreiber.

Die BNetzA wird das Marktstammdatenregister als Online-Datenbank betreiben. Ab Mai soll der technische Startschuss erfolgen, ab Juli wird dann bereits die Meldepflicht aller Neuanlagen über das MaStR abgewickelt, Marktakteure integriert und die Übernahme der Datenverantwortung für Bestandsanlagen initiiert. Ziel ist es, zukünftig auf das PV-Meldeportal und das Anlagenregister zu verzichten.

www.bundesnetzagentur.de

Plastikmüll: Ozeane wieder saubermachen

17 Milliarden Einweg-Kunststoffflaschen werden in Deutschland gebraucht – Jahr für Jahr. Das sind mehr als 33.000 pro Minute oder 500.000 Tonnen Müll jedes Jahr. Würde man alle Flaschen aufeinanderstapeln, reichten diese 16 Mal bis zum Mond! Weltweit ist dies zudem keine Ausnahme. 2014 wurden allein in den USA 100,7 Milliarden Plastikflaschen verkauft. Diese Müllberge werden zunehmend zum Problem, denn Kunststoff ist, obwohl meist für den kurzfristigen Einsatz gedacht, äußerst langlebig. Bis zu 450 Jahre dauert es, bis Plastik zersetzt ist. Dies hängt damit zusammen, dass Plastik biologisch „inert“ ist, das heißt Plastik zerfällt zwar, jedoch in immer kleinere Mikroplastikpartikel, die nicht vollständig abgebaut werden.

Das wird zunehmend zu einem Problem für die Ozeane. Mehr als acht Millionen Tonnen Plastik gelangen pro Jahr in die Weltmeeere. Aufgrund der vorherrschenden Strömungen sammelt sich das Plastik dann in bestimmten Gebieten, am bekanntesten davon der Great Pacific Garbage Patch, zu Deutsch großer pazifischer Müllfleck. Dieser hat mittlerweile eine Ausdehnung, die in etwa Mitteleuropa entspricht. Nach Schätzungen besteht dieser Bereich aus 100 Millionen Tonnen Kunststoffmüll. Und das Problem liegt nur zu einem Teil an der sichtbaren Oberfläche. Der weitaus größte Teil des Plastikabfalls schwebt unterhalb der Wasseroberfläche oder sinkt bis auf den Meeresgund. Die Auswertung von Photografien vom arktischen Tiefseeboden zwischen Spitzbergen und Grönland ergab, dass sich hier „83 Müllteile pro Fußballfeld“ finden.

Ein großes Problem, dass jedoch zwangsläufig auch zu kreativen und innovativen Lösungsansätzen führt. Einer davon ist das Pacific Garbage Screening. Das Ziel des Projektes: Die Meere vom Plastik befreien. Grundlage der im Projekt verfolgten Idee ist eine Masterarbeit, für deren Realisierung aktuell intensive Grundlagenforschung betrieben wird. Die Idee dabei: Eine schwimmende Plattform soll es mit Hilfe eines passiven Sedimentierungsprinzips ermöglichen, Plastikpartikel aus dem Wasser zu filtern. Der Ansatz wurde 2016 mit dem Bundespreis EcoDesign im Bereich Nachwuchs ausgezeichnet. Detaillierte Informationen zum Projekt und dem Stand der Umsetzung liefert die Webseite http://pacific-garbage-screening.de.

Ansprechpartner
Sarah Scholz
0221.931819-28
scholz@asew.de

 

E-Mobilität: Deutschland schwächelt, Tesla punktet

Die Zahl der Elektroautos ist seit 2011 weltweit um das Zwanzigfache gestiegen. Insgesamt sind aktuell rund zwei Millionen E-Autos auf den Straßen unterwegs. Das ist das Ergebnis der Studie „Driving the Energy Transition“ von WWF und Lichtblick. Dabei wird laut den Studienautoren die Bundesrepublik international immer weiter abgehangen. Der Grund: Förderanreize für Elektroautos, etwa in China oder Norwegen, sowie technische Innovationen aus den USA. Demnach hatten Elektroautos bei den Neuzulassungen in Deutschland 2016 lediglich einen Anteil von 0,7 Prozent, während es in Norwegen 29,3 Prozent waren.

Laut Viviane Raddatz, Klima- und Energieexpertin beim WWF Deutschland, könne Klimaschutz nur dann gelingen, „wenn die Zukunft aus elektrisch betriebenen Autos, Bussen und Rollern besteht, die Strom aus erneuerbaren Energien tanken“. Der Verkehrssektor sei bis heute der einzige Wirtschaftsbereich, der noch keinen Beitrag zum Klimaschutz geleistet habe. Die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge alleine greife als Anreiz bislang nicht. Andere Länder sorgen für die Verbreitung von E-Fahrzeugen laut der Studie mit deutlichen Steuervergünstigen, Zulassungsbeschränkungen für Verbrennungsmotoren oder Pflichtquoten.

Ein entscheidender Baustein für den Erfolg der Verkehrswende ist für den WWF und Lichtblick die Integration von E-Autos in das Stromsystem. E-Autos könnten allein in Deutschland bis 2050 ein Speicherpotenzial von 250 Gigawattstunden ausmachen. Testprojekte hätten gezeigt, dass ein E-Auto als Zwischenspeicher für Wind- und Sonnenstrom bei einer zehnjährigen Batterienutzung mehr als 10.000 Euro erwirtschaften könne.

Der weltweite Trend hin zur Elektromobilität spiegelt sich auch an den Börsen wider. Die Aktien des zweitgrößten US-Automobilherstellers Ford verloren nach schwachen Absatzzahlen an Börsenwert. Ford, das im vergangenen Jahr weltweit 6,7 Millionen Autos absetzte, ist aktuell mehr als 2,5 Milliarden Euro weniger wert als Elektroprimus Tesla, der mit 80.000 Einheiten indes 2016 nur gut 2,2 Prozent der Fordproduktion aufweisen konnte. Und auch das erste Quartal 2017 startete vielverprechend für Tesla. Mit einer Steigerung um 69 Prozent auf 25.000 verkaufte Fahrzeuge legte das Unternehmen mehr als solide Zahlen vor. Tesla setzte 13.450 Sportwagen vom Model S sowie etwa 11.500 SUVs des Model X ab. Das Ziel: Bis Ende Juni insgesamt 50.000 Einheiten beider Modelle zu verkaufen. Und künftig soll auch der Massenmarkt aufgerollt werden. Um die führende Position im Bereich E-Mobilität weiter auszubauen, sollen vom neuen Model 3 ab 2018 500.000 Fahrzeuge pro Jahr produziert werden.

Ansprechpartner
Hanno Ahlrichs
0221.931819-25
ahlrichs@asew.de

 

Nordrhein-Westfalen fördert Forschung zur Netzstabilität

Der Strom kommt, für die meisten selbstverständlich, natürlich aus der Steckdose. Allerdings ist dies doch eine recht vereinfachte Sicht der Dinge. Denn damit das tatsächlich reibungslos funktioniert, ist ein allzeit stabiles Stromnetz erforderlich. Vor allem der zunehmende Anteil dezentraler und volatiler Erzeugung macht diese Aufgabe immer schwieriger.

Eine Möglichkeit besteht in der Bündelung vieler kleinerer Erzeuger. Diese räumlich verteilten Einzelerzeuger werden steuerbar vernetzt und agieren künftig wie ein einzelnes, sogenantes virtuelles Kraftwerk. Um die Möglichkeiten eingehend zu erforschen, haben sich in Nordrhein-Westfalen acht Unternehmen und zwei Forschungsinstitute im Projekt QUIRINUS zusammengefunden. Gemeinsam will man die Wirksamkeit virtueller Kraftwerke zeigen. Das Projekt hat ein Budget von rund sechs Millionen Euro. Sowohl der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) als auch das Land Nordrhein-Westfalen fördern die Projektpartner mit insgesamt rund 2,8 Millionen Euro.

An QUIRINUS sind unter anderem der Schwungrad-Speicherproduzent STORNETIC GmbH, die STAWAG-Tochter INFRAWEST GmbH und die Stadtwerke Düren-Tochter Leitungspartner GmbH beteiligt.

Ansprechpartner
Torsten Brose 
0221.931819-26
brose@asew.de

 

Energiewende: Ja, aber...

Die Deutschen sehen den Ausbau erneuerbarer Energien in der Mehrheit positiv. Wie eine vom Forschungszentrum Zirius der Universität Stuttgart erstellte Studie zeigt, stehen mehr als 70 Prozent regenerative Stromerzeugung positiv und zugleich konventionellen Energieträgern kritisch gegenüber. Dieses Bild weist aber Brüche im Detail auf. Denn höhere Steuern auf fossile Energieträger lehnt gut jeder Zweite, höhere Strompreise zwei Drittel ab.

Andere Steuerungsinstrumente kommen dagegen weitaus besser an. So würden 61 Prozent den Verkauf ineffizienter Haushaltsgeräte verbieten. Dies korreliert mit dem Befund, dass die Akteure der Energiepolitik, sprich EU-Kommission, Bundesregierung, Kommunen und Energieunternehmen, bei den Deutschen weitaus größeres Vertrauen genießen als etwa in Frankreich, Großbritannien und Norwegen. Spitzenreiter sind dabei die deutschen Städte: Nur fünf Prozent der Einwohner hätten „gar kein Vertrauen“ in die Energiepolitik der Kommunen.

Auch beim Thema Klimawandel zeigen sich die Ergebnisse der Studie eher widersprüchlich. Zwar gingen 83 Prozent der Bundesbürger davon aus, dass es den Klimawandel tatsächlich gibt, 60 Prozent seien davon überzeugt, dass er bereits zu spüren sei. Überraschend hoch sei jedoch im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern der Anteil derer, die von der Existenz des Klimawandels nicht überzeugt sind. So stellten in Deutschland 16 Prozent der Einwohner den Klimawandel infrage. In Großbritannien seien es zwölf, in Frankreich sechs und in Norwegen vier Prozent. Ein Grund dafür könne sein, dass drei von vier Deutschen den Klimawandel in der Wissenschaft für umstritten halten. So seien nur 24 Prozent der Meinung, dass bei der überwiegenden Mehrheit der Klimaforscher Einigkeit über den menschengemachten Klimawandel bestehe, obwohl sich tatsächlich 97 Prozent der Klimaforscher darüber einig seien.

Wie der wissenschaftliche Direktor des an der Studie beteiligten Potsdamer Institut für Nachhaltigkeitsstudien (IASS), Ortwin Renn, betont, habe es die Forscher überrascht, dass so viele Deutsche den menschengemachten Klimawandel bezweifeln. „Das ist ein alarmierendes Zeichen.“ In Zeiten, in denen rechtspopulistische Bewegungen Zulauf erhalten, müsse die Wissenschaft deshalb ihre Erkenntnisse besser vermitteln und nachvollziehbarer erklären.

Ansprechpartner
Torsten Brose
0221.931819-26
brose@asew.de

 

Windkraft: Erste Ausschreibungsrunde gestartet

Die BNetzA hat die erste Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land eröffnet. Investoren können Gebote bis zum 2. Mai 2017 abgeben. Das Höchstgebot beträgt 7 Cent je Kilowattstunde. Abzugeben ist der Wert für einen Referenzstandort unter Annahme optimaler Bedingungen. Die Gebote, in denen die niedrigste Förderhöhe angeboten wird, erhalten den Zuschlag, bis das Volumen der Ausschreibungsrunde erreicht ist. Für diese Runde sind es 800 Megawatt.

Es gilt grundsätzlich das Gebotspreisverfahren, so dass der Zuschlagswert dem jeweils angebotenen Preis entspricht. Gebote für Anlagen aus einem Netzausbaugebiet können nur bis zur Grenze von 258 Megawatt  berücksichtigt werden. Wie BNetzA-Präsident Jochen Homann sagte, würden mit den Ausschreibungsverfahren für Onshore-Windenergie nach der Photovoltaik nunmehr auch Zahlungen für die ausbaustärkste Technologie wettbewerblich ermittelt. „Damit fallen beide Hauptsäulen der erneuerbaren Energien zu ganz wesentlichen Teilen unter die Ausschreibungen.“

Die deutsche Windkraftleistung kann sich durchaus sehen lassen. Im europäischen Vergleich ist hier die meiste Windleistung installiert (32,5 Prozent) und 2016 wurde der größte Anteil zugebaut (44 Prozent). Ende 2016 lieferten insgesamt 28.217 Windkraftanlagen 12,3 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms. Der Wind leistete mit fast 80 Terawattstunden insgesamt den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und hätte damit 22,8 Millionen deutsche Haushalte mit Strom versorgen können. Gemeinsam wurden an Land und auf See im vergangenen Jahr 1.780 Windräder mit einer Leistung von 5.443 Megawatt an das deutsche Stromnetz angeschlossen; damit ist die 50.000 Megawatt-Schwelle überschritten. 

Ansprechpartner
Christian Esseling
0221.931819-31
esseling@asew.de

 

PV-Lösungen: Markt nimmt wieder Fahrt auf

Die Aussichten im PV-Markt bessern sich zusehends. Das Jahr 2017 ist in dieser Hinsicht sehr vielversprechend gestartet. Allein in den ersten beiden Monaten wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 240 Megawattpeak realisiert. Die Anbieter technischer Ausrüstung verweisen zudem darauf, dass die eigenen Lagerbestände aufgrund guter Auftragseingänge aktuell erheblich schrumpfen.

Vielen Energieversorgern fehlt indes aktuell der passende vertriebliche Aufhänger, um Kunden entsprechende Angebote schmackhaft zu machen. Das rechnen sich PV-Lösungen für Endkunden iinsbesondere in Form eines nach Eigenverbrauch optimierten Modells nach wie vor. Die ASEW unterstützt Stadtwerke seit letztem Jahr mit einer modularisierten White Label-Lösung. Diese wird nun um interessante Andockpunkte für weitere Folgedienstleistungen erweitert.

Rund um einen eigenen PV-Rechner als Vertriebsinstrument ermöglicht das PV-Paket der ASEW künftig auch die Nachrüstung von PV-Bestandsanlagen durch Solarstromspeicher, die Einbindung von Wärmepumpen als konstante Verbraucher zur Erhöhung des Eigenverbrauchs sowie die Einbeziehung der Ladeinfrastruktur von E-Mobilitätsangeboten. 

Darüber hinaus erarbeitet die ASEW aktuell auch ein Peer-to-Peer-Modell, das etwa Flatrateangebote für Endkunden ermöglicht. Wer bereits Nutzer der ASEW-PV-Lösung ist, hat bei einer exklusiven Veranstaltung in Tübingen am 25. April 2017 die Gelegenheit, mehr zu den Möglichkeiten der erweiterten PV-Lösung zu erfahren.

Ansprechpartner
Samy Gasmi 
0221.931819-13
gasmi@asew.de

Mieterstrom: Zukünftig noch attraktiver

Die Bundesregierung hat mit dem Referentenentwurf für ein Mieterstromgesetz eine wichtige Positionierung vorgenommen: Mieterstrommodelle, die sich auf die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen stützen, werden künftig besonders gefördert. Die Mieterstromverordnung gemäß § 95 Nr. 2 EEG 2017 wird jedoch nicht kommen. PV-Mieterstrom kann demnach, ähnlich der Kraft-Wärme-Kopplung, mit einer direkten Förderung rechnen. Zur Begründung führt das verantwortliche Bundeswirtschaftsministerium unter anderem beihilferechtliche Bedenken an.

Die Förderhöhe bemisst sich aus der geltenden Einspeisevergütung minus 8,5 Cent. Das bedeutet auf der Basis der aktuell geltenden Einspeisevergütung im Leistungssegment zwischen 10 und 100 Kilowattpeak eine Mieterstromvergütung zwischen 3,81 und 2,21 Cent je Kilowattstunde. Damit hat die Bundesregierung eine für die Wirtschaftlichkeit durchaus attraktive Fördervariante gewählt. Zwar fällt für PV-Mieterstrom damit weiterhin die gesamte EEG-Umlage an, da für den im Objekt verbrauchten Strom jedoch weiterhin weder Stromsteuer, und Konzessionsabgabe, noch Netzentgelte anfallen, macht die künftige Mieterstromförderung entsprechende Projekte deutlich wirtschaftlicher – insbesondere natürlich dort, wo entsprechend hohe Netzentgelte anfallen.

Die ASEW bietet eine große Bandbreite an Unterstützung für die Implementierung eines Mieterstromangebotes bei kommunalen Energieversorgern. In der Projektgemeinschaft Mieterstrom wurden Grundlagen für ein individuell anpassbares Mieterstromangebot gelegt. Die hier erarbeiteten Mustervertragsunterlagen und Umsetzungshilfen überlassen wir interessierten Stadtwerken im Rahmen eines Workshops vor Ort. Die Projektgemeinschaft setzt ihre Arbeit fort und erarbeitet aktuell ein Angebot, das unter anderem PV-basierte Mieterstrommodelle unter Einbindung von intelligenten Messsystemen ermöglicht.

Ansprechpartner
Sarah Scholz
0221.931819-28
scholz@asew.de 

Contracting: Stark steigende Vertragszahl

Die Zahl der Contracting-Verträge in Deutschland wird in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter ansteigen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Trendresearch GmbH. Bedingt durch die Energiewende seien im Contracting-Markt zwei wesentliche Entwicklungen zu beobachten: die Ausweitung des Contracting-Modells auf neue Bereiche sowie zunehmend digitale Dienstleistungen. Ein Szenario geht bis 2025 von gut 140.000 Contracting-Verträgen aus. Aktuell gibt es etwa 120.000 Contractingverträge am Markt.

Die ASEW unterstützt sowohl bei der Analyse von bestehenden EDL-Portfolios wie bei der gezielten Erweiterung des EDL-Angebots um attraktive Lösungen für Stadtwerke. Unsere Workshops bringen dabei die entscheidenden Ebenen an einem Tisch zusammen. Hier erarbeiten wir gemeinsam Anforderungen. Unsere White-Label-Lösungen ermöglichen einen unkomplizierten Einstieg bzw. die effiziente Erweiterung des bestehenden Portfolios um neue Angebote.

Ansprechpartner
Christoph Landeck
0221.931819-14
landeck@asew.de

Nächste ASEW-Veranstaltungen

27. April 2017, Berlin:
ASEW-Seminar „Energierecht“ >>

04. Mai 2017, Hamburg:
ASEW-Seminar „EDL für die Wohnungswirtschaft“ >>

11. und 12. Mai 2017, Wolfsburg:
ASEW-Seminar „Geschäftsfeld E-Mobilität“ >>

17. und 18. Mai 2017, Würzburg:
ASEW-Seminar „Steigende EEG-Umlage: Was nun?“ >>

23. und 24. Mai 2017, Würzburg:
ASEW-Seminar „Energiedienstleistungen im Fokus“ >>

24. Mai 2017, Tübingen:
Infotag „PV-Lösungen für Stadtwerke“ >>

 

Partnerveranstaltungen

27. Symposium Thermische Solarenergie
10. bis 12. Mai 2017, Bad Staffelstein >>

 

Inhouse-Seminare

Die Inhouse-Schulungen der ASEW sind eine gute Form, möglichst kostengünstig und flexibel viele Mitarbeiter zu schulen. Denn die Schulungen werden auf je spezifische Bedürfnisse und Wünsche zugeschnitten.

Ihnen schwebt beispielsweise ein konkretes Thema vor oder Sie möchten Ihren Vertrieb oder Ihre Mitarbeiter aus dem Kundenzentrum zu wichtigen Themen fit machen? Dann sprechen Sie uns an. Wir stimmen mit Ihnen die Inhalte ab, suchen die passenden Referenten und begeben uns gemeinsam mit Ihnen auf die Suche nach weiteren Stadtwerken in Ihrer Region. Somit sparen Sie nicht nur Zeit und Geld – sie schaffen es auf effiziente Weise, Ihre Mitarbeiter weiterzubilden.

 

Ansprechpartnerin
Sabrina Pieruschka 
0221.931819-17
veranstaltungen@asew.de

Nächste ASEW-Arbeitskreise

31. Mai und 01. Juni 2017, Essen: 
Treffen aller Arbeitskreise im Rahmen von ASEW im Dialog 2017 >> 

Die Arbeitskreise der ASEW stehen allen ASEW-Mitgliedsunternehmen kostenfrei zur Verfügung. Sie sind herzlich eingeladen, an unseren Sitzungen teilzunehmen.

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

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