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Stromsperren: Rückläufig, aber sozial ungerecht

Stromsperren sind ein eher unerfreulicher Teil der (deutschen) Energiewirtschaft. Wie aus dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht, drohten Energieversorger 2016 immerhin etwa 6,6 Millionen Mal eine Sperre an, wovon etwa 1,2 Millionen dann in eine Sperrbeauftragung mündeten; tatsächlich wurden rund 328.000 Sperrungen durchgeführt, 31.000 weniger als 2015. Wen treffen diese Sperren aber tatsächlich? Dieser Frage sind das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Deutsche Caritasverband nachgegangen.

Im Schnitt, dass ist ein erstes zentrales Ergebnis, erfolgt eine erste Sperrandrohung bei Auständen von 119 Euro. Dabei besteht ein signifikant höheres Sperrrisiko, in der Androhung wie auch hinsichtlich einer tatsächlichen Sperre, wenn die betreffenden Haushalte sogenannte Grundsicherungsleistungen, sprich Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe, beziehen. Ein zusätzlicher Risikofaktor: Kinder. Je größer die Kinderanzahl, desto höher das Risiko von Sperren betroffen zu sein. Wenig verwunderlich auch, dass bei bestehenden Schulden das Risiko einer Stromsperre deutlich steigt. Am stärksten betroffen sind Alleinstehende und Menschen ohne Schulabschluss.

Die Caritas zieht aus den Ergebnissen zwei Schlussfolgerungen: Im Bereich der Grundsicherung müsse es deutliche Verbesserungen geben. So zeige eine Berechnung des Vergleichsportals Check24, dass die Stromkosten für einen Haushalt mit 2.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch im Schnitt 158 Euro über dem Regelsatz für Energie liegen. Zudem brauchen Menschen mit geringem Bildungsniveau mehr Hilfe, weil sie in der Gemengelage aus Schulden und nötiger Kommunikation mit den Behörden überfordert seien. Richtige Anlaufstelle sei hier eine Sozial- und Schuldnerberatung, die auch zwischen Stromversorger, Behörden und Betroffenem vermitteln kann.

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