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20 Strompreiszonen in Deutschland?

Aktuell gibt es in Deutschland einen Großhandelspreis für Strom. Doch diese Einheit besteht vielleicht nicht mehr lange. Agora Energiewende fordert die Aufspaltung Deutschlands in mehrere Preiszonen. Der Hintergrund: Das aktuelle System geht davon aus, dass der Strommarkt am effizientesten ist, wenn Angebot und Nachfrage in einem möglichst großen Raum bilanziert werden. Dabei werden Störungen etwa durch das nicht ideal aufgebaute Netz, das nur begrenzte Kapazitäten für die Übertragung von Nord nach Süd aufweist, ausgeblendet.

Der aktuelle Netzentwicklungsplan sieht denn auch bis 2030 neue Leitungstrassen mit einer Länge von 3.800 Kilometern vor; weitere 7.600 bis 8.500 Kilometer Leitungen sollen zudem verstärkt oder modernisiert werden. Die Übertragungsnetzbetreiber kalkulieren mit Kosten von bis zu 50 Milliarden Euro für den Ausbau. Festhalten lässt sich in jedem Fall, dass die Energiewende einen erheblichen Mehrbedarf an Redispatch zur Folge hatte. Die Kosten hierfür, allein 2015 mehr als 400 Millionen Euro, haben sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.

Agora Energiewende schlägt deshalb nicht weniger vor, als das geltende System komplett auf den Kopf zu stellen. Das Stromsystem in Deutschland, über die Jahre gewachsen, sei „hochgradig willkürlich und chaotisch“. Es sei weder volkswirtschaftlich effizient noch der Bevölkerung zuzumuten, dem bisherigen Leitprinzip des Stromnetzes weiterhin zu folgen. Der Ausweg: Eine „klare Struktur“ mit drei Ebenen: Eigenverbrauch, regional und bundesweit.

Eigenverbraucher sollen nach den Vorstellungen künftig weder Mehrwertsteuer noch Konzessionsabgabe zahlen. Außerdem sollen 20 bis 40 „Stromregionen“ innerhalb Deutschlands entstehen, in denen „smarte Regionalmärkte“ den Strom handeln. Ein bundesweiter Handel mit Strom findet erst auf der dritten Ebene statt.

Skandinavien arbeitet  bereits mit einem ähnlichen System: Der Strommarkt Nord Pool erstreckt sich über sieben Länder. Norwegen verfügt darin etwa über fünf, Schweden über vier und Dänemark über zwei unterschiedliche Preiszonen.

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