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Energiewende: Deutschland hinkt hinterher

Deutschland könnte das EU-Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch deutlich verfehlen. 2020 soll der Anteil laut EU-Richtlinie bei 18 Prozent liegen. Wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) in einer Studie errechnet hat, dürfte der Anteil unter derzeitigen Bedingungen in den kommenden drei Jahren aber nur auf 16 Prozent klettern. Dabei geht es nicht nur um den Ökostrom-Anteil beim Stromverbrauch, sondern auch um den Wärme- und Verkehrssektor.

Noch im April hatte der BEE einen Anteil von 16,7 Prozent für 2020 vorhergesagt. Als Grund für die Änderung gibt der Verband einen Anstieg des Energieverbrauchs im Wärme- und Verkehrsbereich an. Die aktuelle Prognose geht unter anderem davon aus, dass sich der Trend zu steigendem Kraftstoff-Verbrauch im Verkehr bis 2020 fortsetzt. Der Verband bezeichnet seine Rechnung selbst als „konservativ“. Das 18-Prozent-Ziel werde in „noch weitere Ferne rücken, wenn sich der Verbrauchsanstieg im Wärme-, Verkehrs- und Stromsektor ungemindert fortsetzt“.

Unterdessen warnt auch das Bundesumweltministerium davor, dass Deutschland seine Klimaschutzziele weit verfehlen werde. In einem internen Ministeriumspapier heißt es, ohne Sofortmaßnahmen werde statt des Ziels einer Emissionsreduktion von 40 Prozent bis 2020 bestenfalls ein Minus von 32,5 Prozent, schlimmstenfalls gar nur ein Minus von 31,7 Prozent erreicht. Auch wenn diese Zahlen von den Autoren des Papiers als „hochgradig überschlägig und mit großen Unsicherheiten behaftet“ bezeichnet werden, ließen sie zumindest die Gefahr einer „deutlich größeren Klimaschutzlücke“ im Jahr 2020 plausibel erscheinen. „Eine Zielverfehlung in einer solchen Größenordnung wäre für die Klimaschutzpolitik Deutschlands ein erheblicher Rückschlag“ und auch in Bezug auf das internationale Ansehen Deutschlands als Klimaschutzvorreiter „verheerend“.

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