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Rezension: Planet Planlos

Hurrikane, Regen am Polarkreis und Überschwemmungen in den Einzugszonen der großen Flüsse – der Klimawandel ist anschaulich bereits heute zu sehen. Doch bleibt bei der hochwissenschaftlichen Diskussion und den vielen Aussagen überzeugter Klimawandel-Skeptiker und Leugner oftmals das Verständnis für die komplexen Klimazusammenhänge auf der Strecke. Hier sorgt jetzt das Autorenduo Stefan Bonner und Anne Weiss für Abhilfe: In ihrem neuen Werk „Planet Planlos: Sind wir zu doof, die Welt zu retten?“ (Knaur Verlag, 272 Seiten, € 16,99) nehmen die beiden den Klimawandel in den Fokus und zeigen, wie wir so weit kommen konnten, wie schlimm die Situation wirklich ist und was wir jetzt tun müssen.

Die Autoren, Jahrgang 1975 und 1974, zeigen, wie die momentan tonangebende Generation, geprägt von Mondlandung und Mauerfall, technikaffin und technikgläubig, es einmal besser haben sollte als sämtliche Vorgängergenerationen. Aufgewachsen in den 80er und 90er Jahren waren Waldsterben, Greenpeace, die Grünen und der Kampf gegen Luftverschmutzung und Ozonloch prägende Erlebnisse während des Heranwachsens. Mit einer optimistischen Zukunftsvision á la Star Trek dünkte nichts unmöglich.

Doch dem Klimawandel steht die Welt wenig geschlossen, voller lautstarker Skeptiker, die vor allem online Meinungsführerschaft für sich reklamieren sowie nicht zuletzt einem US-Präsidenten und Hunderten US-Politikern, für die der menschengemachte Klimawandel nichts als unbewiesene Theorie, für manch einen gar chinesische Verschwörung ist, um die US-Wirtschaft in Ketten zu legen, gegenüber.

Was bedeutet der Klimawandel für diese Generation? Wie wird er die Welt formen? An welcher Stelle ist die Entwicklung der Welt in eine falsche Richtung gelaufen? Und vor allem: Gibt es überhaupt noch einen Ausweg aus der globalen Erwärmung oder müssen wir das Beste aus dem machen, was nun einmal unausweichlich auf uns alle zukommt? Auf diese Fragen gibt „Planet Planlos“ verständlich und unterhaltsam Antworten.

Durchaus bedenklich stimmt etwa der Einstieg: Dass die Doomsday Clock, einst eingeführt, um die Gefahr eines drohenden nuklearen Schlagabtauschs zwischen der USA und ihrem Gegenpart UdSSR einfach darzustellen, Anfang diesen Jahres gleich auf zweieinhalb Minuten vor Mitternacht vorgestellt wird. Näher brachten nur die ausufernden Atomtests der 50er Jahre die Welt an den Rand des Untergangs. Doch diesmal sind es nicht A-, H- oder Neutronenbomben, sondern der voranschreitende Klimawandel, der dieses Vorstellen der Uhr bewirkt hat. Oder der Bericht aus Longyearbyen, der nördlichsten Stadt Europas. Im Winter 2016 erlebten die Bewohner dank einer außergewöhnlich milden Luftströmung Niederschlag in Form von Regen. Regen, wo es ansonsten bei Temperaturen im zweistelligen Bereich unter Null heftig schneit! Unweit, dies eine kleine Fußnote, befindet sich der Svalbard Global Seed Vault, so etwas wie eine Absicherung der Menschheit für den Fall der Fälle, um mit dem hier vorgehaltenen Saatgut notfalls die Welt erneut erblühen zu lassen. Wegen Hitze im Oktober 2016 lief ein Zugangstunnel des Komplexes mit Wasser voll!

Man mag sich streiten, ob allzu lässige oder auch einmal überaus blumige Formulierungen unbedingt nötig gewesen wären. Das tut jedoch dem dichten Informationsgehalt des Buches, seiner extrem genehmen Lesbarkeit und den gut aufbereiteten Fakten keinen Abriss. Die Kosten für das Werk sind in jedem Fall gut angelegt. Fazit: Empfehlenswert!

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