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E-Mobilität I: Deutsche Autobauer steuern um

Dieselaffäre und Angreifer wie Tesla zeitigen Folgen auch für die deutschen Autobauer. Diese machen die diesjährige Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) laut Handelsbaltt zu einem „Festival deutscher Ingenieurskunst“. Wie zu erwarten dominiert zwar weiterhin der Verbrennungsmotor die Leitmesse der Automobilbranche, dennoch überschatten Ankündigungen für eine E-Mobilitätsoffensive aller namhaften deutschen Hersteller dieses Faktum. 

So ist sich der IAA-Veranstalter Verband der Automobilindustrie (VdA) recht sicher, dass sich die Zahl der Modelle mit alternativen Antrieben, lies E-Mobilitätslösungen, bis 2020 auf über 100 mehr als verdreifachen werde. Die Autoindustrie wolle, um dies umzusetzen, insgesamt 40 Milliarden Euro investieren. So verspricht etwa BMW, mit neun E-Modellen bereits heute deutscher Marktführer, innerhalb der kommenden acht Jahre insgesamt 25 E-Modelle – immerhin 12 auch rein elektrisch. VW kündigte gar Investitionen von mehr als 20 Milliarden Euro an, die unmittelbar in eine Modellpalette von 80 neuen Elektrofahrzeugen, 50 E-Modelle, 30 Plug-in-Hybride, binnen derselben Zeit münden sollen.

Allein für das Herzstück dieser Flotte, die Batterien, benötige VW dann eine Batteriekapazität von mehr als 150 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das damit verbundene Auftragsvolumen beziffert man in Wolfsburg auf mehr als 50 Milliarden Euro. Doch stellt auch diese Summe letztlich nur eine Übergangsphase dar, denn VW beeitet sich bereits jetzt auf die nächste Speichergeneration, die Feststoffbatterie, vor.

Trotz der beeindruckenden Ankündigungen sind die deutschen Autokonzerne hier weniger Treiber als Getriebene. Bei jeder entsprechenden Äußerung denkt das Publikum an die beiden stilisierten, nach oben offenen Flügeltüren, die gemeinsam mit einem Mittelholm ein T für Tesla bilden. Die Firma und ihr Kopf Elon Musk glänzen in Frankfurt übrigens durch Abwesenheit. Musk lässt sich eine gewisse Eitelkeit kaum absprechen – und, mit den Worten von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart, „eine deutsche E-Revolution ist das Letzte, was der mit hohen Defiziten arbeitende Tesla-Konzern brauchen kann.“

Unterdessen geht Bloomberg New Energy Finance davon aus, dass 2040 weltweit mehr Elektrofahrzeuge verkauft werden als Autos mit Verbrennungsmotor. Nach den Progonosen sollen dann 54 Prozent der Neuzulassungen auf elektromobile Fahrzeuge entfallen. Damit würde dann ein Drittel aller Fahrzeuge weltweit elektrisch angetrieben. 2016 ging Bloomberg noch von einer E-Mobilitäts-Quote von 35 Prozent bei den Neuzulassungen aus. Vor allem sinkende Kosten für Akkus haben zur Anhebung der Prognose geführt. Zwar gab es 2016 mit 700.000 E-Autos einen Absatzrekord, aber einen wirklichen Boom prognostiziert Bloomberg für die Mitte des kommenden Jahrzehnts. Dann sollen die Betriebskosten von Elektrofahrzeugen über ihre Laufzeit günstiger sein als bei Autos mit Verbrennungsmotor.

Auch die Bundesregierung bekräftigt, weiterhin am Ziel von 1 Million Elektrofahrzeugen auf deutschen Straßen bis 2020 festzuhalten. Entgegen anderslautender Äußerungen der Bundeskanzlerin halte die Bundesregierung, so die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen, „an dem Kernanliegen des 2020-Ziels fest und will möglichst viele Elektroautos auf die Straße bringen“. Bislang sind in Deutschland knapp 40.000 reine Elektrofahrzeuge unterwegs. Trotz dieser deutlich zutage tretenden Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit schränkt die Bundesregierung lediglich ein, dass „Aussagen zu der künftigen Entwicklung von Zulassungszahlen naturgemäß risikobehaftet sind.“ Entscheidend sei weniger die zeitliche „Punktlandung“, sondern eine hohe Dynamik bei den industriellen Umstellungsprozessen und der Markdurchdringung mit Elektromobilen.

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