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ASEW-Newsletter
Ausgabe Nr. 07/2015

ASEW im Dialog: Ertragreiche Sitzung aller ASEW-Arbeitskreise

Die Veranstaltung „ASEW im Dialog: Gemeinsam in die Zukunft“ war ein voller Erfolg. Erstmals tagten alle ASEW-Arbeitskreise gleichzeitig am selben Ort. Über 100 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Austausch zu aktuellen Themen über die Grenzen des eigenen Arbeitskreises und Themengebiets hinweg.

Im Vortrag „Die Zukunft der Energiewirtschaft – Gesellschaftlicher Wandel und technische Entwicklungen“ versuchte Dr. Frank Wolter vom Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel eine Zukunftsprognose: Stadtwerke stehen vor Herausforderungen, aus diesen ergeben sich jedoch Chancen, die es aktiv zu nutzen gilt.

Das sich direkt anschließende World Café stand denn auch unter dem thematischen Schwerpunkt „Stadtwerk der Zukunft“. In Kleingruppen stellten sich die Teilnehmer in offener Form den Fragen, welchen Aufgaben sich Stadtwerke stellen müssen, um die Zukunft des Energiemarkts weiterhin mitzuprägen. Die hier verfolgten Ansätze zur Lösung von verschiedenen Herausforderungen waren teils extrem innovativ. Jeder Teilnehmer nahm zahlreiche Impulse auf, die künftig auch die Arbeit der Arbeitskreise bereichern werden.

 

Ansprechpartner
Anne Zimmermann
0221.931819-24
zimmermann@asew.de

Augsburg: Deutliches Nein für Fusionspläne

Die Augsburger haben entschieden: Es wird keine Fusion zwischen der Energiesparte der Stadtwerke Augsburg GmbH und Erdgas Schwaben geben. Insgesamt 72,2 Prozent der Wähler stimmten gegen die Fusionspläne. Allerdings gingen nur knapp ein Fünftel (21,7 Prozent) der Stimmberechtigten zur Wahlurne, so dass sich bereinigt lediglich 15,7 Prozent der Augsburger gegen, knapp 6 Prozent für die Fusionspläne aussprachen.

Oberbürgermeister Kurt Gribl, der von Beginn an für die Fusion eingetreten ist, räumte früh die Wahlniederlage ein: „Ich bin überrascht und enttäuscht, das ist ganz sicher die heftigste Niederlage meiner Amtszeit.“ Nach Ansicht Gribls werde die Stadtwerke Energie GmbH künftig in einem schwieriger werdenden Markt mehr Probleme haben als mit der Fusion. Er werde aber weiterhin für die Zukunft der Energiesparte der Stadtwerke kämpfen. Der Initiator des Bürgerbegehrens, Bruno Marcon, forderte nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses den Rücktritt von Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer sowie von Grünen-Umweltreferent Reiner Erben, der die Fusion anders als große Teile der Partei befürwortet hatte.

Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer wird die Stadtwerke tatsächlich verlassen und wieder ausschließlich als Geschäftsführer von Erdgas Schwaben arbeiten. Wie die Stadtwerke mitteilten, werde Dietmayer die Stadtwerke „wie vereinbart zum 31. Juli verlassen“. Dietmayer ist seit 2003 Geschäftsführer von Erdgas Schwaben. Im August war er als Vorbereitung auf die Fusion zudem zum Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg ernannt worden. Aufgabe: Die Fusion voranzutreiben. Aus einer Pressemitteilung der Stadtwerke geht hervor, dass von Beginn an vereinbart worden sei, die Funktion als Geschäftsführer bei den Stadtwerken zum 31. Juli zu beenden, sollte es nicht zur Fusion kommen. Dr. Walter Casazza wird die Stadtwerke Augsburg nun als alleiniger Geschäftsführer leiten.

Die mit großem Aufwand betriebene Werbekampagne der Fusionsbefürworter ist damit weitgehend verpufft. Für die Stadtwerke Augsburg ändert sich mit dem Ausgang des Bürgerentscheids erst einmal nichts. Die wirtschaftliche Lage ist gut.

 

www.sw-augsburg.de

Wiesbaden: ESWE mit fast 60 Prozent regenerativem Strom

Die ESWE Versorgungs AG hat in Biedesheim eine zusätzliche Windenergieleistung von drei Megawatt installiert. Wie Jörg Höhler, Technischer Vorstand der ESWE, erklärte, würden damit „jedes Jahr 4.500 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre geblasen.“ Der Anteil an Strom aus Erneuerbarer Energie bei der ESWE liegt damit jetzt bei 58 Prozent.

Zum Bestand der ESWE gehören neben der neuen Anlage bereits sieben Windparks, an denen die ESWE direkt Anteile hält. Hinzu kommt ein vollständig in ESWE-Besitz befindlicher Windpark in Unterfranken. Insgesamt bringen es diese Windparks auf eine Leistung von rund 39,4 Megawatt. Zudem gehören zum ESWE-Portfolio ein Biomasseheizkraftwerk sowie Photovoltaikanlagen. Aktuell sondiert ESWE auch die Nutzung der Tiefen Geothermie.

 

www.eswe.com

Konstanz: Biomethan für die Schweiz

Erstmals werden die Stadtwerke Konstanz GmbH Bioerdgas in die Schweiz liefern: Stadtwerke-Geschäftsführer Kuno Werner und der Stadtpräsident der schweizerischen Gemeinde Steckborn unterzeichneten einen entsprechenden Liefervertrag. Die Stadtwerke Konstanz sind seit 1928 Gas-Grundversorger der Schweizer Gemeinden am Untersee. 2014 erneuerte die Gemeinde Steckborn die Heizung ihres Gemeindehauses. Da Steckborn als Schweizer „Energiegemeinde“ firmiert, muss der Ort den Ausbau der Erneuerbaren Energien fördern. Somit lag die Lösung der Belieferung des Gemeindehauses mit Biomethan auf der Hand.

 

www.stadtwerke.konstanz.de

Wolfhagen: Forschungsprojekt zu Demand Side Management gestartet

Ein Forschungsprojekt der Stadtwerke Wolfhagen GmbH zur Zukunft der Energieversorgung ist auf große Resonanz gestoßen. 173 Haushalte wollen Teil des Projekts sein. Im Juni wurden aus diesen 35 Testhaushalte ausgewählt. Sie erhielten neue Stromzähler und werden im kommenden Jahr mit speziellen Haushaltsgeräten ausgestattet. Ziel des Projekts zum Demand Side Management, das vom Bundesbildungsministerium gefördert wird, ist es, ein intelligentes Energiesystem zu testen. Dabei sollen sich die Haushaltsgeräte automatisch an die Wolfhager Wind- und Solarkraftbedingungen anpassen. Gleichzeitig testen die Stadtwerke ein Stromtarif-Modell, in dem sich mehrmals am Tag der Strompreis ändert – je nachdem, wie die Bedingungen an den Produktionsstätten für Wind- und Solarkraft sind. Das Projekt läuft bis April 2017.

Projektleiter Markus Huntzinger und sein Team wollen nun über ein halbes Jahr Verbrauchsdaten der Testhaushalte sammeln. Viertelstündlich wird der Stromverbrauch ermittelt und erfasst. Diese Daten dienen bei der Auswertung des Forschungsprojektes als Vergleichsbasis. Im ersten Quartal 2016 werden die intelligenten Haushaltsgeräte und die passende Steuerungselektronik installiert. Für die Testhaushalte gelten dann außerdem zeitvariable Tarife: Die Stadtwerke berechnen den Strompreis auf Basis der regenerativen Erzeugung und des Stromverbrauchs in Wolfhagen. In der Simulation kann Strom dann morgens teurer sein als mittags. Die Haushalte können Geld sparen, wenn sie sich daran anpassen. Wie der Projektleiter erklärte, soll dies „mit der Technik, die wir erproben, so komfortabel wie möglich“ realisiert werden.

Mitte 2017 wertet das Projektteam der Stadtwerke die gesamten Daten aus. Dann soll sich zeigen, welche Rückschlüsse auf geändertes Verbrauchsverhalten sich ziehen lassen. Zum Projektende erhoffen sich die Stadtwerke auch Aussagen darüber, ob sich aus Alter oder sozialer Schichtung Rückschlüsse auf das Verbrauchsverhalten ziehen lassen.

 

www.stadtwerke-wolfhagen.de

Baden-Baden: 24 Tonnen weniger CO2 durch Energie-Spar-Check

Die Stadtwerke Baden-Baden helfen mit kostenlosen Energie-Spar-Checks Kunden beim Sparen. Die Bilanz: Mehr als 53.500 Kilowattstunden Strom und damit verbunden über 24 Tonnen weniger CO2-Emissionen in 2014. Energie-Spar-Checks reduzieren nicht nur den CO2-Ausstoß sondern senken auch spürbar die Energiekosten. Mit nur geringen Investitionskosten konnten in einzelnen Haushalten über 150 Euro jährlich eingespart werden. Eine weitere Einsparmöglichkeit von jährlich 30 bis 50 Euro ergab sich durch Änderung des individuellen Nutzerverhaltens. Privathaushalte in Baden-Baden stehen für rund ein Viertel des Energieverbrauchs. Die Bemühungen der Stadtwerke sind Teil des Ziels, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 37 Prozent zu verringern.

 

www.swbad.de

Neuss: Gericht entscheidet gegen RWE-Vertriebstochter

Die Stadtwerke Neuss GmbH haben sich erfolgreich gegen wettbewerbswidriges Verhalten einer RWE-Vertriebstochter gewehrt. Das Landgericht Düsseldorf bestätigte eine bereits im Dezember ergangene einstweilige Verfügung gegen die RWE Vertrieb AG aus Dortmund. Den hiergegen eingelegten Widerspruch erkannte das Gericht nicht an.

In der mündlichen Verhandlung war unter anderem eine Stromkundin der Stadtwerke als Zeugin gehört worden. Sie bestätigte, dass ein für die RWE Vertrieb AG tätiger Vertriebsmitarbeiter unwahre Aussagen gemacht habe. Er habe etwa behauptet, RWE sei der Grundversorger der Stadtwerke Neuss, RWE würde mit den Stadtwerken Neuss zusammenarbeiten und die Stadtwerke Neuss bezögen ihren Strom bei der RWE.

Wie die Stadtwerke mitteilten, seien alle diese Aussagen nachweislich falsch. Das Gericht sei zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugin bestünden. Der RWE Vertrieb AG sei es damit weiterhin untersagt, für den Vertrieb eine Verbindung zu den Stadtwerken zu behaupten.

In Neuss seien in den vergangenen Monaten wiederholt Mitarbeiter im RWE-Auftrag „in der Manier sogenannter Drücker“ von Haustür zu Haustür unterwegs gewesen. Diese Vertriebsmethoden seien wettbewerbsrechtlich unzulässig. Stadtwerke-Geschäftsführer Heinz Runde erklärte, die Stadtwerke fühlten sich in ihrer Rechtsauffassung bestätigt. Man werde nun intensiv beobachten, ob sich das Unternehmen fortan an den richterlichen Erlass halte.

 

www.stadtwerke-neuss.de

Heidelberg: Carsharing-Angebot erweitert

In Heidelberg können Kunden des Carsharing-Anbieters stadtmobil ab sofort auch E-Fahrzeuge nutzen. Das ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen stadtmobil, dem Umweltamt der Stadt Heidelberg und den Stadtwerken Heidelberg GmbH. Die Stadtwerke bieten ab sofort zwei eigens für Elektroautos reservierte Parkplätze an. Die hier eingerichteten Ladesäulen werden mit zertifiziertem Ökostrom betrieben. Wie stadtmobil-Vorstand Claudia Braun betont, sei es dank der Unterstützung durch die Stadt und die Stadtwerke möglich, E-Fahrzeuge in Heidelberg anzubieten.

Laut Katharina Schimek, Leiterin Marketing und Privatkundenvertrieb der Stadtwerke Heidelberg, engagieren sich die Stadtwerke bereits seit Jahren für mehr E-Mobilität. „Wir setzen auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur, denn ein flächendeckendes Angebot an Stromtankstellen ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, damit Elektromobilität eine wichtige Rolle in einer Mobilität der Zukunft übernimmt.“

 

www.swhd.de

Pforzheim: Regional ist das neue Öko

Unter dem Motto „Regional ist das neue Öko“ starteten die Stadtwerke Pforzheim GmbH & Co. KG eine Kampagne, in deren Mittelpunkt Stadtwerke-Kunden stehen. Auf Plakaten und Anzeigen sind lokal bekannte Persönlichkeiten zu sehen, die aus ihrer ganz persönlichen Sicht ein Bekenntnis zur Region und zu den Stadtwerken abgeben. Ziel der Kampagne ist, das Markenprofil der Stadtwerke Pforzheim als regionaler Versorger zu schärfen. So soll bei Kunden die Botschaft ankommen, dass Regionalität im besten Sinne auch Nachhaltigkeit bedeutet.

Wolf-Kersten Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke, betont, dass hinter den Begriffen regional, nachhaltig und umweltbewusst in Pforzheim eine gelebte Unternehmenspolitik stehe. „Wir haben kein regionales Etikett auf ein beliebiges Energieprodukt geklebt, sondern stehen mit unseren Energieprodukten, mit der Pforzheimer Strom- und Wärmeproduktion und mit unseren Unternehmensaktivitäten immer auch für Klima- und Umweltschutz.“

 

www.stadtwerke-pforzheim.de

Steag: Weitere Stadtwerke an Windpark Ullersdorf beteiligt

Der Windpark Ullersdorf bekommt neue Gesellschafter: Die Stadtwerke Solingen GmbH, die Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH sowie die Wirtschaftsbetriebe Meerbusch übernehmen fast ein Viertel der Anteile. Erst im Januar hatte Steag New Energies knapp 20 Prozent der Windparkanteile im brandenburgischen Ullersdorf verkauft. Nun folgen die Stadtwerke Solingen mit 11,4 Prozent, die Stadtwerke Neuss mit 8,6 Prozent und die Wirtschaftsbetriebe Meerbusch mit 4,9 Prozent. Hauptanteilseigner bleibt weiterhin die Steag mit 54,06 Prozent. Der Windpark mit einer Leistung von 43 Megawatt ist seit November 2014 in Betrieb. 18 Windanlagen sollen dort voraussichtlich 116.000 Megawattstunden Strom liefern. Steag plant zudem ein Gemeinschaftsunternehmen, das ähnliche Projekte wie den Windpark Ullersdorf entwickeln, errichten und betreiben soll.

 

www.stadtwerke-solingen.de
www.stadtwerke-neuss.de 
www.wbm-meerbusch.de 
www.steag.de 

BMWi veröffentlicht Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat das Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“ veröffentlicht. Das BMWi positioniert sich darin klar hinsichtlich der Weiterentwicklung des Strommarktes zum Strommarkt 2.0. Der Einführung eines Kapazitätsmarktes wird erneut eine Absage erteilt. Im Strommarkt 2.0 refinanzierten sich die benötigten Kapazitäten über bestehende Marktmechanismen. Laut Staatssekretär Rainer Baake habe sich das BMWi für den Strommarkt 2.0 entschieden, damit Deutschlands Stromversorgung verlässlich und kostengünstig bleibe. Der Strommarkt 2.0 gewährleiste Versorgungssicherheit, sei kostengünstiger als ein Kapazitätsmarkt, schaffe Anreize für Innovationen und ermögliche die Integration hoher Anteile erneuerbarer Energien. Außerdem füge er sich ein in den europäischen Binnenmarkt.

Neben der grundsätzlichen Festlegung auf ein Strommarktdesign umfassen die Vorschläge des Weißbuchs

  • die Festschreibung des Grundsatzes freier Preisbildung beim Stromhandel im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG),
  • die Einführung einer Kapazitätsreserve, die als „zusätzliche Absicherung“ dienen soll – anders als ein Kapazitätsmarkt umfasse diese Kraftwerke, „die nicht am Strommarkt teilnehmen –,
  • eine Weiterentwicklung der Regelleistungsmärkte, die künftig mehr Anbietern Zugang gewähren sollen,
  • eine verbesserte Integration der Kraft-Wärme-Kopplung in den Strommarkt; dabei wird das Ziel von 25 Prozent der gesamten Stromerzeugung bis 2020 auf 25 Prozent der thermischen Stromerzeugung geändert.

Das Weißbuch ist Ergebnis der Diskussionen und Anhörungen rund um das Ende 2014 erschienene Grünbuch. Trotzdem stießen die Festlegungen auf ein gemischtes Echo. ASEW-Geschäftsführerin Daniela Wallikewitz betonte, die Festlegungen des Weißbuchs stärkten das freie Spiel der Kräfte im Energiemarkt. „Die Einführung der Kapazitätsreserve in der angedachten Form ist ein deutliches Zeichen, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien fortschreiten soll – und weiter fortschreiten wird.“ Der VKU bemängelt in einem Schreiben an seine Mitglieder, das Weißbuch sei bisher in zahlreichen Punkten noch sehr vage gehalten und bedürfe einer weiteren Konkretisierung. Aus Sicht des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), löst die Weiterentwicklung eines Energy-Only-Marktes 2.0 die wesentlichen Probleme der Energiewirtschaft nicht. Stattdessen würde eine wirtschaftliche Perspektive etwa für moderne, effiziente Gaskraftwerke benötigt. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) begrüßte indes die klare Absage an allgemeine Kapazitätsmarktlösungen. Die Zukunft liege in einem „wettbewerblichen, freien und europäisch ausgerichteten Strommarkt“. Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) nennt Kapazitätsmärkte „vollkommen überflüssig“. Der Digitalverband Bitkom begrüßte das Weißbuch als Weichensteller für das Energiesystem der Zukunft. Die intelligente Vernetzung von Erzeugern, erneuerbaren Energien, den großen Energiekonzernen und den Verbrauchern werde künftig eine effiziente Energieversorgung garantieren.

Erst zwei Tage vor der Veröffentlichung des Weißbuchs hatte der Koalitionsgipfel zwischen den Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD weitreichende energiepolitische Beschlüsse gefasst, die ebenfalls Aufnahme in das Weißbuch fanden. Die Pläne für eine Klimaabgabe auf ältere Kohlekraftwerke wurden dabei begraben. Stattdessen soll die im Weißbuch skizzierte Kapazitätsreserve in Form von Braunkohlekraftwerken – 2,7 Gigawatt oder 13 Prozent der installierten Braunkohleleistung – realisiert werden. Diese sollen nach vier Jahren vollständig vom Netz gehen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks geht davon aus, dass das Ende der Kohleverstromung in Deutschland insgesamt dadurch nur leicht verzögert wird und bis 2040 oder spätestens 2045 eintritt. Der ZEIT sagte die Bundesministerin, vor diesem Hintergrund sei es unwahrscheinlich, dass bestehende Pläne für neue Braunkohletagebaue noch umgesetzt würden. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müsse Deutschland seinen Strom „praktisch vollständig“ aus erneuerbaren Energien beziehen. Allerdings sollten soziale Verwerfungen bei diesem „unvermeidlichen Strukturwandel“ vermieden werden.

Das komplette Weißbuch finden Sie hier.

 

www.bmwi.de

KWK-Förderung soll grundlegend umgebaut werden

Das Bundeswirtschaftsministerium will die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung offenbar grundlegend umgestalten. Das geht aus dem Referentenentwurf für ein neues Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-G) hervor. Der Entwurf gestaltet die Vorgaben aus, die das Anfang des Monats erschienene Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“ definiert hat.

Die im Entwurf deutlich werdende neue Struktur der KWK-Nutzung soll die Dekarbonisierung der Kraft-Wärme-Kopplung voranbringen. Kohle-KWK wird grundsätzlich nicht mehr gefördert. Das KWK-Ausbauziel – bislang 25 Prozent der gesamten Stromerzeugung – wird künftig auf 25 Prozent der thermischen Erzeugung reduziert. Dies gewährleiste die „Passfähigkeit der KWK sowohl zur Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als auch der Erzeugung der übrigen konventionellen Anlagen.“ Die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, aktuell knapp 600 Millionen Euro pro Jahr, soll auf maximal 1,5 Milliarden Euro erhöht werden.

Betreiber von KWK-Anlagen mit mehr als 100 Kilowatt Leistung sollen zudem besser in den Strommarkt integriert werden. Sie sollen künftig zur Direktvermarktung verpflichtet werden. Betreiber kleiner Anlagen haben die Wahl: Eigenverbrauch, Direktvermarktung oder kaufmännische Vermarktung über den Netzbetreiber. Im letzten Fall gilt der Durchschnittspreis für Grundlaststrom an der EEX.

Aus dem Referentenentwurf sind auch neue KWK-Zuschläge zu entnehmen – diese wurden erheblich angehoben. Sie liegen bei 8 (bisher: 5,41) für Anlagen ab 50 Kilowatt Leistung, fünf (bisher: vier) bis 250 Kilowatt, 4,4 (bisher: 2,4) bis zwei Megawatt und für alle größer dimensionierten Anlagen bei 3,1 (bisher: 1,8) Cent je Kilowattstunde.

Ähnlich wie Kohle-KWK soll auch KWK-Eigenerzeugung grundsätzlich nicht mehr gefördert werden: „Eigenstromerzeugung wird nur noch in Bereichen gewährt, in denen die Anlagen ohne Förderung nicht wirtschaftlich betrieben werden können und in denen deshalb Investitionen in hocheffiziente KWK-Anlagen unterbleiben würden.“ Ausnahmen gibt es nur für Kleinanlagen bis 50 Kilowatt Leistung.

Die Erhöhung der KWK-Förderung wird auch Auswirkungen auf die Umlagenhöhe haben. Diese wird sich den Berechnungen zufolge von aktuell 0,254 Cent je Kilowattstunde mindestens verdoppeln.

 

www.bmwi.de

EU-Parlament stimmt Reform des CO2-Handelssystems zu

Das EU-Parlament hat eine Reform des CO2-Handels beschlossen. Die Abgeordneten billigten einen mit der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten ausgehandelten Kompromiss. Damit können nun 900 Millionen zurückgehaltene CO2-Zertifikate in eine Marktstabilitätsreserve überführt werden. Ursprünglich sollten diese 2019 wieder in das CO2-Handelssystem (ETS) eingespeist werden. Die endgültige Entscheidung trifft hier im September der EU-Umweltministerrat. Mit der Reserve soll zudem ein Teil der zwei Milliarden überschüssigen Emissionszertifikate wenigstens partiell aus dem Markt genommen werden. Die Reform des ETS soll ab 2019 greifen, Deutschland und einige andere Staaten hatten auf 2017 gedrungen, konnten sich damit aber nicht durchsetzen. Während die Branche der energieintensiven Industrien eine falsche Weichenstellung ausmachte, sprachen die Grünen von einer guten Nachricht.

 

www.europarl.europa.eu/portal/de 

EU-Kommission legt Sommerpaket „Energie“ vor

Die Europäische Kommission hat ein Sommerpaket „Energie“ vorgelegt, das verschiedene energiepolitische Vorschläge bündelt. Diese betreffen

  • Regelungen zu den Energiemärkten, vor allem zum Marktdesign und zu Endkundenmärkten
  • einen Vorschlag zur Novelle der Rahmenrichtlinie zur Energieverbrauchskennzeichnung
  • sowie einen Vorschlag für die weitere Reform des Emissionshandels für die Zeit bis 2030.

Die Vorschläge sind eingebettet in die EU-Strategie für die Energieunion. Laut dem für die Energieunion zuständigen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Maroš Šefčovič, sei das „Sommerpaket Ausdruck unserer Entschlossenheit, die CO2-Emissionen unserer Wirtschaft zu senken und den Verbrauchern eine zentrale Rolle bei der Umgestaltung des europäischen Energiesystems zuzuweisen.“ Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie, erklärte, die Botschaft an die Welt laute, dass die EU ihren internationalen Verpflichtungen nachkomme. „Mit diesen Vorschlägen wird Europa erneut den Weg weisen und bei dem globalen Übergang zu einer kohlenstoffemissionsarmen Gesellschaft die Führung übernehmen.“

Konkret betreffen die Kommissionsvorschläge eine Umgestaltung des europäischen Emissionshandelssystems. So soll sich die Gesamtmenge an Zertifikaten ab 2021 um jährlich 2,2 Prozent verringern, die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten soll auf die Sektoren begrenzt werden, in denen das Risiko einer Produktionsverlagerung in Länder außerhalb der EU am höchsten ist.

Hinsichtlich der Energieeffizienzkennzeichnung schlägt die Kommission eine Rückkehr zur bewährten einheitlichen Kennzeichnungsskala „A-G“ vor. Zudem soll eine elektronische Datenbank für neue energieeffiziente Produkte mehr Transparenz schaffen und den nationalen Behörden die Marktüberwachung erleichtern.

Insgesamt müssten bei allen Erwägungen die Bürger im Mittelpunkt stehen. Deshalb sollen Verbraucher bessere Informationen und Möglichkeiten erhalten, um Energie und Geld zu sparen. Auch sollen sie mehr Optionen für ihre Beteiligung an den Energiemärkten erhalten. Ziel ist dabei, dass Verbraucher genauso gut informiert sind und im Energiemarkt in eine genauso starke Position gebracht werden wie gewerbliche Käufer und Verkäufer auf den Großhandelsmärkten. Ein zentraler Punkt ist dabei die Möglichkeit, „Energie unter fairen Bedingungen selbst zu erzeugen und zu verbrauchen“.

Die umfassendsten Vorschläge betreffen die  Umgestaltung des Energiemarktes. Diese sollen gewährleisten, dass „die Europäische Union weltweit die Führungsrolle bei den erneuerbaren Energien übernimmt“. Zur Erreichung dieses Ziels müsse das europäische Stromsystem grundlegend umgestaltet werden. Dazu hat die EU-Kommission ein öffentliches Konsultationsverfahren eröffnet. Die Kommission fordert den Abbau von Flexibilitätshemmnissen und den Aufbau von Speicherkapazitäten. Insbesondere müsse ein System geschaffen werden, dass eine nachhaltige und sichere Stromversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien garantiert.

Die Bundesregierung begrüßte die Festlegungen. Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake sagte, die Kommissionsmitteilung zum Strommarktdesign sei ein wichtiges Signal und unterstreiche zugleich die Vorschläge, die in Deutschland mit dem Weißbuch Strommarkt vorgelegt wurden. Die Kommission betone die Vorteile des europäischen Binnenmarktes für die Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Das stimme mit den deutschen Vorschlägen aus dem Weißbuch überein. „Ich freue mich, dass die Mitteilung der Kommission einen klaren Fokus auf den Markt setzt und sich für die Flexibilisierung von Angebot und Nachfrage und die Nutzung von Preissignalen ausspricht.“

 

http://ec.europa.eu/index_de.htm

 

EWärmeG-Novelle in Baden-Württemberg in Kraft

Am 1. Juli ist die Novelle des baden-württembergischen EWärmeG in Kraft getreten. Seitdem gelten für Gebäudeeigentümer neue Vorschriften zum Einsatz erneuerbarer Energien im Falle von Sanierungsarbeiten. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller sagte, mit der Gesetzesnovelle bestätige Baden-Württemberg seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz .

Kernpunkte des neuen EWärmeG sind die Erhöhung des Pflichtanteils erneuerbarer Energien beim Heizungstausch von 10 auf 15 Prozent, die Ausweitung des Geltungsbereichs von Wohn- auch auf Nichtwohngebäude, sowie die Erweiterung der Erfüllungsoptionen. Mit der Novelle werden zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Maßnahmen ermöglicht. Allen gemein ist, dass sie gemeinsam für die Erfüllung des 15-Prozent-Anteils stehen. Eine Besonderheit ist der gebäudeindividuelle energetische Sanierungsfahrplan. Mit diesem ist es Eigentümern möglich, eine ganzheitliche Sanierungsstrategie erstellen zu lassen.

Als Ersatzerfüllung der Anforderungen gilt künftig auch die Installation einer Photovoltaikanlage. So reicht etwa bei einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern eine PV-Anlage mit 2 Kilowatt peak Spitzenleistung. Der Großteil der deutschen PV-Anlagen hat eine Leistung von 5 bis 8 Kilowatt peak.

 

www.um.baden-wuerttemberg.de/de/startseite/

Sachverständigenrat fordert nationalen Kohlekonsens

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat einen „nationalen Konsens“ über einen Ausstieg aus der Kohleverstromung gefordert. Wie das Beratergremium der Bundesregierung mitteilte, gelte es, die Erfahrungen aus dem jahrzehntelangen Konflikt um den Atomausstieg zu nutzen. Man müsse beizeiten „eine öffentliche Debatte über einen geordneten, langfristig ausgerichteten Kohlekonsens“ führen. So könne das Vertrauen in die Energiewende gefördert und Planungssicherheit für alle beteiligten Akteure erreicht werden.

Der SRU hat seine Vorstellungen in „Zehn Thesen zur Zukunft der Kohle bis 2040“ niedergelegt. Als Gegenbeispiel verweist der SRU auf das lange Ringen um den Atomausstieg. Der Konflikt darüber sei derart „grundsätzlich“ gewesen, dass Deutschland bis in die jüngere Zeit hinein energiepolitisch nur begrenzt handlungsfähig gewesen sei.

Der „Kohlekonsens“ soll nach dem Vorbild der Ethikkommission zur Energiewende von einer Plattform aus Vertretern von Bund, Ländern, Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaften organisiert werden. Darüber hinaus plädiert der SRU dafür, diese „hochrangig“ zu steuern, etwa durch Einbeziehung von Kanzleramt und den Ministerpräsidenten der Länder.

Unterdessen stellte die Kraftwerkssparte der RWE, RWE Power, anlässlich der Jahrespressekonferenz eine bei Forsa in Auftrag gegebene Studie vor. Demnach halten es 63 Prozent der Befragten für falsch, dass nach den Kernkraft- auch die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen. Laut Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner sei sich eine große Mehrheit von 75 Prozent der Deutschen darüber im Klaren, dass neben Sonne und Wind weiterhin die herkömmlichen Energiequellen zur Stromerzeugung genutzt werden müssten. Dem RWE Power-Vorstandsvorsitzenden Matthias Hartung zufolge zeigten die Zahlen, dass die breite Bevölkerung die Braunkohle sehr realistisch betrachte. Das Betriesergebnis der konventionellen Erzeugung bei RWE ist indes stark eingebrochen. Im ersten Quartal erzielte RWE Power 428 Millionen Euro und damit 23 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

 

www.umweltrat.de/DE/DerSachverstaendigenratFuerUmweltfragen/dersachverstaendigenratfuerumweltfragen_node.html

Ein Drittel Grünstrom im ersten Halbjahr 2015

Regenerative Quellen haben im ersten Halbjahr mit 32,5 Prozent zum gesamten Stromverbrauch in Deutschland beigetragen. Nach Einschätzung des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) basiert der Anstieg maßgeblich auf dem starken Ausbau der Windenergie, gekoppelt mit guten Winderträgen. Wie BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk mitteilte, sei der hohe Anteil eine sehr gute Nachricht für Klimaschutz und Energiewende. Allerdings dürfe das erfreulich gute Ergebnis bei der Windstromerzeugung nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Ausbau bei anderen Erneuerbaren Energien, insbesondere Photovoltaik und Biogas, derzeit stark rückläufig sei.

Auch gebe es gravierende Einschnitte nicht nur bei den anderen Technologien im Stromsektor, sondern auch ein zu schwaches Wachstum in den Bereichen Wärme und Mobilität. Erneuerbare Energiequellen tragen nur knapp 11 Prozent zum Wärmeverbrauch bei, der Anteil der klimafreundlichen Mobilität beläuft sich auf gerade einmal 5 Prozent. Laut BEE sei jedoch nur im Zusammenspiel das Erreichen der übergeordneten Ziele bis zum Jahr 2020 möglich: ein Anteil von 18 Prozent Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch sowie die Reduktion der klimaschädlichen Treibhausgase um 40 Prozent in Relation zu 1990. Zum gesamten Endenergieverbrauch in den Monaten Januar bis Juni 2015 tragen die Erneuerbaren Energien mit gut 14 Prozent bei. Der europäische Durchschnitt liegt bei 15 Prozent.

Die Bundesnetzagentur hat indes die Zahlen für den Zubau von Photovoltaikanlagen im Monat Mai veröffentlicht. Danach wurden 101,4 Megawatt peak Solarleistung installiert. Seit September 2014 hält sich das Niveau des PV-Zubaus damit bei etwa 100 Megawatt peak. Im Juli letzten Jahres wurde dagegen noch mehr als dreimal so viel PV-Leistung zugebaut. Durch die geringe Zubaurate sinkt auch die Einspeisevergütung kaum. Die Zubauzahlen der vergangenen zwölf Monate liegen mit weniger als 1.600 Megawatt peak deutlich unterhalb des gesetzlich festgelegten Zubaukorridors von 2.400 bis 2.600 Megawatt peak. Der Wert liegt sogar nur noch knapp über der Schwelle, bei der die Vergütung nicht mehr abgesenkt würde. Entsprechend sinkt diese wie in den vergangenen drei Quartalen um 0,25 Prozent. Neu installierte Dachanlagen erhalten somit ab 1. September eine Vergütung von 12,31 (bis 10 Kilowatt peak), 11,97 (bis 40 Kilowatt peak) sowie 10,7 (bis 500 Kilowatt peak) Cent je Kilowattstunde. Bei Anlagen auf Nichtwohngebäuden und Anlagen auf Freiflächen bis 500 Kilowatt peak liegt die Vergütung bei 8,52 Cent je Kilowattstunde.

 

Ansprechpartner
René Dittrich
0221.931819-24
dittrich@asew.de

Dena und Deloitte beraten zu Smart Metering

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat gemeinsam mit der Unternehmensberatung Deloitte (DTTL) ein Beratungsangebot gestartet, mit dem beide den Smart Meter-Rollout unterstützen wollen. Laut dena gibt es dabei zahlreiche Herausforderungen – nicht zuletzt die Notwendigkeit neuer Betriebskonzepte. Das Beratungsangebot bringt Unternehmen nach Einschätzung von dena und DTTL zwei entscheidende Vorteile: Die dena-Energieexpertise und das DTTL-Consulting-Know-how.

Im Rahmen der Beratung erhalten Unternehmen individuelle Untersuchungen, Kosten-Wirksamkeits-Analysen sowie Plankosten-Vergleiche innerhalb der Branche. Dabei werden alle Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Smart-Meter-Einführung berücksichtigt. Ziel ist, den Unternehmen aufzuzeigen, wie sie die Umstrukturierung möglichst kosteneffizient vornehmen können.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll der Einbau von Smart Metern ab 2017 zunächst für Großverbraucher, dann schrittweise für Verbraucher bis 6.000 Kilowattstunden pro Jahr, verpflichtend sein. Der Rollout soll bis 2029 abgeschlossen sein. Noch in diesem Jahr sollen die Pläne, die bislang nur in Eckpunkten skizziert sind, in einem „Verordnungspaket intelligente Netze“ fixiert werden.

 

Ansprechpartner
David Schymczyk
0221.931819-14
schymczyk@asew.de

VDE-Studie: Energiezellen sollen Netzausbau verringern

Lokale Energiezellen könnten die Zukunft des deutschen Energiemarktes prägen. Das geht aus einer vom VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik herausgegebenen Studie hervor. Demnach könnte der Zusammenschluss austarierter „Energiezellen“ auf lokaler Ebene den Stromnetzausbau reduzieren und die Integration Erneuerbarer Energien optimieren. Diese Energiewende „von unten“ würde zugleich zu einer erhöhten Akzeptanz des Umbaus der deutschen Energieversorgung führen.

Die Basisstruktur des Ansatzes basiert auf kleinteiligen „Energiezellen“. Hier wird Energie erzeugt und direkt wieder verbraucht, ohne in das Gesamtnetz eingespeist zu werden. Diese Zellenstruktur reagiert auch auf die Besonderheiten regenerativer Energiequellen – insbesondere die starke Fluktuation. Diese lokalen Energiezellen werden durch Energienetze und Kommunikationssysteme verbunden und bilden größere Energiezellen mit spezifischen Schnittstellen und Eigenschaften. Eine vollständige Energiezelle besteht aus den Komponenten Erzeuger, Wandler, Speicher, Netzanschluss, Lasten sowie schutz- und leittechnische Einrichtungen.

Die Vorteile des Konzeptes: Der Zellulare Ansatz schafft Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung, ermöglicht die stärkere Konvergenz der unterschiedlichen Energieträger Strom, Gas und Wärme, sorgt für die bestmögliche Integration der dezentralen erneuerbaren Energieträger in das Energieversorgungssystem und kann zur Reduktion des notwendigen Netzausbaus beitragen.

Um die Chancen des Zellularen Ansatzes zu nutzen, fordert der VDE, in den Entwicklungsplänen für zukünftige Energienetze auf allen Ebenen sämtliche Energiearten zu berücksichtigen. Auch soll die Entwicklung von Technologien zur Speicherung in einem großen Energiespektrum und zur effizienten Wandlung gefördert werden, um die Vorteile verschiedener Energieformen zu nutzen.

Der VDE sieht bei diesem Konzept Chancen auch für Stadtwerke. Es sei letztlich eine Frage des Geschäftsmodells. Während sich in dieser Struktur neue Geschäftsmodelle entwickeln, könnten heute noch wichtige Netzdienstleistungen entfallen, weil sie innerhalb der Energiezelle eventuell so nicht mehr nötig sein werden.

 

Ansprechpartner
David Schymczyk
0221.931819-14
schymczyk@asew.de

Ausbau Erneuerbarer Energien in der EU schreitet zügig voran

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in der EU kommt gut voran. Das geht aus einem Bericht der EU-Kommission zum Fortschritt der EU-weiten Klimaschutzziele hervor. Nur drei der insgesamt 28 Mitgliedsstaaten haben laut dem Bericht das aktuelle Zwischenziel verfehlt. So konnten Großbritannien, Luxemburg und die Niederlande den Anteil regenerativer Energien nicht auf das angepeilte Niveau erhöhen. Frankreich und Malta, die das gesetzte Etappenziel nur knapp erreichten, müssten laut EU-Kommission ihre bisherige Energiepolitik überarbeiten. Für Ungarn und Polen sei ein Erfolg beim Ausbau erneuerbarer Energien nur bei „optimistischen Annahmen zur weiteren Entwicklung“ wahrscheinlich.

Auch in Deutschland geht der Ökoenergie-Ausbau voran, sogar zügiger als von der EU gefordert. Demnach wurden 2013 in Deutschland 12,4 Prozent der verbrauchten Energie in Solar- oder Windkraftanlagen erzeugt. Als Etappenziel waren bis zu diesem Zeitpunkt lediglich 9,5 Prozent angepeilt. Allerdings landet Deutschland mit diesem Wert im EU-Vergleich lediglich auf Platz 19 von 28. Auf den ersten drei Plätzen finden sich Schweden mit einem Anteil von 52,1 Prozent – damit hat Schweden das Ziel für 2020 (49 Prozent) bereits heute übertroffen –, Lettland (37,1 Prozent) und Finnland (36,8 Prozent).

Insgesamt fällt die EU-Bilanz positiv aus. Die EU nehme im internationalen Vergleich eine führende Position ein, wovon auch die Industrie profitiere. So hätten europäische Firmen mittlerweile einen weltweiten Marktanteil von 40 Prozent an der Herstellung von Windturbinen. EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete sagte, der Bericht zeige erneut, dass Europa bei den erneuerbaren Energien gut abschneide und dass diese gut für Europa sind. Die Pro-Kopf-Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen sei in Europa dreimal so hoch wie in der restlichen Welt. Mehr als eine Million Menschen arbeiteten im Erneuerbare-Energien-Sektor. Pro Jahr werde ein Umsatz von über 130 Milliarden Euro erwirtschaftet, Erneuerbare Energien im Wert von 35 Milliarden Euro exportiert.

Vor sechs Jahren hatten sich die EU-Mitglieder darauf geeinigt, den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch bis 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. In Deutschland soll der Ökoenergie-Anteil auf dann 18 Prozent wachsen. Ziel ist es, konventionelle Energieträger nach und nach aus dem Markt zu drängen und so den CO2-Ausstoß zu senken.

 

Ansprechpartner
Torsten Brose
0221.931819-26
brose@asew.de 

 

Bayerische Windkraftnutzung stark rückläufig

Der Ausbau der Windkraft in Bayern ist nahezu zum Erliegen gekommen. Von Anfang Dezember bis Ende März wurden bayernweit lediglich neun Anträge für neue Windräder nach den neuen Abstandsregeln („10-H-Regel“) beantragt. Das geht aus den Daten hervor, die das bayerische Umweltministerium auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen übermittelte.

Insgesamt wurden in dem von den Grünen abgefragten Zeitraum 34 neue Windräder beantragt – davon ein Teil aber noch nach altem Recht. Für 12 geplante Windräder fanden sich Standorte, die weiter als zwei Kilometer von der Ortschaft entfernt waren. Verglichen mit den Antragszahlen der vergangenen Jahre zeichnet sich aber jetzt schon ab, dass es in diesem Jahr einen Einbruch geben wird. 2013 waren laut Umweltministerium 573 Windkraftanlagen beantragt worden; 2014 waren es noch 336.

Seit November 2014 ist das neue Gesetz in Kraft. Für Windräder gilt nun im Regelfall ein Mindestabstand vom Zehnfachen der Bauhöhe zum nächsten Wohnhaus.

 

Ansprechpartner
René Dittrich
0221.931819-31
dittrich@asew.de

VfW-Veranstaltung „Anerkannte Fortbildung zum Projektentwickler Energiespar-Contracting“

Das BAFA-Förderprogramm für Beratungen durch Projektentwickler zum Energiespar-Contracting soll Einsatz und Betrieb hocheffizienter Anlagentechnik in Kommunen oder Unternehmen voranbringen. Gerade Contracting bietet für Investoren die Chance zur Realisierung anspruchsvoller Energiespar-Projekte. Zugleich eröffnet dies neue Wege der Finanzierung energieeffizienter und somit kostensparender Technologien für Kommunen und KMU. Die von der VfW angebotene Fortbildung findet vom 17. bis 19. September 2015 in Lüneburg statt. Die Veranstaltung ermöglicht in nur drei Tagen die Fortbildung zum anerkannten Projektentwickler für Energiespar-Contracting nach den BAFA-Kriterien. Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie unter http://www.energiecontracting.de/5-seminare-messen/seminare-text.php?id=294&seminarid=294.

 

Lektürehinweis: Energieeffizienz in Gebäuden

Die Urlaubszeit steht vor der Tür – genau die richtige Zeit, um sich mit interessanter Lektüre zu beschäftigen. Wann hat man im stressigen Arbeitsalltag sonst schon Zeit, sich mit einem Fachbuch von 350 Seiten Umfang zu befassen?

Das Jahrbuch „Energieeffizienz in Gebäuden 2015“ des VME Verlags wirft einen Blick auf den aktuellen Stand der Debatte um energetische Sanierung, Förderung derselben und Energieeffzienznetzwerke. Zum zehnten Mal nimmt das Jahrbuch ein spezielles Energiethema in den Fokus und beleuchtet dieses aus vielfältiger Perspektive. Rund 70 Autoren haben ihren Teil zum Jahrbuch beigetragen.

Weitere Informationen zum Jahrbuch „Energieeffizienz in Gebäuden 2015“ finden Sie hier.

 

Ansprechpartner
Markus Edlinger
0221.931819-21
edlinger@asew.de

Energieaudits: BAFA-Präzisierungen beeinflussen Deadline nicht

Das novellierte Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) ist seit Ende April in Kraft. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat im Mai ein „Merkblatt nach den gesetzlichen Bestimmungen des EDL-G“ veröffentlicht. Unter Punkt 3.1 ist dargelegt, nach welchen Grundsätzen der Gesamtenergieverbrauch bei einem Energieaudit zu bestimmen ist. Das BAFA hat hier präzisiert, inwieweit hier Netzverluste mit berücksichtigt werden müssen.

Demnach können die Bestandteile der Netzverluste Strom bei Übertragungs- und Versorgungsnetzbetreibern (ÜNB & VNB) vollständig aus der Betrachtung ausgenommen werden. Zur Begründung heißt es, ÜNB und VNB seien gemäß Energiewirtschaftsgesetz bereits Gegenstand der Regulierung. Sie unterlägen somit einer engen gesetzlichen und behördlichen Kontrolle. Konkret bedeutet dies, dass Verlustenergie im Stromnetz im Rahmen des Energieaudits nicht betrachtet werden muss. Netzbetreiber müssen ihr Augenmerk also auf die Energieeffizienz in anderen Bereichen richten.

Die Präzisierung berührt jedoch nicht die Frist, bis zu der der Nachweis eines Energieaudits zu erbringen ist. Die Zeit bis zum 5. Dezember 2015 läuft also, etwas mehr als vier Monate bleiben zur Erfüllung der Energieauditpflicht. Die ASEW rät dazu, sich vor diesem Hintergrund entschieden zu positionieren. Neben der Begleitung des Energieauditprozesses beraten wir beim Aufbau des Geschäftsfeldes, schulen Mitarbeiter in Lehrgängen, (Kompakt-)Seminaren und Inhouse-Veranstaltungen und helfen bei der Ausrichtung von Kundenveranstaltungen vor Ort. Zudem haben wir ein optisch ansprechendes Marketing- und Vertriebspaket geschnürt, das in der Kundenkommunikation sowie bei der Umsetzung eines Energieaudits eingesetzt werden kann. Dieses steht Mitgliedern kostenlos zur Verfügung.

 

Ansprechpartner:
Janike Klement
0221.931819-12
klement@asew.de

Neubauten setzen auf Heizen mit Erneuerbaren Energien

Knapp vier von zehn Bauherren setzen beim Heizen auf Erneuerbare Energien. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist in 38,7 Prozent der im Jahr 2014 genehmigten Wohngebäude eine Heizanlage installiert, die überwiegend erneuerbare Energien verwendet. Nur Erdgas ist aktuell noch beliebter: 43,4 Prozent der Neubauten setzen auf Gasheizungen. Die übrigen Energieträger erreichen zusammen 17,9 Prozent.

Ein Grund für diese Entwicklung dürfte auch die derzeit gute Fördersituation sein. Die Bundesregierung hat mehrere Förderprogramme aufgestockt oder neu aufgelegt, die gezielt den Wärmebereich fördern.

Diese besondere Situation gilt es nun, für den Vertrieb zu nutzen. Die ASEW bietet Mitgliedern eine kostenlose, grundlegende Fördermittelberatung an. Darüber hinaus unterstützen wir Auf- und Ausbau des Geschäftsfeldes Contracting. Im Rahmen unserer Mediathek stehen allen Mitgliedern kostenlose Mustervertragswerke zur Verfügung. Damit lassen sich etwa ohne größeren Aufwand die Grundlagen für den Aufbau eines Solarstrompachtangebots legen. Auch die Wärmelieferung mittels Mikro-BHKW wird durch ein Mustervertragswerk abgedeckt. Hiermit erhalten ASEW-Mitglieder eine wirkungsvolle Hilfe, um ein neues Geschäftsfeld zu erschließen.

 

Ansprechpartner:
Sarah Scholz
0221.931819-28
scholz@asew.de

Nächste ASEW-Veranstaltungen

8. September 2015, Köln: ASEW-Seminar
Energierecht kompakt >>

9. und 10. September 2015, Frankfurt am Main: ASEW-Seminar
Gebäudesanierung & Wohnungswirtschaft >>

14. bis 16. September 2015, Dortmund: ASEW-Qualifizierungslehrgang
Kundenberater Energie & Umwelt (1. Block des Vertiefungskurses) >>

16. September 2015, Dortmund: ASEW-Seminar
Stromkennzeichnung >>

22. September 2015, Köln: ASEW-Seminar
Mieterstromlösung für Stadtwerke >>

29. und 30. September 2015, Köln:
Contracting verstehen & erfolgreich verkaufen >>

 

Partnerveranstaltungen

2. ICG-Dienstleistungsforum für Stadtwerke „energy. services. solutions.“
26. und 27. August 2015, Düsseldorf >>

StadtwerkeForum 2016
09. und 10. November 2015, Köln >>

Veranstaltungen des Bundesverbands WindEnergie (BWE)
>>

 

Inhouse-Seminare

Die Inhouse-Schulungen der ASEW sind eine gute Form, möglichst kostengünstig und flexibel viele Mitarbeiter zu schulen. Denn die Schulungen werden auf die spezifischen Bedürfnisse und Wünsche des Mitgliedsstadtwerks zugeschnitten. Die ASEW verweist gezielt darauf, dieses Angebot zu nutzen.

Ihnen schwebt beispielswiese ein konkretes Thema vor oder Sie möchten Ihren Vertrieb oder Ihre Mitarbeiter aus dem Kundenzentrum zu wichtigen Themen fit machen? Möchten Sie Ihre Key Account-Manager zum Beispiel zum Thema „Energiesteuern/-abgaben/-umlagen“ schulen und Ihrem Geschäftskundenvertrieb ein neues Werkzeug an die Hand geben?

Dann sprechen Sie uns an. Wir stimmen mit Ihnen die Inhalte ab, suchen die passenden Referenten und begeben uns gemeinsam mit Ihnen auf die Suche nach weiteren Stadtwerken in Ihrer Region.
Somit sparen Sie nicht nur Zeit und Geld – sie schaffen es auf effiziente Weise, Ihre Mitarbeiter weiterzubilden.


Ansprechpartner:
Michael Kreusch
0221.931819-17
veranstaltungen@asew.de

Nächste ASEW-Arbeitskreise

23. und 24. September 2015, Tübingen:
Arbeitskreis Gewerbekunden >>

29. und 30. September 2015, Hanau:
Arbeitskreis Energiedienstleistungen >>

08. und 09. Oktober, Dessau: 
Arbeitskreis Vertrieb & Marketing >>

21. und 22. Oktober, Witten:
Arbeitskreis Kundenbeziehungsmanagement >>
Arbeitskreis Wohnungswirtschaft >>

Die Arbeitskreise der ASEW stehen allen ASEW-Mitgliedsunternehmen kostenfrei zur Verfügung. Sie sind herzlich eingeladen, an unseren Sitzungen teilzunehmen. Eine Übersicht zu allen Arbeitskreisen finden Sie hier.

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

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