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ASEW-Newsletter
Ausgabe Nr. 09/2015

Kunden mit der Jahresrechnung nicht alleinlassen

Am Donnerstag geben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) die Höhe der verschiedenen Umlagen und Aufschläge für 2016 bekannt. Einige wichtige Faktoren liegen bereits vor: Das Umlagenkonto, das von den ÜNB geführt wird, ist in den vergangenen Monaten dreimal in Folge um mehr als eine halbe Milliarde Euro geschrumpft. Die Mittelfristprognose der ÜNB für die EEG-Umlage 2016 für nicht privilegierten Letztverbraucherabsatz liegt zwischen 5,66 und 7,27 Cent je Kilowattstunde. Das heißt: Die Umlage könnte nach der letztjährigen Senkung 2016 erneut steigen. Damit nimmt ebenfalls die Wahrscheinlichkeit von Preisanpassungen zu.

Vermutlich werden also die Kundencenter wieder mit einer Flut von Anfragen zu kämpfen haben, wenn bald darauf tausende Jahresrechnungen bei Privatkunden eingehen. Die ASEW bietet als Unterstützung ein neues Online-Werkzeug: Den Rechnungserklärer. Unkompliziert auf Ihre Webseite eingebunden, klärt der Rechnungserklärer viele Kundenfragen. Er lässt sich ebenso einfach von den Beratern im Kundenzentrum einsetzen.

Neben der Erklärung der Jahresrechnung beantwortet der Rechnungserklärer unter anderem Fragen rund um den Zähler, geht in einem Quiz auf die Strompreiszusammensetzung ein, erläutert in einem verschlagworteten Glossar über 100 Begriffe, die sich auf den meisten Stromrechnungen finden, und bietet Kunden die Möglichkeit, mit wenigen Angaben eine Verbrauchsanalyse zu erstellen. Neben Deutsch gibt es den ASEW-Rechnungserklärer auch in Türkisch, Russisch und Englisch. Weitere Sprachen sind auf Anfrage ebenfalls möglich.

Den Rechnungserklärer können Sie hier testen. Zugangsdaten stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne zur Verfügung. 

 

Ansprechpartner
Erdal Tosun
0221.931819-29
tosun@asew.de

ASEW-Erklärfilme erläutern Strompreiszusammensetzung

Die Veröffentlichung der Höhe der einzelnen Umlagen durch die Übertragungsnetzbetreiber ist nicht mehr fern. Regelmäßig ist das Steigen der Umlagen und Aufschläge Grund für Ärger bei Stadtwerkekunden. Dabei ziehen Stadtwerke als Energieversorger diese Anteile des Strompreises nur stellvertretend ein. Wie aber verdeutlicht man dies Kunden auf ebenso einpräg- wie unterhaltsame Weise?

Die ASEW-Erklärfilme sind ein erprobtes Mittel. ASEW-Mitgliedern steht mit unseren Erklärfilmen ein zeitgemäßes Instrument zur Kundenkommunikation zur Verfügung. Systematisch werden die einzelnen Bestandteile des Strompreises erklärt. Von der EEG-Umlage über die Netzentgelte und Konzessionsabgaben bis zur Offshore-Haftungsumlage wird kein Bestandteil des Strompreises ausgelassen. Auf unterhaltsame Weise und mit verständlichem Vokabular machen die Erklärfilme deutlich, dass der Strompreis in wesentlichen Teilen außerhalb des Stadtwerkes bestimmt wird.

Einen Eindruck zu den einzelnen Filmen können Sie sich in unserer Mediathek machen.

 

Ansprechpartner
Erdal Tosun
0221.931819-29
tosun@asew.de 

IT-Sicherheit: ASEW-Angebot für Stadtwerke

Stadtwerke als Betreiber von Strom- und Gasnetzen müssen sich ab sofort noch mehr um die Netzsicherheit kümmern. Mit Inkrafttreten des IT-Sicherheitsgesetzes, das durch den IT-Sicherheitskatalog der Bundesnetzagentur ergänzt wurde, müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen – und als solche sind die Strom- und Gasnetze eingestuft – bis zum 30. November 2015 einen Ansprechpartner IT-Sicherheit für die Bundesnetzagentur benennen. Dieser ist der zentrale Ansprechpartner bei Fragen zur Netzsicherheit, bei Meldungen von berichtpflichtigen Vorfällen sowie bei allen Aktivitäten, die in Verbindung mit dem IT-Sicherheitskonzept stehen.

Was muss ein solcher Ansprechpartner IT-Sicherheit beherrschen? Kann man die Funktion als Zusatzaufgabe übernehmen? Oder ist wegen hohen Arbeitspensums die Schaffung einer neuen Stelle nötig? Die ASEW bietet vom 24. bis 26. November 2015 einen Lehrgang „IT-Sicherheitsbeauftragter" an. Dieser klärt alle Fragen rund um den gesetzlich festgeschriebenen Ansprechpartner IT-Sicherheit: Welche Aufgaben kommen auf diesen zu? Wie institutionalisiert man einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Unternehmen? Wie muss ein unternehmensweites IT-Sicherheitskonzept aussehen? Welche Voraussetzungen müssen für die Implementierung des ab Anfang 2018 vorgeschriebenen Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) geschaffen werden?

Vom 5. bis 6. November 2015 findet die Auftaktveranstaltung des ASEW-Arbeitskreises IT-Sicherheit statt. Der Arbeitskreis wird im Rahmen des Forschungsprojektes SIDATE konstituiert und dient als Plattform zur Unterstützung bei der Umsetzung der gesetzlichen IT-Sicherheitsanforderungen. Gemeinsam werden verschiedene Arbeitsunterlagen, etwa zur Analyse des bestehenden IT-Sicherheitsniveaus, entwickelt. Die Projektergebnisse kommen so dem gesamten Netzwerk zugute.

Die ASEW begleitet Stadtwerke bei der Implementierung eines ISMS, das den Anforderungen des IT-Sicherheitsgesetzes genügt. Unsere Beratungsleistung ist speziell für die Bedürfnisse von Energieversorgern optimiert. 

Fragen rund um den Datenschutz widmet sich das Seminar „Datenschutz im Vertrieb & neue Medien“. Hier stehen vor allem Vertriebsaspekte im Vordergrund: Wie lässt sich das Vertriebspotenzial von Kundendaten rechtssicher ausschöpfen? Die Einbindung neuer Medien in Vertriebsprozesse wird ebenso thematisiert wie telefonische Kundenakquisition und die Kommunikation über Social Media-Kanäle. Teilnehmer werden so für die rechtskonforme Nutzung der Kundendaten unter dem Gesichtspunkt Datenschutz sensibilisiert. 

 

Ansprechpartner
David Schymczyk
0221.931819-14
schymczyk@asew.de

Jena: Stadtwerke-Holding stockt Beteiligung an Energietochter auf

Die kommunale Holding Stadtwerke Jena GmbH stockt ihren Anteil an der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH auf. Hierfür erwerben die Stadtwerke Jena zehn Prozent der Anteile an ihrer Tochter von der Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen. Damit erhöht sich der von der Stadt Jena über die Stadtwerke Jena gehaltene Gesellschaftsanteil an ihrem Energieversorger auf rund 72 Prozent. Dem Kauf der Anteile für 47,5 Millionen Euro haben die Aufsichtsgremien der Stadtwerke und der Stadtrat zugestimmt. Die erweiterte Beteiligung der Stadtwerke Jena an den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck soll die Ertragskraft der kommunalen Holding weiter erhöhen und zusätzliche Erträge erwirtschaften. So könnten die Stadtwerke auch weiterhin den Nahverkehr und den Betrieb der Bäder finanzieren und einen Beitrag zum städtischen Haushalt und zur Entschuldung der Stadt leisten.

 

www.stadtwerke-jena.de

Pirmasens: Gaskonzession für Lemberg verlängert

Die Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH (SWPS) und die Gemeinde Lemberg arbeiten weiterhin im Bereich Gasversorgung zusammen. Beide Partner unterzeichneten einen Konzessionsvertrag für die Gasversorgung. Damit wird die seit zwei Jahrzehnten bewährte Partnerschaft für weitere zwanzig Jahre verlängert. SWPS-Geschäftsführer Klaus Kreibich sagte, die SWPS als Netzbetreiber habe das Gasversorgungsnetz in Lemberg aufgebaut. „Deshalb freuen wir uns, dass wir auch den Zuschlag für die nächsten 20 Jahre bekommen haben“.

Der Lemberger Gemeinderat hatte die Verlängerung der Konzession zuvor einstimmig beschlossen. Es gab einen Mitbewerber, der seine Bewerbung allerdings während der Ausschreibung zurücknahm. Der Lemberger Bürgermeister Heinrich Hoffmeister betonte, dass die Zusammenarbeit mit den SWPS immer problemlos verlief. Er schätze dabei die kurzen Wege, die persönliche Ansprache und den unbürokratischen Umgang. Lemberg sei sehr zufrieden und froh, wieder mit den SWPS zusammenarbeiten zu können.

 

www.stadtwerke-pirmasens.de

Niebüll: Umweltpreis der Wirtschaft für regionalen Ökostrom

Die Stadtwerke Niebüll GmbH haben den Umweltpreis der Wirtschaft erhalten. Ausgezeichnet wurde damit das Projekt „Echte Einheimische Energie“, mit dem die Stadtwerke Kunden mit vor Ort produzierter Ökoenergie versorgen. Stadtwerke-Geschäftsführer Rüdiger Wiese würdigte die Auszeichnung bei der Übergabe in Kiel als „Lob für alle unsere langjährigen und erfolgreichen Aktivitäten im erneuerbare Energiebereich und bei der Elektromobilität. In den letzten Jahren ist es uns zunehmend gelungen, unseren Kunden grüne Energie sowohl in Form von Wärme als auch von Strom zu liefern. Unserer Meinung nach sollte es – und ganz besonders im Norden unseres Landes – bald überall heißen: Wir versorgen euch mit ‚Echter Einheimischer Energie‘.“

Mit „Echter Einheimischer Energie“ kann der in der Region erzeugte Ökostrom aus einer Biogasanlage und drei BHKW von Stadtwerkekunden direkt bezogen werden. Die Strommenge wird momentan allerdings durch die Erzeugungskapazität von insgesamt 750 Kilowatt elektrischer Leistung begrenzt.

Der schleswig-holsteinische Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck lobte das Projekt als „höchst effiziente Erzeugung von Strom und Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen, die zudem vor Ort verbraucht werden.“

Der „Umweltpreis der Wirtschaft“ wird seit 1984 von der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft vergeben. Damit soll der Öffentlichkeit verdeutlicht werden, dass sich die Wirtschaft ihrer Mitverantwortung für die Umwelt bewusst ist und maßgeblich Impulse zum Schutz von Natur und Umwelt auch von der Wirtschaft ausgehen.

 

www.stadtwerke-niebuell.de 

Potsdam: Straßenbahnen fahren grün

Die Straßenbahn in Potsdam fährt seit 1. Oktober ausschließlich mit Ökostrom. Der Verkehrsbetrieb in Potsdam (Vip) und die Energie und Wasser Potsdam GmbH haben einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet. Beide Gesellschaften gehören den Stadtwerken Potsdam GmbH. Stadtwerke-Geschäftsführer Wilfried Böhme zufolge gingen beide Unternehmen mit dem Strom aus erneuerbaren Energien einen weiteren Schritt zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Potsdam. Mit dem Ökostrom verringere der Potsdamer Verkehrsbetrieb seine jährlichen CO2-Emissionen um weitere knapp 2.000 Tonnen.

Die Potsdamer Straßenbahnen benötigen rund 12 Millionen Kilowattstunden Strom. Bisher stammte dieser aus dem Heizkraftwerk Potsdam. Ab sofort kommt der Ökostrom überwiegend aus Wasserkraftwerken in Norwegen und Österreich. Damit werden insgesamt Emissionen von etwa 6.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden.

 

www.swp-potsdam.de

Wolfhagen: Stadtwerke erhalten Energy Award 2015

Die Stadtwerke Wolfhagen GmbH erhalten den Energy Award 2015. Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Rühl nahm die Auszeichnung in der Kategorie „Utilities und Stadtwerke“ im Berliner Museum für Kommunikation entgegen. Die Jury der „Energy Academy“ würdigte mit dem Preis das innovative Bürgerbeteiligungsmodell der Stadtwerke. Diesen sei es damit gelungen, Verbraucher an den Chancen der Energiewende zu beteiligen. In der Laudatio sagte Jens Raschke von der Unternehmensberatung Bearing Point, Utilities und Stadtwerke seien eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Stütze der Energiewende. Durch ihre Nähe zum Verbraucher hätten sie die Möglichkeit, den Umbau des Energiesystems Seite an Seite mit den Bürgern zu gestalten.

In Wolfhagen gelingt dies vor allem mit der BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhagen eG (BEG), der 25 Prozent der Stadtwerke gehören. Ein Viertel des Unternehmensgewinns der Stadtwerke fließt an die BEG und als Dividende an ihre Mitglieder. Darüber hinaus nimmt die Genossenschaft im Aufsichtsrat der Stadtwerke Einfluss auf den Kurs des Unternehmens.

Der BEG-Vorstandsvorsitzende Wilfried Steinbock sagte, die Auszeichnung sei eine Anerkennung dafür, dass die Energiewende nicht allein ein technisches Projekt zum Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien sei, sondern ein gesellschaftlicher Prozess. Diesen gestalte man in Wolfhagen sehr erfolgreich mit und sei damit zum Vorbild geworden.

Der Energy Award steht unter der Schirmherrschaft des Bundewirtschaftsministeriums und wird von der Energy Academy vergeben, einer vom Handelsblatt und General Electric initiierten Denkfabrik.

 

www.stadtwerke-wolfhagen.de

Solingen: Kooperation mit Energiegenossenschaft

Die Stadtwerke Solingen GmbH gehen neue Wege bei Kooperationen im Energiebereich. Am 1. Oktober unterzeichneten die Stadtwerke einen Kooperationsvertrag mit der Genossenschaft Bürgerenergie Solingen (BESG). Stadtwerke und BESG haben sich gemeinsam der „Gestaltung der Energiewende vor Ort“ verschrieben. Stefan Ziebs, Prokurist der Stadtwerke Solingen, sagte, auf Grundlage dieses gemeinsamen Verständnisses hätten beide Unternehmen sehr konkrete Maßnahmen erarbeiten können, die die Umsetzung der Energiewende in Solingen voranbringen. Ingeborg Friege, BESG-Vorstandssprecherin, bekräftigt das: „Die Energiewende vor Ort kann nur miteinander funktionieren, nicht gegeneinander.“

Der Kooperationsvertrag regelt sehr konkret die Rollenverteilung zwischen den Partnern. Die Produkt-und Geschäftsabwicklung wird über ein gemeinsam besetztes Gremium gestaltet. Bestehende Entwicklungs- und Vermarktungsprozesse werden für das neue Vorhaben „Bürgerenergie für Solingen“ gemeinsam geprüft und angepasst. Hier hat die BESG maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der Produkte und die Formulierung von Kriterien für umweltfreundliche Bürgerenergie. Erstmals können die Solinger als Mitglieder der BESG ihre Anforderungen an eine nachhaltige und umweltfreundliche Energieversorgung einbringen.

Die erzielten Erlöse aus der Energievermarktung fließen zum Teil in die Errichtung von regenerativen Erzeugungsanlagen im Stadtgebiet. Die hier erzeugte Energie wollen die Partner für die Versorgung ihrer Kunden nutzen. Schon im November wollen die Partner das erste gemeinsam entwickelte „Bürgerenergie-Produkt für Solingen“ vorstellen und dann zügig vermarkten.

 

www.sw-solingen.de
www.buergerenergie-solingen.de 

BMWi-Gutachten: Atomrückstellungen reichen aus

Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Gutachten zur Überprüfung der Kernenergie-Rückstellungen veröffentlicht. Laut Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zeigt das Gutachten, dass die Rückstellungen für den Rückbau der deutschen Kernkraftwerke sowie die Entsorgung des Atommülls ausreichen. „Die Vermögenswerte der Unternehmen decken in Summe die Finanzierung des Rückbaus der Kernkraftwerke und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle ab.“ Aus dem Gutachten ergebe sich darüber hinaus kein neuer Handlungsbedarf. Die betroffenen Energieversorgungsunternehmen müssten „selbstverständlich“ die Kosten für den Rückbau der Atomkraftwerke und die Endlagerung des Atommülls tragen. Szenarien mit „hohen Rückstellungswerten halten wir für unwahrscheinlich, da sie langfristig höhere wirtschaftliche Verluste unterstellen.“

Erstmalig werden in dem von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG erstellten Gutachten für die allgemeine Öffentlichkeit transparent die zu erwartenden Kosten aufgeschlüsselt. Die Rückstellungen in Höhe von 38,3 Milliarden Euro basieren auf geschätzten Kosten zu aktuellen Preisen in Höhe von rund 47,5 Milliarden Euro. Mit dieser Kostenschätzung lägen die Unternehmen über internationalen Vergleichswerten: Die Rückbaukosten werden in Deutschland mit durchschnittlich 857 Millionen Euro je Reaktor geschätzt, während die geschätzten Kosten in anderen Staaten zwischen 205 und 542 Millionen Euro liegen. Die von den Gutachtern auf Basis von unterschiedlichen Annahmen gerechneten Szenarien ergeben erforderliche Rückstellungen in einer Spannbreite von etwa 29 bis 77 Milliarden Euro. Bei Realisierung zusätzlicher Kostensenkungspotenziale kommt das Gutachten zu einem minimalen Rückstellungsbetrag von rund 25 Milliarden Euro. Der von den Unternehmen bilanzierte Wert von insgesamt 38,3 Milliarden Euro liegt also innerhalb der vom Gutachter berechneten Spannbreite.

Interessant ist eine Art salvatorischer Klausel des Bundeswirtschaftsministeriums: „Es wird darauf hingewiesen, dass Ergebnisse und Feststellungen des Gutachtens die Bundesregierung in keiner Weise präjudizieren im Hinblick auf Schlussfolgerungen und Maßnahmen in politischen, gesetzgeberischen und gerichtlichen Zusammenhängen. Auch macht sich die Bundesregierung keines der dargestellten Szenarien, insbesondere auch die zu Grunde gelegten Zinssätze, zu eigen.“

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin denkt indes bereits an eine Deckelung der Rückstellungen, um den betroffenen Konzernen zu helfen. Der „Rheinischen Post“ sagte Duin: „Als Mitglied der Endlagerkommission weiß ich, dass die Herausforderung wahrscheinlich größer ist als die 38 Milliarden Euro. Wenn wir irgendwann zu dem Ergebnis kommen sollten, dass die 38 Milliarden Euro nicht ausreichen, dann wäre das keine Frage, die die Unternehmen zu lösen haben. Die haben mit uns eine Verabredung über diese festgelegte Summe. Wenn es darüber hinausgeht, ist auch der Staat gefordert.“

Nur einen Tag vor der Veröffentlichung des Gutachtens durch das BMWi hatten sowohl der SPIEGEL wie auch das Handelsblatt übereinstimmend berichtet, das vorliegende Gutachten gehe von nicht ausreichenden Rückstellungen aus. Der SPIEGEL schreibt, die Versorger hätten versucht, die Seriosität der Prüfer infrage zu stellen. Auch würden sie „die Berechnungen des Wirtschaftsprüfers in diversen Schreiben sogar grundlegend infrage“ stellen. Die bereits im September bekanntgewordenen Zahlen seien erst hiernach „in Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium um weitere Berechnungen ergänzt“ worden. Das Handelsblatt zitiert aus einer vorvergangene Woche in Bonn gehaltenen Rede des Bundeswirtschaftsministers. Dieser sagte, die Energiekonzerne befänden sich in einer schwierigen Marktlage, die teilweise selbst verschuldet sei. „Sie sind aber auch Opfer der Politik.“ Zwar dürfe man die Atomkonzerne nicht aus der Haftung für Rückbau und Entsorgung entlassen. „Aber wir müssen aufpassen, dass wir am Ende nicht vier Unternehmen rasieren, dann bekommen wir die 38 Milliarden Euro gar nicht“. Die Botschaft sei laut Handelsblatt unmissverständlich: Der Bürger müsse sich darauf einstellen, „am Ende die Zeche zu zahlen.“

 

www.bmwi.de
www.spiegel.de
www.handelsblatt.com

Erdkabel künftig Netzausbaustandard

Das Bundeskabinett hat die verstärkte Nutzung von mehr Erdkabeln beim Netzausbau auf den Weg gebracht. Künftig sollen die neuen Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) vorrangig als Erdkabel ausgeführt werden. Der Vorrang betrifft insbesondere die großen Nord-Süd-Trassen wie SuedLink oder die Gleichstrompassage Süd-Ost. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel lobte den Kabinettsbeschluss als wichtige Weichenstellung für den schnellen Netzausbau wie eine Erhöhung der Akzeptanz in der Bevölkerung.

Die HGÜ sollen in Bundesfachplanung vorrangig in der Erde verlaufen. Wo Menschen wohnen, sollen künftig Freileitungen verboten sein. Gleichstrom-Freileitungen kommen nur dann ausnahmsweise in Betracht, wenn Naturschutzgründe dafür sprechen oder bereits bestehende Stromtrassen genutzt werden können.

Der Beschluss wird indes nach Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) „insgesamt drei bis acht Milliarden Euro“ zusätzlich kosten. Wie aus der BMWi-Rechnung hervorgeht, zahlen Privathaushalte jährlich bis zu 9,10 Euro allein für die Erdverkabelung der beiden Trassen Suedlink und Süd-Ost. Verbraucher, die direkt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen sind, müssen mit einer Erhöhung der Übertragungsnetzentgelte „um neun bis 24 Prozent“ rechnen.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der als eigentlicher Initiator des Beschlusses gilt, verteidigte die Mehrkosten. Seehofer nannte die Entscheidung der Bundesregierung „epochal, weil damit auf der einen Seite die Energieversorgung im notwendigen Umfang gewährleistet ist, auf der anderen Seite aber weder die Menschen noch die Natur belastet sind.“ Die Zusatzkosten verteilten sich auf 30 Jahre, die maximale Belastung liege bei 0,1 Cent pro Kilowattstunde. „Das sollten uns die Menschen und die Natur wert sein.“

Das Bundeskabinett beschloss auch eine Anpassung der verbindlichen Anfangs- und Endpunkte der energiewirtschaftlich notwendigen Leitungen des Bundesbedarfsplans. Für die Gleichstrompassage Süd-Ost wird als Anfangspunkt Wolmirstedt und als Endpunkt Isar festgelegt. Der konkrete Leitungsverlauf wird erst in späteren Verfahren öffentlich konsultiert. Dies gilt für alle Vorhaben des Bundesbedarfsplans ebenso wie für Vorhaben des Bedarfsplans nach dem Energieleitungsausbaugesetz.

 

www.bundesregierung.de

Bundesregierung suspendiert Teile der EnEV

Die Bundesregierung hat Ende September den Entwurf des Bundesinnenministers für eine Verordnung zum Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz verabschiedet. Dieser Entwurf sieht auch vor, dass sich die energetischen Anforderungen für bestimmte Gebäude zeitweilig ändern. Damit reagiert der Bund auf die angespannte Lage aufgrund der stetig höheren Zahl an Flüchtlingen. Bis Jahresende wird nach neuesten Prognosen mit 1,5 Millionen Flüchtlingen, vor allem aus dem Nahen und Mittleren Osten, gerechnet.

Damit Bundesländer dringend nötige Unterkünfte leichter genehmigen können, ändert die Verordnung zum Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz die geltende Energieeinsparverordnung (EnEV). Diese Änderung gilt jedoch nur für bestimmte Gebäude und Baumaßnahmen und ist zeitlich befristet. Die Sonderregelungen werden auf Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte im Sinne des Asylgesetzes beschränkt. Diese sind drei Jahre lang von den Anforderungen des § 9 (Änderung der Gebäude, Anbauten und Ausbauten) befreit.

Vor allem betrifft dies den wichtigen Praxisfall der Nutzungsänderung, was bei baulichen Maßnahmen Pflichten nach EnEV zur Folge hat. Der Mindestwärmeschutz nach den anerkannten Regeln der Technik ist jedoch weiterhin einzuhalten. Außerdem wird die Dämmpflicht für oberste Geschossdecken bis zum 31. Dezember 2018 ausgesetzt. Auch die Schaffung von Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften mit Containern soll erleichtert werden. Die bestehende Ausnahmeregelung von derzeit zwei Jahren wird auf Container mit einer geplanten Nutzungsdauer von bis zu 5 Jahren ausgedehnt.

 

www.bmi.bund.de

BMWi veröffentlicht Digitalisierungsgesetz

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat den Referentenentwurf für ein Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende veröffentlicht. Das Ziel des Entwurfs: Den Einsatz intelligenter Messsysteme sicher und kosteneffizient voranzutreiben. Der Referentenentwurf bündelt in Form eines Stammgesetzes alle notwendigen Regelungen zum Rollout intelligenter Messsysteme. Damit weicht die Bundesregierung von dem ursprünglich geplanten Verordnungsweg ab.

Im Fokus stehen drei zentrale Aspekte: Datenschutz und Datensicherheit, Kosten und Nutzen sowie die Regelung zum zuverlässigen Datenverkehr. Kern des Gesetzes ist der Fahrplan für den Rollout intelligenter Messsysteme. Die Einbauverpflichtung beginnt im Verbrauchssegment von 100.000 bis 10.000 Kilowattstunden zum 1. Januar 2017. Bis Anfang 2028 sollen dann alle Verbrauchsstellen mit mindestens 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sein. Für Gaszähler gelten diese Bestimmungen, soweit es sich um neue Messeinrichtungen handelt.

Der Entwurf rief bislang durchaus gemischte Reaktionen hervor. Die Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche, erklärte, der VKU begrüße den Entwurf, der alle notwendigen Regelungen zum Rollout intelligenter Messsysteme bündele. Allerdings sei es für die Stadtwerke wichtig, dass Aufwand und Nutzen stimmen. Kritisch sieht der VKU die Übertragung der Bilanzkreisabrechnung von den Verteil- auf die vier Übertragungsnetzbetreiber. Dies stelle faktisch eine Monopolisierung dar.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt den Einbau intelligenter Messsysteme ebenfalls. Doch müssten Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Besonders hebt der BDEW die Bedeutung des Datenschutzes hervor. Jedoch seien noch einige Fragen ungeklärt, so etwa die Refinanzierung der Investitionskosten bei Messstellenbetreibern.

Dagegen bezeichnete Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne), intelligente Mess-, Zähl- und Steuersysteme als Rückgrat des digitalen Energiesystems von morgen. Ein verbindlicher Rechtsrahmen mit klaren Vorgaben für Messsysteme sei daher ein längst überfälliger Schritt. Zudem unterstreicht der bne die Chancen für neue Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung. Kunden könnten so zu „Prosumern“ werden, welche selbst über Wärmepumpen oder Photovoltaik-Anlagen verfügen.

 

www.bmwi.de

Monopolkommission: Wettbewerb im Energiemarkt gut

Die Monopolkommission hat das Sondergutachten nach § 62 des Energiewirtschaftsgesetzes vorgelegt. Unter dem Titel „Energie 2015: Ein wettbewerbliches Marktdesign für die Energiewende" untersucht die Kommission die Wettbewerbssituation auf den Energiemärkten. Das Ergebnis sieht – anders als vor vier Jahren – aus Wettbewerbssicht erfreulich aus: Obwohl die „großen Vier“ – e.on, RWE, Vattenfall und EnBW – immer noch für 62 Prozent der konventionellen Stromerzeugung stehen, liege „derzeit keine Marktbeherrschung vor“. Verschiedene Indexwerte zur Berechnung von Marktmacht seien „unproblematisch“ beziehungsweise „unauffällig“.

Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bestätigt, dass in den vergangenen Jahren bei der Wettbewerbsintensität große Fortschritte erzielt wurden. Der deutsche Strommarkt zeichne sich mittlerweile durch eine „große Akteursvielfalt“ aus. „Im Schnitt konkurrieren pro Netzgebiet 80 Stromanbieter und 30 bis 50 Gaslieferanten um die Gunst der Kunden.“

Zwar halten die „großen Vier“ nach wie vor einen hohen Marktanteil: RWE kommt weiterhin auf 21 Prozent, knapp gefolgt von e.on mit 15 Prozent und Vattenfall mit 13 Prozent. Doch bezieht sich dieser Anteil stets nur auf die konventionelle Stromerzeugung – und deren Bedeutung ist im Zuge der Energiewende insgesamt deutlich geringer geworden.

Noch vor vier Jahren hatte das Urteil der Monopolkommission anders geklungen: Im September 2011 hieß es, die Wettbewerbssituation auf dem Strommarkt sei „nach wie vor unbefriedigend“. Die Konzerne e.on, RWE, Vattenfall und EnBW verfügten nach Berechnungen der Kommission seinerzeit allein über rund 80 Prozent der Stromerzeugungskapazitäten in Deutschland.

 

www.monopolkommission.de

BNetzA startet dritte PV-Freiflächenausschreibung

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die dritte Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen gestartet. Das Ausschreibungsvolumen beträgt 200 Megawatt; es liegt damit um 50 Megawatt über den bisherigen Runden. Gebote sind maximal bis zu einer Höhe von 11,09 Cent je Kilowattstunde möglich; auch diesmal gilt das Einheitspreisverfahren („uniform pricing“) – das heißt, das letzte zum Zuge gekommene Gebot bestimmt den Preis aller Gebote. Bieter können ihre Gebote bis zum 1. Dezember 2015 abgeben.

Die PV-Vergütungssätze bleiben indes auf dem gewohnten Niveau. Wie Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur, mitteilte, lägen die Zubauzahlen der vergangenen zwölf Monate mit etwa 1.437 Megawatt unterhalb des gesetzlich festgelegten Zubaukorridors von 2.400 bis 2.600 Megawatt.

Für die anderen regenerativen Erzeugungsarten ergibt sich ein unterschiedliches Bild. Für den Zeitraum August 2014 bis August 2015 betrug der Zubau der Windenergie an Land 3.666 Megawatt netto. Insgesamt wurden 3.943 Megawatt neu installierte Onshore-Windenergieleistung in Betrieb genommen und 277 Megawatt endgültig stillgelegt. Im gleichen Zeitraum wurden Biomasseanlagen mit einer Leistung von insgesamt 71 Megawatt neu in Betrieb genommen. Für die Flexibilitätsprämie von Biomasse-Bestandsanlagen ist ein „Deckel“ mit einer Obergrenze von insgesamt 1.350 Megawatt zusätzlich installierter Leistung vorgesehen. Bis Ende Mai 2015 betrug der hierauf anrechenbare Zubau rund 60 Megawatt.

Unterdessen diskutiert die Windenergiebranche bereits das künftige Ausschreibungsmodell für Offshore-Windkraft. Bis Anfang Oktober konnten die führenden Verbände, Netzwerke und Organisationen eine Stellungnahme hierzu beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) einreichen. Dabei zeichnet sich ab, dass es keine gemeinsame Position in der Branche gibt. Der VDMA Power Systems und die Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie, in der sich die wichtigsten Betreiber von Offshore-Windparks organisieren, haben ein gemeinsames Positionspapier nicht unterzeichnet.

Teile der Branche sprechen sich für das sogenannte ONEPplus-Modell aus, das eine Weiterentwicklung des bestehenden Offshore-Netzentwicklungsplans vorsieht. Das BMWi und einige der Windenergieunternehmen favorisieren dagegen das Zentral-Modell nach dänischem Muster. Hierbei übernimmt der Staat die teuren Vorlaufkosten unter anderem für Umweltgutachten und Netzanschluss, Unternehmen bieten dann auf die ausgewiesenen Flächen.

Einigkeit herrscht dagegen in der Frage des Ausschreibungsvolumens. Da das festgelegte Ausbauziel von 6.500 Megawatt bis Ende 2020 wohl übererfüllt wird, soll der „Überhang“ nicht mit den Volumina für die Jahre 2021 bis 2023 verrechnet werden. Wie Urs Wahl, Geschäftsführer der Offshore-Windindustrie-Allianz (OWIA), mitteilte, würde dies dazu führen, dass in diesem Zeitraum gerade mal ein Windpark gebaut werden könnte. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz hatte Anfang September eine jährliche Ausbauleistung von mindestens 1.200 Megawatt vorgeschlagen. 

 

www.bundesnetzagentur.de

Deutsche stehen hinter Ökostromförderung

Die Mehrheit der Deutschen hält die Ökostrom-Förderung nicht für zu teuer. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die TNS Emnid im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) durchgeführt hat. Demnach sind mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) mit der Höhe der EEG-Umlage einverstanden. Sechs Prozent halten die EEG-Umlage sogar für „zu niedrig“. Dagegen sind weniger als ein Drittel (31 Prozent) der Meinung, die Umlage sei „zu hoch“.

Die Zustimmung, die die AEE seit 2011 jährlich erheben lässt, ist in den letzten drei Jahren sogar kontinuierlich gestiegen. Die Bereitschaft, persönlich für die Energiewende aktiv zu werden, ist hoch. Rund 87 Prozent würden gerne Ökostrom beziehen, der in der eigenen Region produziert wird. Die Umstellung auf eine umweltfreundliche Heizung befürworten 77 Prozent, den Wechsel von Normal- zu Ökostrom 68 Prozent.

AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer sieht sich durch die Umfrage in der Forderung bestätigt, dass „das weitere Wachstum der erneuerbaren Energie nicht gedeckelt werden“ dürfe. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, Hermann Falk, räumte ein, dass sich „in vielen Regionen vielleicht nicht mehr, aber zumindest lauterer Protest“ besonders gegen die Windkraft formiert habe. Der Widerstand sei aber „oft Ausdruck von Angst und Unsicherheit“. Er lasse sich am besten auflösen, wenn frühzeitig umfassend informiert werde, die verschiedenen Interessen berücksichtigt und einvernehmliche Lösungen gesucht würden. Viele Beispiele in ganz Deutschland zeigten, dass das gut gelingen könne.

Diese Ergebnisse fügen sich ein in einen weltweiten Trend. Die Investitionen in erneuerbare Energien waren 2014 auf dem zweithöchsten Stand seit Beginn der Berechnungen im Jahr 2004. Mehr als die Hälfte aller Länder fördert einer aktuellen Marktanalyse im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge den Ausbau erneuerbarer Energien. So gab es im vergangenen Jahr lediglich fünf Länder, die keinerlei erneuerbare Energien nutzten. Insbesondere bei Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft und geothermischer Stromerzeugung verlief der Ausbau dynamisch.

Insbesondere afrikanische Staaten führten in den vergangenen zwei Jahren Fördersysteme ein oder erarbeiten diese aktuell. Nur wenige Staaten schafften aufgrund ihrer angespannten wirtschaftlichen Lage oder wegen energiepolitischer Richtungsänderungen Fördersysteme ab. Zudem bestünden auf einigen Märkten noch signifikante Barrieren, die den Marktzugang für ausländische Unternehmen erschweren und somit den Ausbau bremsen.

 

Ansprechpartner
Torsten Brose
0221.931819-26
brose@asew.de

Marktchancen für erneuerbare Energien durch Flexibilisierung

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat die Studie „Analyse ausgewählter Einflussfaktoren auf den Marktwert Erneuerbarer Energien“ veröffentlicht. Staatssekretär Rainer Baake zufolge verdeutlicht die Studie vor allem, dass bei forciertem Netzausbau und sinkender konventioneller Erzeugung der absolute Marktwert der erneuerbaren Energien steige. Auch zeigten die Studienergebnisse, dass die im Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“ beschriebenen Maßnahmen die Marktchancen der erneuerbaren Energien steigerten. Damit einhergehend sinke der Förderbedarf.

Die Studie zeigt, dass die Erlösmöglichkeiten fluktuierender erneuerbarer Energien bei geeigneter Flexibilisierung des Energiesystems auch im Jahr 2030 und 2050 auf Marktpreisniveau bleiben, teilweise sogar deutlich steigen. Je mehr Geld die erneuerbaren Energien an den Strommärkten erlösten, desto geringer falle die Marktprämie nach dem EEG aus. Damit sinken die Kosten, welche die Stromverbraucher über die EEG-Umlage zu tragen haben.

 

Ansprechpartner
René Dittrich
0221.931819-31
dittrich@asew.de

Landwirtschaftsminister protegieren Biogas-Branche

Die Landwirtschaftsminister der Bundesländer setzen sich parteiübergreifend für einen Erhalt der Biogas-Förderung ein. Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner sagte, seit der letzten Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sei der Zubau neuer Biogas-Anlagen quasi auf null zurückgegangen. Die Landwirtschaftsminister seien sich einig darin, „dass wir auch künftig bestehende Anlagen erhalten und einen moderaten Zubau unterstützen wollen“. Die ersten Biogas-Anlagen feierten bald ihr 20-jähriges Bestehen. Da die Förderung auf 20 Jahre begrenzt sei, müssten Betriebe nun damit rechnen, „bald keine gesetzlich garantierte Vergütung mehr zu erhalten“. Die Minister wollten einhellig diese Betriebe auch weiterhin unterstützen. Außerdem sollen Biogas-Anlagen mit staatlicher Unterstützung technisch aufgerüstet werden, um künftig flexibler eingesetzt zu werden. „Nicht jede Biogas-Anlage soll ihren Strom postwendend abgeben, eine gewisse Speicherung soll ermöglicht werden, um eine verbrauchsabhängige Stromeinspeisung zu erreichen.“

 

Ansprechpartner
Sabrina Pieruschka
0221.931819-24
pieruschka@asew.de

Vorteile für Elektroautos sollen E-Mobilität Schub geben

Halter von Elektrofahrzeugen können ab sofort ein spezielles Nummernschild beantragen. Damit dürfen diese dann die Privilegien des Elektromobilitätsgesetzes nutzen. Dazu gehört zum Beispiel kostenloses Parken oder die Nutzung von reinen Busspuren. Dies gilt jedoch nur, wenn die jeweilige Kommune dies erlaubt. Wie das H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge sollen Elektrofahrzeuge künftig ein „E“ an letzter Stelle des Nummernschilds führen.

Das Nummernschild ist Teil des Maßnahmenpakets der Bundesregierung, das der Elektromobilität zu mehr Akzeptanz verhelfen soll. Dazu gehört laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auch die Befreiung der E-Autos von der Kfz-Steuer oder ein flächendeckendes Netz von Schnellladesäulen an Autobahnraststätten. Konkret gehen diese Maßnahmen aus dem Elektromobilitätsgesetz (EmoG) hervor. Andere europäische Länder gewähren zum Teil schon seit einigen Jahren Vergünstigungen für batteriebetriebene Fahrzeuge.

Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu haben. Bis Ende September waren 26.332 reine Elektrofahrzeuge sowie 136.908 Hybridfahrzeuge in Deutschland zugelassen. Das bedeutet zwar einen Zuwachs von 22,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch machen Elektrofahrzeuge lediglich 0,3 Prozent der Neuzulassungen im September sowie weniger als 0,06 Prozent des gesamten KfZ-Bestandes in Deutschland aus.

 

Ansprechpartner:
David Schymczyk
0221.931819-14
schymczyk@asew.de

Lokale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien

Allein im Jahr 2014 wurden fast 19 Milliarden Euro in die Errichtung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland investiert. Für Städte und Gemeinden bieten solche Projekte vor Ort die Chance, das Klima zu schützen sowie die regionale Wirtschaft zu stärken. Doch wie geht man als Kommune an solche Projekte heran? Von welchen Beispielen kann man lernen? Die Agentur für Erneuerbare Energien, die EnergieAgentur.NRW sowie der Landesverband Erneuerbare Energien NRW bieten eine Veranstaltung an, die auf diese Fragen eingeht: Dezentrale Energiewende zahlt sich aus? Lokale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien am 20. Oktober 2015 in Gelsenkirchen.

Die genaue Agenda sowie Anmeldungsmodalitäten finden Sie hier.

IT-Sicherheit: ASEW unterstützt Stadtwerke

Das Internet der Dinge, die Industrie 4.0, wächst nahezu atemberaubend. Immer mehr Geräte sind in den modernen Industriegesellschaften miteinander vernetzt. Damit nimmt aber zugleich die Angreifbarkeit der modernen Gesellschaft zu. Vor allem kritische Infrastrukturen, also auch Strom- und Gasnetze, bedürfen dabei einer besonderen Wachsamkeit. Mit Inkrafttreten des IT-Sicherheitsgesetzes und der Veröffentlichung des IT-Sicherheitskatalogs liegen die Anforderungen für die Sicherheit kritischer Infrastrukturen vor.

Betreiber von Gas- und Stromnetzen sind betroffen. Sie müssen bis 30. November 2015 einen Ansprechpartner IT-Sicherheit inklusive Kontaktdaten benennen. „Das Thema ist für Stadtwerke also hochaktuell“, sagt David Schymczyk, Kunden- und Produktmanager der ASEW. „Viele Fragen stellen sich derzeit. Um ein Forum für Diskussionen zu schaffen und eine Plattform zum Austausch zu bieten, gründet die ASEW den Arbeitskreis IT-Sicherheit. Dieser steht Interessierten offen, um Fragen zu klären und Lösungen zu erarbeiten.“

Energieversorger sollten sich zudem bereits jetzt auf die Anforderungen der angedachten Informationssicherheitsmanagementsyteme (ISMS) vorbereiten. Ein erster Schritt ist die Benennung des geforderten Ansprechpartners IT-Sicherheit. Die ASEW unterstützt beim Aufbau der entsprechenden Kompetenzen. Ein dreitägiger Lehrgang vermittelt das Rüstzeug, das man als IT-Sicherheitsbeauftragter benötigt. Zudem bietet die ASEW Unterstützung, um den Stand der IT-Sicherheit im Unternehmen zu evaluieren und die ISMS-Implementierung zu begleiten.

Anfang November findet die Auftaktveranstaltung des ASEW-Arbeitskreises IT-Sicherheit statt. Der Arbeitskreis wird im Rahmen des Forschungsprojektes SIDATE konstituiert und dient als Plattform zur Unterstützung bei der Umsetzung der gesetzlichen IT-Sicherheitsanforderungen. Gemeinsam werden verschiedene Arbeitsunterlagen, etwa zur Analyse des bestehenden IT-Sicherheitsniveaus, entwickelt. Die Projektergebnisse kommen so dem gesamten Netzwerk zugute.

 

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David Schymczyk
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Energieaudits: Deadline rückt näher

In gut zwei Monaten ist die Frist um: Betriebe, die nicht als Kleine und Mittlere Unternehmen (Nicht-KMU) definiert sind, müssen dann ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 nachweisen. Unternehmen, die auch nach dem 5. Dezember 2015 kein Energieaudit nachweisen, drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Die Vorteile eines Energiaudits liegen auf der Hand: Durch die konsequente Auswertung der Energieflüsse im Unternehmen lässt sich ein Maßnahmenpaket zur Steigerung der Energieeffizienz erarbeiten. So sind Energieeinsparungen zwischen zehn und fünfzehn Prozent durchaus möglich.

Die ASEW hat bislang knapp 60 Unternehmen bei der Auditierung begleitet oder zu Fragen rund um die Energieaudits beraten. Allein unsere Weiterbildungsangebote durchliefen mehr als 100 Teilnehmer aus gut 60 Unternehmen. Neben der Mitarbeiterqualifizierung und der Begleitung der Auditdurchführung im Unternehmen hat die ASEW zahlreiche Stadtwerke beim Aufbau des Geschäftsfeldes Energieeffizienzsysteme unterstützt.

„Aufbauend auf den beim Energieaudit erhobenen Daten lassen sich eine ganze Reihe von Folgedienstleistungen entwickeln", sagt Janike Klement, Kunden und Produktmanagerin bei der ASEW. „Angefangen bei Mess-Dienstleistungen über Full-Service-Contracting bis zum Aufbau eines Energie- oder Umweltmanagementsystems – es ergeben sich hier vielfältige Anknüpfungspunkte."

Die verbliebene Frist ist knapp, doch bietet sich Unternehmen eine weitere Möglichkeit, den gesetzlichen Anforderungen Genüge zu tun. Mit einem höherwertigen Energie- oder Umweltmanagementsystem nach ISO 50001 bzw. EMAS gilt die Energieauditpflicht ebenfalls als erfüllt. Wer sich für diesen Weg entscheidet, dem bleibt für die Umsetzung noch ein weiteres Jahr – vorausgesetzt der Prozess zur Implementierung wurde noch vor dem 5. Dezember 2015 begonnen.  „Die Implementierung eines solchen Systems kann durchaus die sinnvollere Alternative sein. Zwar sind die Kosten im Vergleich zum Energieaudit höher", so Janike Klement. „Da ein Managementsystem aber kontinuierlich Daten zum Energieverbrauch liefert, ist die zu realisierende Energieeinsparung auch meist deutlich größer als bei einem Energieaudit. Die ASEW unterstützt gerne dabei, das Potenzial eines Managementsystems zu prüfen oder dieses im Unternehmen zu implementieren.“

 

Ansprechpartner:
Janike Klement
0221.931819-12
klement@asew.de

Deutsche sparen sich die Heizung

Die Deutschen sind zum Start der Heizperiode weiterhin im Energiesparmodus. Nach einer aktuellen YouGov-Studie schaltet aktuell nur knapp jeder Fünfte bereits die Heizung an. Die meisten (34 Prozent) machen es sich zu Hause eher mit einer warmen Decke gemütlich. Auch die bevorzugte Wohlfühltemperatur in den eigenen vier Wänden ist eher niedrig: Die Hälfte der Befragten fühlt sich bei 19 bis 21 Grad am wohlsten, über 24 Grad gilt dies nur für drei Prozent der Deutschen.

Auf diesem allgemeinen Spartrend lässt sich vertrieblich aufbauen. Ein Grund für die Zurückhaltung beim Heizen dürfte im sparsamen Verbrauch von Heizmaterial zu finden sein. Immerhin sind laut Bundeswirtschaftsministerium rund dreizehn Millionen deutsche Heizungen älter als fünfzehn Jahre – und siebzig Prozent aller Heizungen arbeiten höchstens mit Effizienzklasse C. Viele Deutsche nutzen ihre „alten Schätzchen“, da Aufrüstung bzw. Neuanschaffung mit größeren Investititonen verbunden sind.

Genau diese Gruppe sprechen Stadtwerkeangebote zu Contractingmodellen an. Hiermit realisieren Kunden eine effiziente, im Betrieb kostengünstige Heizung, ohne die Investitionskosten schultern zu müssen. Die ASEW unterstützt Stadtwerke mit Beratungsleistungen zum Aufbau des Geschäftsfeldes Contracting. Unseren Mitgliedern bieten wir zudem einen kostenlosen Mustervertrag zum Wärmeliefercontracting mittels Mikro-BHKW.

 

Ansprechpartner
Sarah Scholz
0221.931819-28
scholz@asew.de

Nächste ASEW-Veranstaltungen


24. bis 26. November 2015, Köln:

Lehrgang „IT-Sicherheitsbeauftragter“ >>

25. November 2015, Mannheim:
Datenschutz im Vertrieb & neue Medien >>

01. bis 05. Dezember 2015, Wuppertal:
Qualifizierungslehrgang Gewerbekundenbetreuung >>

15. und 16. Dezember 2015, Dortmund:
Dienstleistungen für Geschäftskunden >>

 

Partnerveranstaltungen


StadtwerkeForum 2016

09. und 10. November 2015, Köln >>

VKU-Verbandstagung 2015
11. und 12. November 2015, Berlin >>

Das Herkunftsnachweisregister für Strom aus EE: Zweiter interdisziplinärer Erfahrungsaustausch für MHKW
02. Dezember 2015, Berlin >>

Veranstaltungen des Bundesverbands WindEnergie (BWE)
>>

 

Inhouse-Seminare

Die Inhouse-Schulungen der ASEW sind eine gute Form, möglichst kostengünstig und flexibel viele Mitarbeiter zu schulen. Denn die Schulungen werden auf die spezifischen Bedürfnisse und Wünsche des Mitgliedsstadtwerks zugeschnitten. Die ASEW verweist gezielt darauf, dieses Angebot zu nutzen.

Ihnen schwebt beispielsweise ein konkretes Thema vor oder Sie möchten Ihren Vertrieb oder Ihre Mitarbeiter aus dem Kundenzentrum zu wichtigen Themen fit machen? Möchten Sie Ihre Key Account-Manager zum Beispiel zum Thema „Energiesteuern/-abgaben/-umlagen“ schulen und Ihrem Geschäftskundenvertrieb ein neues Werkzeug an die Hand geben?

Dann sprechen Sie uns an. Wir stimmen mit Ihnen die Inhalte ab, suchen die passenden Referenten und begeben uns gemeinsam mit Ihnen auf die Suche nach weiteren Stadtwerken in Ihrer Region.
Somit sparen Sie nicht nur Zeit und Geld – sie schaffen es auf effiziente Weise, Ihre Mitarbeiter weiterzubilden.


Ansprechpartner:
Matthias Laufenberg 
0221.931819-17
veranstaltungen@asew.de

Nächste ASEW-Arbeitskreise

21. und 22. Oktober, Witten:
Arbeitskreis Kundenbeziehungsmanagement >>
Arbeitskreis Wohnungswirtschaft >>

04. und 05. November 2015, Schneeberg:
Arbeitskreis Energiemanagementsysteme >>

05. und 06. November 2015, Köln:
Auftaktveranstaltung des Arbeitskreises IT-Sicherheit >>

10. und 11. November 2015, Troisdorf:
Arbeitskreis Innovative Technologien >>


Die Arbeitskreise der ASEW stehen allen ASEW-Mitgliedsunternehmen kostenfrei zur Verfügung. Sie sind herzlich eingeladen, an unseren Sitzungen teilzunehmen. Eine Übersicht zu allen Arbeitskreisen finden Sie hier.

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

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