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ASEW Newsletter
Ausgabe Nr. 10/2015

IT-Sicherheit: ASEW-Angebot für Stadtwerke

Stadtwerke als Betreiber von Strom- und Gasnetzen müssen sich ab sofort noch mehr um die Netzsicherheit kümmern. Mit Inkrafttreten des IT-Sicherheitsgesetzes, das durch den IT-Sicherheitskatalog der Bundesnetzagentur ergänzt wurde, müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen – und als solche sind die Strom- und Gasnetze eingestuft – bis zum 30. November 2015 einen Ansprechpartner IT-Sicherheit für die Bundesnetzagentur benennen. Dieser ist der zentrale Ansprechpartner bei Fragen zur Netzsicherheit, bei Meldungen von berichtpflichtigen Vorfällen sowie bei allen Aktivitäten, die in Verbindung mit dem IT-Sicherheitskonzept stehen.

Was muss ein solcher Ansprechpartner IT-Sicherheit beherrschen? Kann man die Funktion als Zusatzaufgabe übernehmen? Oder ist wegen hohen Arbeitspensums die Schaffung einer neuen Stelle nötig? Die ASEW bietet vom 24. bis 26. November 2015 einen Lehrgang „IT-Sicherheitsbeauftragter" an. Dieser klärt alle Fragen rund um den gesetzlich festgeschriebenen Ansprechpartner IT-Sicherheit: Welche Aufgaben kommen auf diesen zu? Wie institutionalisiert man einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Unternehmen? Wie muss ein unternehmensweites IT-Sicherheitskonzept aussehen? Welche Voraussetzungen müssen für die Implementierung des ab Anfang 2018 vorgeschriebenen Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) geschaffen werden?

Die ASEW begleitet darüber hinaus Stadtwerke bei der Implementierung eines ISMS, das den Anforderungen des IT-Sicherheitsgesetzes genügt. Unsere Beratungsleistung ist speziell für die Bedürfnisse von Energieversorgern optimiert und besteht aus drei Modulen: Ein Workshop erschließt das Thema IT-Sicherheit im Stadtwerk und bildet die Basis für anstehende Entscheidungen und Maßnahmen. Hierauf folgen eine Bestandsanalyse des IT-Sicherheitsniveaus und schließlich die ISMS-Implementierung.

Seit diesem Jahr beteiligt sich die ASEW am IT-Sicherheitsforschungsprojekt SIDATE. Als Diskussions- und Arbeitsplattform hat sich in diesem Rahmen der Arbeitskreis IT-Sicherheit konstituiert. Hier erhalten die beteiligten Stadtwerke Unterstützung bei der Umsetzung der Anforderungen zur IT-Sicherheit. Gemeinsam werden verschiedene Arbeitsunterlagen, zum Beispiel zur Analyse des bestehenden IT-Sicherheitsniveaus, entwickelt. Die Auftaktveranstaltung fand Anfang November statt, das nächste Treffen des Arbeitskreises ist für März 2016 geplant. Interessenten, die im Arbeitskreis sowie im Forschungsprojekt mitwirken wollen, sind herzlich zur Teilnahme wie Mitarbeit eingeladen.

 

Ansprechpartner
Michael Kreusch
0221.931819-20
kreusch@asew.de

ASEW überarbeitet Ökoenergieangebot

 

VKU-Hauptgeschäftsführerin neue BVÖD-Präsidentin

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche ist zur Präsidentin des Bundesverbandes Öffentliche Dienstleistungen (BVÖD) gewählt worden. Anlässlich der BVÖD-Mitgliederversammlung wurde das Präsidium neu gewählt. Dabei wurde Reiche neue BVÖD-Präsidentin. Reiche betonte, der öffentliche Dienstleistungssektor sei durch seine tägliche Arbeit Garant für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, stelle die notwendigen Infrastrukturen bereit und übernehme Verantwortung für die Bürger.

Auch an der Spitze des Verbands kommunaler Unternehmen gibt es eine Personalie zu vermelden: Ab 1. Januar 2016 übernimmt der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling das Amt des VKU-Präsidenten. Der jetzige Präsident Ivo Gönner gibt sein Amt nach drei Jahren ab, er kandidiert nicht noch einmal als Ulmer Oberbürgermeister. Ebling ist Jurist und seit 2012 Mainzer Oberbürgermeister. Seit 2014 ist er auch Mitglied des Präsidiums des Deutschen Städtetages. Ebling zufolge seien die kommunalen Unternehmen Garant für das Funktionieren des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Zentrale Aufgabe bleibe die Gestaltung eines Rahmens, in dem die Unternehmen erfolgreich und nachhaltig arbeiten könnten. Konkret gehe es dabei auch um die Ausgestaltung der Energiewende.

 

Ansprechpartner
Daniela Wallikewitz
0221.931819-16
wallikewitz@asew.de

Trier: Kapitel Black Gekko schließen

Die Negativnachrichten um das Projekt Black Gekko reißen nicht ab. Die Stadtwerke Trier GmbH haben den Ausstieg aus dem Gemeinschaftskohlekraftwerk Hamm beschlossen. Zuvor hatte RWE, Projektführer des Kraftwerks, den Anteilseignern zwei Exit-Optionen angeboten: einen Teilausstieg zu 50 Prozent oder die komplette Trennung. Der „Trierische Volksfreund“ zitierte einen Stadtwerkesprecher, demzufolge der Stadtwerkevorstand aufgrund der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen Risiken „den Gremien vorschlagen [werde], komplett aus dem Projekt auszusteigen“. Die Stadtwerke Trier hatten bislang Rückstellungen in Höhe von 7,6 Millionen Euro gebildet.

Auch andere Stadtwerke wollen dem Trierer Beispiel folgen. Die Energie-Tochter der Stadtwerke Dortmund, DEW21, rechnet mit Kosten im zweistelligen Millionenbereich. Demnach wurden bereits 65 Millionen Euro zurückgestellt. Laut „Westdeutscher Allgemeiner Zeitung“ könnten bei einem Komplettausstieg nochmals 30 Millionen Euro an Verlusten hinzukommen. Auch die Stadtwerke Radevormwald, Hamm und Osnabrück arbeiten am Ausstieg.

Am Projekt Black Gekko sind unter Federführung von RWE 23 Stadtwerke beteiligt. Wegen technischer Schwierigkeiten ist der zweite Block immer noch nicht in Betrieb – und wird wegen schwerer Probleme der Kesseltechnik wohl nie in Betrieb gehen. Der erste Block läuft seit vergangenem Jahr. Ursprünglich sollte das Kraftwerk 2011 am Netz sein. Das Kraftwerk kostete bislang etwa drei Milliarden Euro.

 

www.swt.de

Stuttgart: Kommune befasst sich erneut mit Fernwärmenetz

Der Stuttgarter Gemeinderat befasst sich erneut mit einem möglichen Kauf des Fernwärmenetzes der Energie Baden-Württemberg (EnBW). Anlass ist das „Bürgerbegehren Fernwärme“, für das nach einer Prüfung des Statistischen Amtes die erforderlichen 20.000 Unterschriften vorliegen. Die Stadtverwaltung will mit einem Rechtsgutachten zunächst klären, ob das Bürgerbegehren zulässig ist. Sollte das der Fall sein, kann der Gemeinderat die Forderung annehmen oder einen Bürgerentscheid initiieren. Bereits 2013 wurde in einem Gutachten für die Stadt festgestellt, dass die Rekommunalisierung rechtlich zulässig sei. Gespräche mit EnBW verliefen seinerzeit indes erfolglos.

Der Gemeinderat hat mit Gründung der Stadtwerke Stuttgart GmbH und dem Kauf von Windkraftanlagen entschieden, dass sich die Stadt aktiv an der Energiewende beteiligt. Ein Aspekt dabei ist die Umstellung der Wärmeversorgung, die kohlenstoffärmer werden soll. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens wollen, dass auf Kraft-Wärme-Kopplung und dezentrale Systeme umgestellt wird. Sie fordern außerdem, mittelfristig die Müllverbrennung in der Stadt einzustellen.

 

www.stadtwerke-stuttgart.de

München: Virtuelles Kraftwerk integriert kinetischen Speicher

Die Stadtwerke München GmbH (SWM) haben in ihr virtuelles Kraftwerk erstmals einen kinetischen Energiespeicher in den kommerziellen Betrieb überführt. Es handelt sich dabei um den auf Schwungradbasis betriebenen Speicher „DuraStor“ von Stornetic. Wie Dr. Markus Henle, Projektleiter für das virtuelle Kraftwerk, mitteilte, nutzen die Stadtwerke den Speicher unter anderem zur Regelenergie und zum Ausgleich von Prognoseabweichungen.

Der Speicher bringt eine Leistung von bis zu 600 Kilovoltampere bei einem Speichervolumen von circa 100 Kilowattstunden. Er besteht aus 28 Schwungrädern, die bis zu 45.000 Umdrehungen pro Minute schaffen. Die SWM hatten ihr virtuelles Kraftwerk 2010 als Pilotprojekt mit eigenen Anlagen gestartet. Seitdem wurde es durch Anlagen außerhalb des Unternehmens erweitert. Derzeit umfasst es Energieträger wie Bioenergie, Wind-, Solar- und Wasserkraft. Darüber hinaus sind auch steuerbare Verbraucher einbezogen.

 

www.swm.de

Gütersloh: Stadtwerke planen Klimaquartiere

Die Stadtwerke Gütersloh GmbH setzen Akzente in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz. Für drei Wohngebiete konzipieren die Stadtwerke mit Unterstützung der Stadt energetische Quartierskonzepte. Die KfW unterstützt dabei über die Bereitstellung von Zuschüssen. Basierend auf der Energiebilanz sollen Maßnahmen zur Erschließung von Energieeinsparpotenzialen, zur Effizienzsteigerung sowie zur verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien aufgezeigt werden. Auf diese Weise können CO2-Emissionen sowie die Energiekosten für die Haushalte gesenkt werden. Wie die Stadtwerke mitteilten, ermittle man Spar- und Effizienzsteigerungs-Potenziale anhand vorliegender Daten sowie durch Vor-Ort-Begehungen. Der Dialog mit Eigentümern und Bewohnern spiele eine zentrale Rolle.

 

www.stadtwerke-gt.de

Aschaffenburg: Entega verkauft AVG-Anteile an Stadtwerke

Die Entega AG verkauft im Rahmen eines Konsolidierungsprogramms ihre Anteile an der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH. Der Käufer: Die Stadtwerke Aschaffenburg. Seit 2005 hält Entega einen Anteil von rund 15 Prozent an der AVG. Der Entega-Vorstandsvorsitzenden Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig zufolge wolle sich der Konzern „in Zukunft bei unserem Beteiligungsportfolio vor allem auf die Region Südhessen und Mainz, also unser angestammtes Versorgungsgebiet“, konzentrieren. Durch den Verkauf wird die AVG wieder zu einer 100prozentigen Tochtergesellschaft der Stadtwerke Aschaffenburg. Über die Verkaufssumme wurde Stillschweigen vereinbart.

 

www.stadtwerke-aschaffenburg.de

Fürth: Solarstrom für Kindergärten

Eine Kinderkrippe und zwei Kindergärten werden ab sofort mit Ökostrom versorgt. Insgesamt drei neue Solaranlagen förderte die infra fürth gmbh. So werden im Ökumenischen Zentrum in der Gerhart-Hauptmann-Straße ein katholischer und ein evangelischer Kindergarten künftig durch jeweils eine Photovoltaikanlage versorgt. Etwa 40 bis 50 Prozent des Strombedarfs können nun durch Solarstrom gedeckt werden. Die infra fürth unterstützte die Investition mit einem Zuschuss von 5.000 Euro. Auch die Kinderkrippe St. Johannis wird künftig durch Ökostrom versorgt. Die Anlage produziert rund 6.500 Kilowattstunden Solarstrom im Jahr, von dem etwa ein Drittel in der Kinderkrippe selbst verbraucht wird. Ein Fünftel der Gesamtinvestition finanzierte infra fürth.

Möglich wurde die Förderung dank derjenigen Stromkunden, die das Produkt infra energreen beziehen. Der im Produkt enthaltene Aufpreis für eine umweltfreundliche Stromversorgung fließt in die Förderung regionaler Ökoenergieprojekte. Bereits seit April 2008 erhalten alle Fürther Haushalte und Gewerbekunden Strom aus Wasserkraft. Wer mehr für die Umwelt tun möchte, kann dies mit dem Bezug von infra energreen tun. Der Kunde zahlt in diesem Tarif zusätzlich fünf Euro pro Monat. Wie infra-Geschäftsführer Dr. Hans Partheimüller betont, diene das so zusätzlich eingenommene Geld ausschließlich der Anschubfinanzierung von Solarprojekten von kirchlichen und anderen gemeinnützigen Einrichtungen in Fürth. Auch im Frühjahr 2011 und im Mai 2013 hat infra fürth Solaranlagen in der Region bezuschusst.

Auch ASEW-Mitglieder haben die Möglichkeit, ähnlich wie die infra fürth, ihre Kunden direkt am Ausbau regionaler Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energien zu beteiligen. Mit energreen bietet die ASEW ein Produkt an, bei dessen Bezug Kunden einen zusätzlichen Aufschlag auf ihren Strompreis akzeptieren. Die so generierten Einnahmen fließen unmittelbar in die regionale Förderung der Energiewende. Zwischen 1999, dem Jahr des Produktstartes, und 2015 wurden so fast neun Millionen Euro zusätzliche Einnahmen generiert. Diese wurden von den Stadtwerken, die ein Produkt der energreen-Familie anbieten, unmittelbar in die regionale Förderung der erneuerbaren Energien investiert. Bei Interesse informieren wir Sie gerne detailliert. Sie erreichen uns unter 0221.931819-31 oder dittrich@asew.de.

 

www.infra-fuerth.de

Überwiegend negatives Echo auf KWKG-Entwurf

Der Bundesrat hat sich auf seiner letzten Sitzung mit dem Entwurf für die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) befasst. Die Ausschüsse für Wirtschaft sowie für Umwelt haben dabei Anpassungen im Entwurf vorgeschlagen. So soll die KWK-Förderung für Strom, der nicht in das öffentliche Netz eingespeist wird, für Anlagengrößen bis 250 kW statt 100 kW erfolgen. Auch sollen die KWK-Zuschläge für Anlagen bis 50 kW bei 5,41 Cent je Kilowattstunde belassen werden. Darüber hinaus regen beide Ausschüsse eine Prüfung der Gleichstellung von Contractoren mit dem Eigenbetrieb an.

Insgesamt stößt der Gesetzentwurf bei den größeren Branchenverbänden auf ein eher negatives Echo. So heißt es einhellig, die Neufassung des KWK-Gesetzes verkenne den Stellenwert von KWK, blockiere deren Potenziale und bleibe insgesamt hinter den Erfordernissen zurück. Dr. Klaus Jensch, Vorstand des Verbands Beratender Ingenieure (VBI), zufolge sei KWK die ideale Technologie für die Energiewende. Sie sei schnell, dezentral und genau dort, wo Strom und Wärme gerade gebraucht würden. Indes sollen KWK-Anlagen, die bei der ortsnahen Strom- und Wärmeversorgung zum Einsatz kommen, künftig in weiten Teilen nicht mehr oder nur geringfügig gefördert werden. Der Fokus des Regierungsentwurfs liege klar auf der Einspeisung in die Netze der allgemeinen Versorgung.

Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), kritisiert, dass die Bundesregierung mit der Beschränkung des Ausbauziel von 25 Prozent KWK-Anteil an der gesamten Stromerzeugung auf die sogenannte regelbare Stromerzeugung faktisch die Senkung der KWK-Ausbauziele betreibe. Birgit Arnold, Geschäftsführende Vizepräsidentin des VfW – Verband für Wärmelieferung betont, dass gerade der dezentrale Wärmemarkt klimapolitisch enorme Potenziale berge. Diese seien bis heute nicht annähernd erschlossen. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE), Stefan Kuluk, sekundiert. Kleine Anlagen würden immer noch nicht ausreichend gefördert, obwohl dies im Rahmen der beschleunigten Sanierung im Wärmemarkt dringend geboten wäre.

 

www.bmwi.de

Kabinett verabschiedet Strommarktdesign & Digitalisierungsgesetz

Die Bundesregierung hat Anfang November zwei wichtige Weichenstellungen für die zukünftige Gestalt des Energiemarktes vorgenommen.

Mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung des Strommarktes“ machte das Kabinett den Weg für eine sogenannte Kapazitätsreserve aus älteren Braunkohlekraftwerken frei. Bis 2017 sollen acht der ältesten deutschen Braunkohle-Kraftwerke gegen eine Entschädigung an die Betreiber aus dem Markt genommen, indes für Engpässe bereitgehalten werden. Langfristig sollen diese Kraftwerke dann endgültig vom Netz gehen. Die Kraftwerke der Konzerne RWE, Vattenfall und Mibrag mit einer Gesamtleistung von 2,7 Gigawatt sollen zunächst vier Jahre in Reserve gehalten und danach schrittweise stillgelegt werden. Als Entschädigung sollen die Betreiber über sieben Jahre insgesamt 1,61 Milliarden Euro erhalten.

Der Beschluss wurde indes heftig kritisiert. Insbesondere die EU-Kommission signalisierte, dass die Pläne mit dem geltenden Beihilferecht nicht vereinbar seien. So seien Kapazitätsmärkte zwar durchaus möglich. Diese müssten aber zum einen technologieneutral, zum anderen mit einem Vorrang für kohlenstoffarme Technologien gestaltet sein. Wie ein Kommissionssprecher mitteilte, befinde man sich in Kontakt mit der Bundesregierung. Man wolle sicherstellen, dass sich das deutsche Vorgehen mit den EU-Beihilferegeln vereinbaren lässt. Die Diskussionen befänden sich aktuell in einem frühen Stadium.

Der SPIEGEL bemängelte zudem einen Etikettenschwindel bei der Auswahl der Kraftwerke. Fünf der acht für die Reserve vorgesehenen Kraftwerksblöcke seien ohnehin zur Abschaltung vorgesehen gewesen. Stattdessen würden diese Blöcke nun teilweise vier Jahre länger als geplant am Netz bleiben. Laut Berechnungen von Energy Brainpool müsste zum Einhalten des nationalen Klimaschutzziels zudem bis 2020 die dreifache Menge an Braunkohle-Kraftwerkskapazität vom Netz gehen.

Trianel kündigte unterdessen an, gemeinsam mit mehreren Stadtwerken gegen den Beschluss vorzugehen. Wie „RP-Online“ berichtet, prüfe Trianel zusammen mit mehreren Stadtwerken, darunter auch München, eine Beteiligung am EU-Notifizierungsverfahren. Am Ende eines solchen Vorgangs kann eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof stehen. Die Wellen gegen die Entscheidung schlagen in der gesamten Stadtwerkewelt hoch. „Energate“ zitiert einen namentlich nicht genannten Stadtwerkevertreter mit „So eine Sauerei“. Vor allem die Begründung des Beschlusses als Maßnahme zur Versorgungssicherheit stößt auf Unverständnis. Das Umfeld für kleine Kraftwerksblöcke würde so nochmals erschwert.

Das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ soll hingegen dafür sorgen, dass beim Einsatz entsprechender Technologien der Nutzen für die Stromverbraucher die Kosten überwiegt. Intelligente Messsysteme (Smart Meter) sollen nur dort verpflichtend eingeführt werden, wo ein entsprechender Energieeffizienz-, System- oder Netznutzen entsteht. Daneben werden die Mehrkosten durch die Vorgabe strikter Preisobergrenzen begrenzt. Das Gesetz schafft nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums „die technischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Digitalisierung des Stromsektors, ohne die wichtige Elemente eines 'Strommarktes 2.0', wie z. B. Lastmanagement oder die sichere Systemintegration einer Vielzahl dezentraler erneuerbarer Erzeugungsanlagen, nicht zu realisieren sind.“ Hinsichtlich eines Zeitplans für den Smart Meter-Rollout sieht das Gesetz die Ausstattung von Verbrauchsstellen mit mehr als 100.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bis Anfang 2033, aller Verbrauchsstellen mit einem Jahresverbrauch zwischen 100.000 und 6.000 Kilowattstunden bis Anfang 2028 vor. Das Gesetz regelt außerdem, wer welche Daten erheben und zu welchem Zweck verwenden darf. Durch verbindliche Schutzprofile und Technische Richtlinien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollen hohe technische Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit für Smart Meter bestehen.

Auch an diesem Gesetzentwurf gibt es Kritik. Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) monierte, dass die Vorschläge des BMWi nicht alle Gesichtspunkte berücksichtigten und sich deshalb negativ auf das System auswirken könnten. Zudem sei der hochkomplexe Prozess ungenügend vorbereitet worden. Erst jahrelang verzögert, winke die Bundesregierung jetzt in Windeseile einen Gesetzesentwurf durch, der für Wirtschaft und Bürger richtig teuer werde. Außerdem seien einige Kernfragen noch offen: Es sei weder geklärt, was für eine sichere und gute Kommunkationsarchitektur überhaupt benötigt werde, noch welche Technik sich dafür eigne.

Die Endverbraucher würden mit unnötig hohen Kosten belastet. Zum Beispiel stellten die Entgelte für Smart Meter nur einen Teil der Kosten dar; der größere Anteil sei versteckt und werde über die Netzentgelte umgelegt. Kunden mit einem Stromverbrauch unter 20.000 Kilowattstunden pro Jahr hätten keinen erkennbaren und dauerhaften Nutzen von einem Smart Meter.

 

www.bundesregierung.de

Umlagen und Aufschläge für 2016 stehen fest

 

Zahl von Abregelungen nimmt zu

Die Bundesnetzagentur hat den Bericht „EEG in Zahlen 2014“ veröffentlicht. Daraus geht hervor: So viel Strom aus erneuerbaren Energien wie 2014 wurde bislang noch nie abgeregelt. Wie Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann erklärte, übersteige dieser Wert die kumulierten Werte der Jahre 2009 bis 2013. Dies entspreche zudem erstmals knapp über einem Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – mit zunehmender Tendenz. Nach Ansicht der BNetzA zeigten die Zahlen auch, wie notwendig ein zügiger Netzausbau zur Aufnahme des erneuerbar erzeugten Stroms sei.

Der BNetzA-Bericht zeigt, dass ein relativ großer Teil der Abregelungen von insgesamt rund 1,6 Milliarden Kilowattstunden durch Engpässe im Übertragungsnetz verursacht wurde. Die Eingriffe betrafen vor allem Windenergieanlagen in den nördlichen Bundesländern. Erstmals seien aber auch Biomasseanlagen in nennenswertem Umfang abgeregelt worden.

Mit einer installierten Leistung von 85 Gigawatt und einer gesamten Erzeugung von 136 Terawattstunden schreite die Energiewende im Erzeugungsbereich voran. Die Zubaurate gehe dabei indes leicht zurück. Sie betrug 2014 rund 4 Prozent – im Vergleich zu 9 Prozent ein Jahr zuvor. Im Bundesländervergleich verzeichnet Bayern die höchsten Zubauraten bei Photovoltaikanlagen (309 Megawatt oder 20 Prozent des bundesweiten Zubaus 2014), Schleswig-Holstein bei onshore-Windenergieanlagen (1.201 Megawatt oder 30 Prozent des bundesweiten Zubaus 2014).

Auch die Kosten für Redispatch-Maßnahmen werden in diesem Jahr wohl einen Höchststand erreichen. Für das erste Halbjahr liefen bei den vier Übertragungsnetzbetreibern Kosten von fast 265 Millionen Euro auf. So meldete etwa 50Hertz, dass während der Hitzewelle im Sommer für Redispatch-Maßnahmen in seiner Regelzone und für grenzüberschreitende Eingriffe im Verbund mit den Nachbarn mindestens 25 Millionen Euro angefallen seien. Für das Gesamtjahr 2015 rechnet das Unternehmen mit Ausgaben von 250 Millionen Euro oder mehr. 2014 waren es nur 90 Millionen Euro. Weil die Situation bei den anderen ÜNB ähnlich aussieht, sei 2015 bundesweit mit Redispach-Kosten von insgesamt bis zu 500 Millionen Euro zu rechnen.

 

www.bundesnetzagentur.de

Umweltbonus für Elektroautos

Um den Absatz von Elektroautos anzukurbeln, will die Bundesregierung den Kauf mit einem „Umweltbonus“ direkt bezuschussen. Bei der letzten Sitzung des Lenkungskreises Elektromobilität verständigten sich die beteiligten Ministerien auf eine Kaufprämie von bis zu 5.000 Euro. Damit soll das Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos auf die Straße zu bringen, vorangebracht werden. Bis Ende Oktober waren insgesamt knapp 28.000 Elektrofahrzeuge (0,063 Prozent des Gesamtbestandes) sowie weitere gut 140.000 Hybridfahrzeuge (0,32 Prozent des Gesamtbestandes) in Deutschland angemeldet. Damit ist das Ziel von 2,25 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge noch weit entfernt. Das komplette Förderprogramm soll jährlich 700 bis 800 Millionen Euro kosten.

Zur Finanzierung schlägt der Lenkungskreis in einem Zehn-Punkte-Plan unter anderem die Erhöhung der Mineralölsteuer um einen Cent vor. Dies würde Pkw-Nutzer mit „durchschnittlich nur weniger als 10 Euro“ pro Jahr belasten, aber zu „zusätzlichen Steuereinnahmen von ca. 500 bis 600 Millionen Euro“ führen. Alternativ könnte auch ein sogenanntes Bonus-Malus-Prinzip bei der Kraftfahrzeugsteuer greifen: Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß könnten deutlich höher belastet werden und die angedachte Prämie finanzieren. Derzeit arbeiten die Ministerien an einem Regierungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität, das auch den Aufbau von mehr Ladestationen und eine 30-Prozent-Quote für Neuanschaffungen von E-Autos für den Fuhrpark der öffentlichen Hand ab 2019 vorsieht.

 

www.bundesregierung.de

Ein Drittel Ökostrom bis Jahresende?

Der Anteil von Ökostrom am Strommix nimmt immer weiter zu. Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 35 Prozent zu erhöhen, scheint bereits jetzt zum Greifen nahe: Nach Schätzungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) könnte der Ökostrom-Anteil bis Ende 2015 auf 33 Prozent ansteigen. Wind-, Solar- oder Biomasse-Anlagen würden mit insgesamt 193 Milliarden Kilowattstundenwürden dann gut ein Drittel des Stromverbrauchs in Deutschland decken. 2014 lag der Anteil regenerativer Energiequellen am Strommix mit gut 161 Milliarden Kilowattstunden noch bei rund 27 Prozent. Insbesondere die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie ist laut BDWE in diesem Jahr stark angestiegen. Bis Ende Oktober seien bereits 63 Milliarden Kilowattstunden Strom in Windkraftanlagen erzeugt worden – 47 Prozent mehr, als im Vorjahreszeitraum. Zudem wurde allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres so viel Solarstrom erzeugt, wie im gesamten Jahr 2014 und das, obwohl aufgrund schlechter werdender Förderbedingungen immer weniger Photovoltaik-Anlagen errichtet werden.

In des steigt auch der deutsche Energieverbrauch. Laut Herbstprognose der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) könnte der Verbrauch bis Jahresende um etwa 1,7 Prozent steigen. Demnach sorge kühle Witterung für einen etwa 8,5 Prozent höheren Verbrauch an Erdgas. Die Prognose betrachtet auch die Produktion erneuerbarer Energien. Diese entwickelt sich weiterhin positiv. Im Schnitt steigt die Produktion hier um neun Prozent. Außergewöhnlich gute Windverhältnisse sowie der weiterhin hohe Anlagenzubau sorgten für einen Zuwachs bei der Windstromerzeugung um 52 Prozent. Wasserkraft mit knapp neun Prozent und Solarenergie mit etwa fünf Prozent folgen deutlich verhaltener.

Kritisch in Hinblick auf den Klimaschutz sieht die AGEB den Anstieg des Braunkohleverbrauchs um 1,7 Prozent, der aus einer etwa 0,5 Prozent höheren Produktion aus Braunkohlekraftwerken resultiert. Das erhöht wiederum den Stromexport: Deutschland führte in den vergangenen neun Monaten bereits so viel Strom aus wie im gesamten Jahr 2014. Seit Jahresbeginn ergab sich ein Saldo von 35,6 Milliarden Kilowattstunden. Damit könnte bis Ende des Jahres der Stromexport die Stromimporte um 50 Milliarden Kilowattstunden übersteigen. Das entspricht mehr als acht Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs. Auslöser hierfür ist das große Angebot an Erneuerbaren Energien, 2015 vor allem Windkraft. Zum einen waren die Windverhältnisse in diesem Jahr bislang recht gut. Zum anderen wurden in hohem Tempo neue Anlagen ans Netz gebracht, darunter vergleichsweise viele offshore-Anlagen. Zugleich bleiben die deutschen Kohlekraftwerke eine Säule der Stromerzeugung. Die Stromproduktion aus Stein- und Braunkohle liegt aktuell etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Rein rechnerisch fließt derzeit die Hälfte des Stroms aus Steinkohle oder ein Drittel des Stroms aus Braunkohle ins Ausland. Doch das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern. Bei der Bundesnetzagentur liegen inzwischen Anträge zur Stilllegung von 57 Kraftwerksblöcken vor.

 

Ansprechpartner
René Dittrich
0221.931819-31
dittrich@asew.de

Direktvermarktung mit neuer Rekordmarke

Die in Deutschland in der Direktvermarktung genutzte Leistung hat einen neuen Rekordwert erreicht. Wie aus den Erhebungen der vier Übertragungsnetzbetreiber hervorgeht, beläuft sich der Gesamtwert der zur Direktvermarktung angemeldeten installierten Leistung im November auf 51.725,4 Megawatt. Der Gesamtzuwachs hat mit 813 Megawatt im Vergleich zu den Vormonaten wieder etwas aufgeholt.

Den größten Anteil macht hierbei Onshore-Windenergie aus: Mit 35.917,2 Megawatt und einem Zuwachs von 558,7 Megawatt ist die Windenergie an Land erneut Spitzenreiter unter den erneuerbaren Energien. Im Gegensatz dazu stagniert die Offshore-Windenergie wie schon in den beiden Monaten zuvor bei 3.269 Megawatt angemeldeter installierter Leistung. Einen vergleichsweise großen Zuwachs kann im November die Solarenergie vorweisen. Mit einem Zuwachs von 209,2 Megawatt klettert ihr Anteil auf 6.865,9 Megawatt.

 

Ansprechpartner
Torsten Brose
0221.931819-26
brose@asew.de

 

Stadtwerke investieren stärker in erneuerbare Erzeugung

Stadtwerke investieren verstärkt in den Ausbau erneuerbarer Energien. Das geht aus der aktuellen Erzeugungsumfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) hervor. Demnach stieg der Anteil erneuerbarer Energien bei den Erzeugungskapazitäten 2014 von 13,5 Prozent auf 15,6 Prozent. Die installierte Leistung nahm um 650 Megawatt auf gut 3.700 Megawatt zu. Gemessen an der in Deutschland installierten Nettonennleistung in Höhe von 194,2 Gigawatt liegt der Marktanteil der Stadtwerke am Erzeugungsmarkt wie im Vorjahr bei 12,3 Prozent.

2014 investierten die kommunalen Unternehmen 5,08 Milliarden Euro in die Energieerzeugung. Gegenüber dem Vorjahr ist das zwar ein leichter Anstieg von 4,3 Prozent. Allerdings haben sich die Investitionen von 2011 bis 2014 nahezu halbiert. Wie VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche mitteilte, belegten die Zahlen den unsicheren energiepolitischen Rahmen für Investitionen. „Weder beim Strommarktdesign noch beim Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) war 2014 eine klare und langfristig verlässliche Planung der Bundesregierung absehbar. Genau das hat es für die kommunalen Energieversorger schwierig gemacht, mittel- bis langfristige finanzielle Verpflichtungen einzugehen.“

 

Ansprechpartner
Sabrina Pieruschka
0221.931819-24
pieruschka@asew.de

Energiebranche hat E-world 2016 im Fokus

Die E-world energy & water hat bei Europas Energie- und Wasserwirtschaft weiter Top-Priorität: Für das Gipfeltreffen der Branche vom 16. bis 18. Februar 2016 in der Messe Essen sind bereits über 70 Prozent der Ausstellungsfläche vergeben.

Neben Global Playern interessieren sich zunehmend junge innovative Unternehmen für die Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft. Im Mittelpunkt der E-world 2016 stehen innovative Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft – von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zu Handel, Effizienz und grünen Technologien.

Aktuellen Herausforderungen für die Energiewirtschaft, neuesten Entwicklungen in Vertrieb und Handel sowie aktuellen Rechtsfragen widmet sich der Fachkongress der E-world. An drei Tagen geben Experten in Konferenzen, Seminaren und Workshops ihr Wissen weiter.

Eines der Top-Themen der E-world 2016 wird erneut Smart Energy sein. Neben intelligent steuerbaren Netzen, Zählern und Gebäudetechnik stehen dabei zunehmend auch Apps zur mobilen Messdatenerfassung oder für Wartungsaufträge im Blickpunkt. Erstmals hat die E-world daher den „Energy App Award“ in drei Kategorien ausgelobt.

Auch die ASEW wird natürlich auf der E-world vertreten sein. Wie gewohnt finden Sie uns an Stand 143 in Halle 3. Gerne vereinbaren wir bereits jetzt einen Termin mit Ihnen, um Sie über die ASEW sowie unser vielfältiges Produktportfolio aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu informieren. Sie erreichen uns unter 0221.931819-0 oder info@asew.de.

Weitere Informationen zur E-world 2016 finden Sie unter www.e-world-essen.com

26. Symposium Thermische Solarenergie

Das 26. OTTI Symposium Thermische Solarenergie vom 20. bis 22. April 2016 im Kloster Banz bietet die Möglichkeit, in der aktuellen Umbruchphase der Energieversorgung an zentraler Stelle mitzudenken, zu diskutieren und sich auszutauschen. Themenschwerpunkte sind die neuesten technischen Entwicklungen, aber insbesondere auch wirtschaftliche und marktpolitische Aspekte. Ingenieure und Architekten aus Industrie und Forschung erhalten hier ein wirksames Forum, um Probleme und Erfahrungen bei der Planung und Realisierung von Gebäuden und Anlagen mit solarthermischen Kollektoren zu diskutieren.

Die genaue Agenda sowie Anmeldungsmodalitäten finden Sie hier.

IT-Sicherheit: ASEW unterstützt Stadtwerke

 

Energieaudits: Deadline rückt näher

Weniger als eine Woche bleibt noch: Betriebe, die nicht als Kleine und Mittlere Unternehmen (Nicht-KMU) definiert sind, müssen dann ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 nachweisen. Unternehmen, die auch nach dem 5. Dezember 2015 kein Energieaudit durchgeführt haben, drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Die Vorteile eines Energiaudits liegen auf der Hand: Durch die konsequente Auswertung der Energieflüsse im Unternehmen lässt sich ein Maßnahmenpaket zur Steigerung der Energieeffizienz erarbeiten. So sind Energieeinsparungen zwischen zehn und fünfzehn Prozent durchaus möglich.

„Aufbauend auf den beim Energieaudit erhobenen Daten lassen sich eine ganze Reihe von Folgedienstleistungen entwickeln", sagt Janike Klement, Kunden und Produktmanagerin bei der ASEW. „Angefangen bei Mess-Dienstleistungen über Full-Service-Contracting bis zum Aufbau eines Energie- oder Umweltmanagementsystems – es ergeben sich hier vielfältige Anknüpfungspunkte."

Die verbliebene Frist ist knapp, doch bietet sich Unternehmen eine weitere Möglichkeit, den gesetzlichen Anforderungen Genüge zu tun. Mit einem höherwertigen Energie- oder Umweltmanagementsystem nach ISO 50001 bzw. EMAS gilt die Energieauditpflicht ebenfalls als erfüllt. Wer sich für diesen Weg entscheidet, dem bleibt für die Umsetzung noch ein weiteres Jahr – vorausgesetzt der Prozess zur Implementierung wurde noch vor dem 5. Dezember 2015 begonnen. „Die Implementierung eines solchen Systems kann durchaus die sinnvollere Alternative sein. Zwar sind die Kosten im Vergleich zum Energieaudit höher", so Janike Klement. „Da ein Managementsystem aber kontinuierlich Daten zum Energieverbrauch liefert, ist die zu realisierende Energieeinsparung auch meist deutlich größer als bei einem Energieaudit. Die ASEW unterstützt gerne dabei, das Potenzial eines Managementsystems zu prüfen oder dieses im Unternehmen zu implementieren.“

 

Ansprechpartner:
Janike Klement
0221.931819-12
klement@asew.de

Heizungs-Effizienzlabel: Impuls für den Vertrieb nutzen

Der Bundesrat hat in seiner letzten Sitzung das Gesetzgebungs-Verfahren zum „nationalen Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen“ abgeschlossen. Damit wird eine weitere Maßnahme aus dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) umgesetzt. Die Einführung eines Effizienzlabels für Heizungsaltanlagen soll Verbraucher animieren, alte ineffiziente Heizungsanlagen auszutauschen. Zusätzlich dient es zur Heranführung der Verbraucher an das Thema Energieberatung. Das Effizienzlabel wird am 01. Januar 2016 in Kraft treten.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums sind etwa 13 Millionen Heizkessel älter als 15 Jahre. Ein Drittel aller deutschen Heizkessel ist sogar älter als 20 Jahre. Die Austauschrate von aktuell drei Prozent pro Jahr soll durch das Heizungslabel um jährlich 20 Prozent steigen. Es geht also um einen jährlichen Markt von aktuell fast 460.000 Geräten. 

Viele Deutsche nutzen ihre alten Heizkessel auch deshalb so lange, da Aufrüstung bzw. Neuanschaffung mit größeren Investititonen verbunden sind. Genau diese Gruppe sprechen Stadtwerkeangebote zu Contractingmodellen an. Hiermit realisieren Kunden eine effiziente, im Betrieb kostengünstige Heizung, ohne die Investitionskosten schultern zu müssen. Die ASEW unterstützt Stadtwerke mit Beratungsleistungen zum Aufbau des Geschäftsfeldes Contracting. Unseren Mitgliedern bieten wir zudem einen kostenlosen Mustervertrag zum Wärmeliefercontracting mittels Mikro-BHKW.

 

Ansprechpartner
Sarah Scholz
0221.931819-28
scholz@asew.de

Buchtipp: Schellnhubers Parforceritt durch das Erdklima

Regierungsberater, Gründer und erster Chef des renommierten Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften und als solcher maßgeblich an der Formulierung der Enzyklika „Laudato si“ beteiligt – all dies trifft auf Prof. Hans Joachim Schellnhuber zu. Sein neuestes Buch befasst sich, kaum verwunderlich, mit dem Weltklima und dem  Einfluss vor allem des modernen Menschen auf das planetare Klimasystem.  Auf mehr als 700 Seiten entwickelt Prof. Schellnuber in „Selbstverbrennung. Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff“ ein Bild der Klimageschichte des Planeten. Dem maßgeblichen Einfuss, den der Mensch in den letzten 200 Jahren, vor allem durch einen stetig steigenden Ausstoß an Treibhausgasen, auf das Klima genommen hat, widmet „Selbstverbrennung“ den meisten Raum. Dabei erweist sich die Darstellung als wahrer Parforceritt nicht nur durch die letzten fünf Milliarden Jahre des planetaren Klimageschehens, sondern – fast möchte man sagen noch bewegter – der letzten Jahrzehnte weltweiter UN-Klimapolitik.

Dabei erweist sich Schellnhuber als ebenso gut informierter wie kurzweilig und überaus fesselnd schreibender Erzähler. Allerdings schwingt in fast jeder Formulierung ein sehr professorales Denken mit. Das macht die Lektüre für jemanden, der nicht Jahre in Universitäten zugebracht hat, stellenweise ob vielfacher Fremdwörter etwas schwer lesbar. Dieses Defizit wird indes durch die sehr persönlich gehaltenen Blicke hinter die Kulissen der Weltklimakonferenzen wettgemacht. Schellnhuber, der „Vater“ des 2-Grad-Ziels, warnte kürzlich erst im SPIEGEL vor den weitreichenden Folgen, die ein weiterer Anstieg des Weltklimas haben könnte: „Wenn wir weiter wie von Sinnen Kohle, Öl und Gas verfeuern, landen wir bei 4 Grad oder gar 8 Grad. Dann würden wir uns in einer brandgefährlichen Welt wiederfinden, in der elf Milliarden Menschen wohl kaum friedlich zusammenleben könnten.“

Schellnhubers Buch ist vertrieblich äußerst günstig knapp einen Monat vor Beginn des Weltklimagipfels (COP 21) in Paris erschienen. Seit heute bemühen sich dort 40.000 Delegierte aus 190 Ländern, um nach mehr als 18 Jahren den in Aussicht stehenden Weltklimavertrag auf den Weg zu bringen, der dem Klimawandel wirkungsvoll entgegenwirken soll. Das Fazit, bereits im Vorwort gezogen, ist ein eindringlicher Appell an die Weltpolitik: „Das Klimasystem […] hat […] durch seine früheren Schwankungen eine intelligente Lebensform, den Homo sapiens, hervorgebracht und durch seine jüngste Stetigkeit die Landwirtschaft, jene Grundlage aller Kultur, ermöglicht. Der moderne Mensch zeigt sich dafür jedoch nicht dankbar, denn er ist einen historischen Pakt mit dem Kohlenstoff eingegangen, der sich gegen das Klima richtet: Wie ein freigesetzter Flaschengeist erfüllt C dem Homo sapiens jeden Energiewunsch und lässt die Überflussgesellschaft entstehen. Doch gleichzeitig erhitzt der rasend aufsteigende Luftkohlenstoff den Globus über alle zuträglichen Maße und wendet sich damit gegen seine Befreier. Ergo geht unsere Zivilisation den Weg in die Selbstverbrennung – aus Gier, aus Dummheit und vor allem aus Versehen.“ In jedem Fall eine Lektüre, die mit großem Gewinn verbunden ist. 

 

Ansprechpartner 
Markus Edlinger 
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edlinger@asew.de

Nächste ASEW-Veranstaltungen

19. Januar 2016, Dortmund:
Seminar „Mieterstromlösung für Stadtwerke“ >>

23. bis 25. Februar 2016, Köln:

Lehrgang „IT-Sicherheitsbeauftragter“ >>

 

Partnerveranstaltungen


Das Herkunftsnachweisregister für Strom aus EE: Zweiter interdisziplinärer Erfahrungsaustausch für MHKW
02. Dezember 2015, Berlin >>

26. Symposium Thermische Solarenergie
20. bis 22. April 2016, Bad Staffelstein >>

 

Inhouse-Seminare

Die Inhouse-Schulungen der ASEW sind eine gute Form, möglichst kostengünstig und flexibel viele Mitarbeiter zu schulen. Denn die Schulungen werden auf die je spezifischen Bedürfnisse und Wünsche des Stadtwerks zugeschnitten.

Ihnen schwebt beispielsweise ein konkretes Thema vor oder Sie möchten Ihren Vertrieb oder Ihre Mitarbeiter aus dem Kundenzentrum zu wichtigen Themen fit machen? Möchten Sie Ihre Key Account-Manager zum Beispiel zum Thema „Energiesteuern/-abgaben/-umlagen“ schulen und Ihrem Geschäftskundenvertrieb ein neues Werkzeug an die Hand geben?

Dann sprechen Sie uns an. Wir stimmen mit Ihnen die Inhalte ab, suchen die passenden Referenten und begeben uns gemeinsam mit Ihnen auf die Suche nach weiteren Stadtwerken in Ihrer Region.
Somit sparen Sie nicht nur Zeit und Geld – sie schaffen es auf effiziente Weise, Ihre Mitarbeiter weiterzubilden.


Ansprechpartner:
Matthias Laufenberg 
0221.931819-17
veranstaltungen@asew.de

Nächste ASEW-Arbeitskreise

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Arbeitskreis Gewerbekunden >>

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Projektgemeinschaft Beleuchtungs-Contracting >>

03. und 04. Februar 2016, Köln:
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Die Arbeitskreise der ASEW stehen allen ASEW-Mitgliedsunternehmen kostenfrei zur Verfügung. Sie sind herzlich eingeladen, an unseren Sitzungen teilzunehmen. Eine Übersicht zu allen Arbeitskreisen finden Sie hier.

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