BG

EU-Kommission: Winterpaket veröffentlicht

Die EU-Kommission hat ihr Winterpaket veröffentlicht. Der zuständige EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete lobte die eigene Arbeit. Es handle sich um ein „beeindruckendes Paket“. Zusammen mit dem für Energie zuständigen Kommissions-Vizepräsidenten Maroš Šefčovič warb Arias Cañete bei der Vorstellung des gut 1.000seitigen Entwurfs für den EU-Fahrplan hin zu einer nachhaltig und regenerativ ausgerichteten Energieversorgung. Das Winterpaket beinhaltet acht Gesetzesinitiativen sowie zahlreiche Berichte und Verordnungen.

Zentrale Punkte sind die Förderung der erneuerbaren Energien und eine neue Richtlinie zur Energieeffizienz, da die jetzige 2020 ausläuft. Nur wenige Tage nach dem Ende der UN-Klimakonferenz in Marrakesch zeigte die EU-Kommission als Initiator für europäische Gesetzgebung, wie ernst es ihr mit dem Pariser Weltklimaabkommen vom vergangenen Jahr wirklich ist.

Die Forderungen des Pakets halten erhebliche Herausforderungen für die Energiewirtschaft bereit. So sollen sich die EU-Mitgliedsstaaten verbindlich festlegen, die Energieeffizienz bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent zu erhöhen. Bis 2050 soll Strom in Europa nur noch aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Wie die beiden zuständigen EU-Kommissare erklärten, bedeute dies nicht nur die energiepolitische Anpassung an die im vergangenen Dezember in Paris beschlossenen Klimaziele der internationalen Staatengemeinschaft, sondern Europa könnte damit eine Führungsrolle auf dem Weltmarkt spielen.

Im Kern beinhaltet das Winterpaket folgende Neuerungen:

Erneuerbare Energien: Einen Schwerpunkt bildet die Förderung erneuerbarer Energien. Strom aus bestehenden Anlagen sowie aus kleinen und Demonstrationsanlagen soll vorrangig in das Energienetz eingespeist werden. Andere, also auch künftig gebaute Anlagen, müssten sich dagegen dem diskriminierungsfreien Wettbewerb stellen. Stromanbieter will die Kommission verpflichten, den Anteil an erneuerbaren Energien um jährlich mindestens ein Prozent am gesamten Verkaufsvolumen zu erhöhen. Die nationalen Ziele für 2020 gelten als Startpunkt, das heißt kein Mitgliedstaat darf hinter diese Ziele zurückfallen. Bei Nichterfüllung der Vorgaben sind Strafzahlungen in einen von der Kommission verwalteten Fonds vorgesehen. 

Energieeffizienz: Zur Erhöhung der Energieeffizienz setzt die Kommission vor allem auf verstärkte Bestandssanierung. Ziel ist hier eine vollständige „Dekarbonisierung“. Energieversorger sollen verpflichtet werden, zwischen 2021 und 2030 jährlich 1,5 Prozent Energie einzusparen. Um dies zu erreichen, sollten nach Einschätzung der Kommission private Investoren und neue Marktteilnehmer gewonnen werden. Mit der Schaffung von „Regional Operation Center“ (ROC) sollen Versorgungslücken vermieden werden. Die Erhöhung der Energieeffizienz um 30 Prozent bis 2030 sollen einzelstaatliche „Integrierte Energie- und Klimapläne“ sicherstellen.

Marktdesign: Der Einspeisevorrang für regenerativ erzeugten Strom soll fallen. Nur kleinste Kraftwerk sollen künftig Vorrang erhalten – und nur dort, wo der Anteil erneuerbarer Energie am Strommix unter 15 Prozent liegt, soll ohne weiteres ein Vorrang für erneuerbare Energien bei der Einspeisung gelten.

 

https://ec.europa.eu/priorities/energy-union-and-climate_de



zurück

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

 Warenkorb

Mitgliederbereich 

<< September 2017 >>
  Mo Di Mi Do Fr Sa So
35 1 2 3
36 4 5 6 7 8 9 10
37 11 12 13 14 15 16 17
38 18 19 20 21 22 23 24
39 25 26 27 28 29 30
Heute: 21. September 2017

Newsletter