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Endlager-Kommission legt Abschlussbericht vor

Die Kommission Lagerung hoch radioaktive Abfallstoffe (Endlager-Kommission) hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Der Bericht sieht als empfohlenen Entsorgungspfad vor, den Atommüll in einem Endlagerbergwerk zu entsorgen. Dabei sollen die mögliche Korrektur von Entscheidungen sowie der Rückholbarkeit eine hohe Bedeutung zukommen. Der Standort mit „bestmöglicher Sicherheit“ soll in einem dreiphasigen Verfahren ermittelt und per Bundesgesetz festgelegt werden. Die Standortsuche soll durch eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung mit Gremien auf regionaler, überregionaler und nationaler Ebene begleitet werden.

Keines der im StandAG genannten möglichen Wirtsgesteine wird davei ausgeschlossen. Damit könnte ein Endlager in Salz-, Ton- oder Kristallinformationen entstehen. Der umstrittene Standort Gorleben in Niedersachsen wird in dem Bericht nicht ausgeschlossen.

Die Endlager-Kommission hatte sich Ende Mai 2014 auf Grundlage des StandAG konstituiert. Der Kommission gehörten insgesamt 32 Mitglieder an. Stimmenberechtigt waren die 16 Vertreter der Wissenschaft und gesellschaftlicher Gruppen. Je acht Mitglieder wurden aus den Reihen des Bundestages beziehungsweise der Bundesländer entsandt.

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel bezeichnete den Beschluss als „großen Erfolg für den Neubeginn bei der Suche nach einem Atommülllager in Deutschland“. Die Kommission habe „trotz einer sehr kontroversen Interessenlage der unterschiedlichen Beteiligten insgesamt sehr konstruktiv gearbeitet“. Auch die jahrzehntelange Vorfestlegung der Atomindustrie auf den Endlagerstandort Gorleben sei nun vom Tisch.

Kritik gibt es hingegen aus Bayern. Die bayerische Staatsregierung sieht in Bayern keinen möglichen Standort für ein atomares Endlager. Wie die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf klarstellte, seien die Gesteine in Bayern „nicht für ein Endlager geeignet − das gilt für Granit, Ton und Salz. Sie bieten die notwendige geologische Barriere-Wirkung nicht“. Die Endlagerkommission des Bundestages hatte die Kriterien bewusst so formuliert, dass völlig offenbleibt, in welchem Bundesland die abgebrannten Brennelemente aus den Kernkraftwerken letztlich gelagert werden sollen. Neben den Salzstöcken in Berchtesgaden gelten in Bayern auch die Granitvorkommen im Bayerischen und Oberpfälzer Wald sowie die Tonschichten an der Donau im Raum Neu-Ulm als potenzielle Standorte.

 

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