BG

Smart Meter-Rollout auf dem Weg

Der Bundestag hat das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen. Damit liegen die Grundlagen für den gestuften Rollout intelligenter Messsysteme in Gesetzesform vor. Während durchschnittliche Privathaushalte in der Startphase außen vor bleiben, beginnt der Rollout für verbrauchsintensive Energiekunden bereits ab kommendem Jahr. Die Bundesregierung betrachtet intelligente Messsysteme als wichtigen Bestandteil der künftigen Stromversorgung. Um Stromerzeugung und Stromverbrauch auch bei steigenden Anteilen schwankender erneuerbarer Energien zu optimieren, sollen Smart Grids entwickelt werden. Hierfür sind Smart Meter integral.

Die Einbauverpflichtung ist grundsätzlich für netzgekoppelte Erneuerbare-Energien-Anlagen ab einer Leistung von 7 Kilowattpeak sowie für Verbrauchsstellen mit einem Jahresverbrauch über 6.000 Kilowattstunden vorgesehen. Dabei erfolgt der Einbau zeitlich gestaffelt: Der Rollout beginnt nächstes Jahr im Verbrauchssegment über 10.000 Kilowattstunden. Ab 2020 erhalten dann auch Verbraucher mit mehr als 6.000 und weniger als 10.000 Kilowattstunden ein intelligentes Messsystem. Spätestens bis 2032 sollen alle mechanischen Ferrariszähler in diesem Segment durch elektronische Zähler ersetzt werden. 

Quasi auf der Zielgerade nahmen die Abgeordneten einen Passus in den Gesetzentwurf auf, demzufolge ab 2018 auch für neuerrichtete Solaranlagen im Leistungssegment zwischen einem und sieben Kilowattpeak auf Forderung des grundzuständigen Messstellenbetreibers mit einem Smart Meter ausgestattet werden können. Äquivalent können auch Haushalte mit einem Jahresverbrauch von weniger als 6.000 Kilowattstunden durch den Messstellenbetreiber zum Einbau eines intelligenten Messsystems verpflichtet werden.

Umstritten bis zuletzt war die Frage der Datenhoheit. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende sieht nun vor, die Bilanzierungsaufgabe bei intelligenten Messsystemen vollständig dem Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zu übertragen. Einziges Zugeständnis: Insgesamt soll es eine „sternförmige“ Datenkommunikation geben. Das heißt: Jede Netzebene erhält die Daten, die sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben braucht. Zur Realisierung müssen parallel zum Rollout indes bei den ÜNB noch die notwendigen IT-Strukturen geschaffen werden. Der Verband kommunaler Unternehmen kritisiert demzufolge auch, die Verlagerung der Bilanzierungsverantwortung stelle ein kostenintensives und unnötiges Experiment dar. Aufgrund der entstehenden Doppelstrukturen sei außerdem mit erheblichem Klärungsaufwand bei Datenunstimmigkeiten zu rechnen.

Die ASEW unterstützt kommunale Energieversorger beim Thema IT-Sicherheit im Rahmen des Arbeitskreises IT-Sicherheit. Der Arbeitskreis wurde im Rahmen des Forschungsprojektes SIDATE konstituiert und dient als Plattform zur Unterstützung bei der Umsetzung der gesetzlichen IT-Sicherheitsanforderungen. Gemeinsam werden verschiedene Arbeitsunterlagen, etwa zur Analyse des bestehenden IT-Sicherheitsniveaus, entwickelt. Die Projektergebnisse kommen so dem gesamten Netzwerk zugute. Bei Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreise wenden Sie sich bitte an Michael Kreusch unter 0221.931819-20 oder kreusch@asew.de.

 

www.bundestag.de



zurück

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

 Warenkorb

Mitgliederbereich 

<< September 2017 >>
  Mo Di Mi Do Fr Sa So
35 1 2 3
36 4 5 6 7 8 9 10
37 11 12 13 14 15 16 17
38 18 19 20 21 22 23 24
39 25 26 27 28 29 30
Heute: 21. September 2017

Newsletter