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Zukunft der Wasserwirtschaft

Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2025 soll der dauerhafte Zugang zu Trinkwasser sowie sanitären Anlagen für alle Menschen gesichert werden. Um dies zu erreichen, muss jedoch ähnlich wie im Energiesektor großumfänglich Geld in die entsprechende Infrastruktur investiert werden. Veraltete Trinkwasserleitungen und Abwassersysteme sind jedoch kein exklusives Problem der Dritten Welt. Auch die meisten Industrieländer sind mit veralteten Infrastrukturen konfrontiert, die im Kern, gerade in den Großstädten, aus dem vorletzten Jahrhundert stammen – und ursprünglich für deutlich weniger Menschen dimensioniert wurden.

Bedenkt man diese Faktoren, bietet die Wasserwirtschaft weltweit in den kommenden Jahren gute Potenziale. Deshalb nimmt das Buch „Wasser 2050. Mehr Nachhaltigkeit durch Systemlösungen“ den Komplex in den Fokus. Voraussetzung zum Ausschöpfen der Marktpotenziale sind indes integrierte Systemlösungen. Insbesondere Technologien für die Abwasserwiederverwendung nehmen eine zentrale Rolle ein. Neben den Potenzialen in Schwellen- und Entwicklungsländern bietet auch Europa ein nicht zu unterschätzendes Potenzial für die Wasserwirtschaft. Zunehmende Verstädterung, demographischer Wandel, Klimaveränderungen und stetig steigende Energiepreise erfordern Investitionen in die veralteten, kaum flexiblen Wasserinfrastrukturen, soll die Wasserqualität gehalten werden. Es kommt mithin darauf an, auf den konkreten Bedarf abgestimmte Systemlösungen im Wassersektor zu entwickeln.

Die im Buch vorgestellten Marktszenarien zeigen, dass integrierte Systemlösungen nicht nur technisch ein beträchtliches Potenzial haben, die weltweiten Herausforderungen an Wasserbedarf und Wasserqualität zu bewältigen. Wenn auch insbesondere Frankreich und die USA als Marktführer gelten, bieten doch deutsche Unternehmen im Technologiebereich für Wassernutzungssuffizienz als wesentlichem Aspekt der Nachhaltigkeit wie auch für Wasserverteilung und Kanalisation gute Möglichkeiten. Herausgeber Engelbert Schramm, Wasserforscher am Institut für sozial-ökologische Forschung, zieht eine wichtige Parallele zur Energiewende: „Ähnlich wie in der Energiepolitik, in der die Grundlagen für eine Veränderung mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gelegt wurden, müssen auch für eine Wasserwende politische Regelungen für Orientierung und Planungssicherheit sorgen.“ Auch müssten Investitionen in die Wasserinfrastruktur sowohl im Entwicklungszusammenhang als auch in den Industrienationen mit Maßnahmen des Capacity-Developments begleitet werden. „Es erhöht die Exportchancen deutscher Wassertechnologien, wenn in den Zielländern das Verständnis und das Wissen von Bau, Betrieb und Wartung nachhaltiger Wasserbedarfslösungen sowohl beim Handwerk als auch in den politischen Institutionen verbessert wird.“

Kluge, Thomas & Schramm, Engelbert (Hrsg): Wasser 2050. Mehr Nachhaltigkeit durch Systemlösungen, oekom verlag 2016. ISBN 978-3-86581-218-6. 

 

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