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Kernkraftwerke dreimal teurer als geplant

Die tatsächlichen Kosten für den Bau der deutschen Kernkraftwerke waren in der Vergangenheit um ein Mehrfaches höher als ursprünglich geplant. Das ist das Ergebnis der Studie „Ambition und Realität“ der Berliner Hertie School of Governance. Demnach lagen die Kosten für die Kraftwerke im Schnitt 187 Prozent höher als ursprünglich geplant. Zudem konnten bei den sechs untersuchten Kernkraftwerksprojekten aus den 60er und 80er Jahren im Zeitverlauf keine Lerneffekte ermittelt werden.

Deutlich besser war die Kostenkalkulation bei Offshore-Windparks. Mit einer Kostenüberschreitung von etwa 20 Prozent schneiden diese Bauvorhaben deutlich besser ab. Die Mehrkosten entstanden hier unter anderem durch Zeitverzögerungen bei der regulierten Netzanbindung. Dies führt die Studie auf mangelnde Koordination zwischen Übertragungsnetzbetreibern und Windparkprojektierern zurück. Nach Niklas Anzinger, Autor der Teilstudie zu Offshore-Projekten, könnte eine bessere Abstimmung auch mit den Nordsee-Anrainerstaaten zusätzliche Lerneffekte bringen, so dass die Offshore-Energie den gewünschten Beitrag zur Energiewende leisten kann.

Um eine Kostenexplosion bei großangelegten Projekten zu vermeiden, empfehlen die Studienautoren eine verbesserte Steuerung. Dafür müsse die öffentliche Infrastruktur-Planung vergleichbarer gemacht werden. Bund und Länder sollten sich dabei wie in Großbritannien um eine öffentlich zugängliche Datenbank über große Infrastrukturprojekte bemühen.

Insgesamt haben die Studienautoren 170 der seit 1960 in Deutschland realisierten oder sich noch im Bau befindlichen Großprojekte aus verschiedenen Bereichen untersucht. Die wirklichen Kosten lagen dabei im Schnitt 73 Prozent höher als veranschlagt. Zu besonders hohen Budgetüberschreitungen sei es allerdings zumeist bei „Pionierprojekten“ mit hohen Technologie-Risiken gekommen.

 

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