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Kommunale Betriebe stehen vor großen Herausforderungen

Jeder vierte kommunale Konzern befindet sich in finanziellen Nöten. Das geht aus einer Studie des „Instituts für den öffentlichen Sektor“, das von der Unternehmensberatung KPMG gefördert wird, hervor. Demnach ist in 23 der 93 größten deutschen Städte sowohl die finanzielle Lage des Stadtwerks als auch der Haushalt der Kommune selbst angespannt. Insgesamt 93 kommunale Unternehmen standen im Fokus der Studie. Anhand der öffentlich zugänglichen Daten aus den Jahren 2011 bis 2014 stufte das Institut die wirtschaftliche Situation von Kommunen und Stadtwerken auf einer Ampel-Skala ein: Rot für „angespannt“, gelb für „eher unbefriedigend“ und grün für „gut“.

Das Ergebnis der Auswertung: 37 von 93 Stadtwerken fallen unter die Kategorie rot – bei den Kommunen waren es über die Hälfte (48 von 93). Ferdinand Schuster, Geschäftsführer des Instituts für den öffentlichen Sektor, zufolge seien viele deutsche Kommunen hoch verschuldet, „und nicht wenige Stadtwerke stehen vor ähnlichen Problemen wie in Gera, wo die Stadtwerke im Sommer 2014 Insolvenz anmelden mussten, weil der Stadt für eine Rettungsmaßnahme notwendige zusätzliche Kredite verweigert wurden.“ Die Banken könnten sich inzwischen nicht mehr uneingeschränkt darauf verlassen, dass eine Kommune im Krisenfall für das Stadtwerk einspringe. Die hohe Verschuldung resultiere bei den Stadtwerken häufig aus einem Zusammenspiel von sinkenden Erlösen aus den Energiesparten und einem großen Investitionsbedarf zum Beispiel in Verteilnetze.

23 der 37 „rot“ eingestuften Stadtwerke gaben in ihren Geschäfts- und Lageberichten der Energiewende die Schuld. Allerdings waren unter den „grünen“ Stadtwerken auch solche, die stark auf erneuerbare Energien setzen. Im Durchschnitt profitabler waren Stadtwerke mit (Fern-)Wärme.

Insgesamt lassen sich große regionale Unterschiede ausmachen. In Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist die Lage der Kommunen in über 60 Prozent der Fälle mindestens „unbefriedigend“. Am besten schneiden kommunale Unternehmen in Bayern ab: Hier liegen 25 Prozent im „grünen“ Bereich, weitere 50 Prozent im „gelb-grünen“-Bereich. Dabei geht es kleinen Stadtwerken durchschnittlich am besten: 35 Prozent der Stadtwerke mit einem Umsatz kleiner als 200 Millionen Euro wurden „grün“ bewertet, während dies nur auf sechs Prozent der Stadtwerke mit einem Umsatz größer als einer Milliarde Euro zutraf.

 

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