BG

Anreizregulierungsverordnung: Novellierungsentwurf steht

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Länder- und Verbändeanhörung für den Entwurf einer „Zweiten Verordnung zur Änderung der Anreizregulierungsverordnung“ beendet. Bis Anfang Mai konnten Stellungnahmen zum Verordnungsentwurf eingereicht werden. Laut BMWi verfügt Deutschland über die sichersten Verteilnetze der Welt. Der vorgelegte Entwurf soll Anreize für Investitionen in die Verteilnetze stärken, „damit diese auch zukünftig ihre zentrale Rolle in der Energieversorgung verlässlich und innovativ ausüben können“. Die 10-Punkte-Energieagenda des BMWi sieht daher eine Weiterentwicklung der Anreizregulierung vor. Sie soll langfristige Investitionen in die Infrastruktur stärken, innovative Lösungen in intelligente Verteilernetze anregen und einen Sog in ausschließlich kapitalintensive Lösungen verhindern.

Im Kern setzt der Entwurf hierzu auf drei zentrale Bausteine:

  • Kapitalkostenabgleich: An die Stelle pauschaler Budgets zur Finanzierung der Verteilnetze tritt eine vollständige Anerkennung der Investitionskosten ohne Zeitverzug. Investitionen können so umgehend über die Netzentgelte refinanziert werden.
  • Wirksame, technologieneutrale Effizienzanreize: Maßnahmen zur Stärkung der Effizienzanreize sollen dafür sorgen, dass effiziente und innovative Lösungen zum Einsatz kommen; Netzentgelte für die Verbraucher werden begrenzt und effiziente Betriebe belohnt. 
  • Verfahrensregeln und Transparenzvorgaben: Mehr Transparenz soll Informationsdefizite bei Verbrauchern abbauen.

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) kritisiert indes, dass die aktuellen Pläne zu deutlich höheren Kosten für die Energiekunden führen. bne-Geschäftsführer Robert Busch zufolge fehle es unter anderem an Vorgaben für mehr Transparenz im Netzbetrieb. Der bne fordert deshalb schärfere Veröffentlichungspflichten, um eine effektive Kontrolle der regulierten Netzbetreiber zu ermöglichen.

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht die Neuregelung bezüglich Transparenz überwiegend kritisch. Thomas Engelke, Teamleiter Energie und Bauen beim vzbv, sagte, etwa jeder vierte Euro auf der Stromrechnung gehe an die Netzbetreiber. Trotzdem sei die Regulierung der Netze „eine riesengroße Blackbox“. Die Stromkunden wüssten nicht, was mit „den 18 Milliarden Euro geschieht, die sie Jahr für Jahr an Netzentgelten zahlen“. Netzbetreiber und Regulierungsbehörden hielten alle Daten unter Verschluss. „Diese Geheimnistuerei muss ein Ende haben.“

 

www.bmwi.de 



zurück

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

 Warenkorb

Mitgliederbereich 

<< September 2017 >>
  Mo Di Mi Do Fr Sa So
35 1 2 3
36 4 5 6 7 8 9 10
37 11 12 13 14 15 16 17
38 18 19 20 21 22 23 24
39 25 26 27 28 29 30
Heute: 21. September 2017

Newsletter