BG

Erdkabel künftig Netzausbaustandard

Das Bundeskabinett hat die verstärkte Nutzung von mehr Erdkabeln beim Netzausbau auf den Weg gebracht. Künftig sollen die neuen Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) vorrangig als Erdkabel ausgeführt werden. Der Vorrang betrifft insbesondere die großen Nord-Süd-Trassen wie SuedLink oder die Gleichstrompassage Süd-Ost. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel lobte den Kabinettsbeschluss als wichtige Weichenstellung für den schnellen Netzausbau wie eine Erhöhung der Akzeptanz in der Bevölkerung.

Die HGÜ sollen in Bundesfachplanung vorrangig in der Erde verlaufen. Wo Menschen wohnen, sollen künftig Freileitungen verboten sein. Gleichstrom-Freileitungen kommen nur dann ausnahmsweise in Betracht, wenn Naturschutzgründe dafür sprechen oder bereits bestehende Stromtrassen genutzt werden können.

Der Beschluss wird indes nach Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) „insgesamt drei bis acht Milliarden Euro“ zusätzlich kosten. Wie aus der BMWi-Rechnung hervorgeht, zahlen Privathaushalte jährlich bis zu 9,10 Euro allein für die Erdverkabelung der beiden Trassen Suedlink und Süd-Ost. Verbraucher, die direkt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen sind, müssen mit einer Erhöhung der Übertragungsnetzentgelte „um neun bis 24 Prozent“ rechnen.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der als eigentlicher Initiator des Beschlusses gilt, verteidigte die Mehrkosten. Seehofer nannte die Entscheidung der Bundesregierung „epochal, weil damit auf der einen Seite die Energieversorgung im notwendigen Umfang gewährleistet ist, auf der anderen Seite aber weder die Menschen noch die Natur belastet sind.“ Die Zusatzkosten verteilten sich auf 30 Jahre, die maximale Belastung liege bei 0,1 Cent pro Kilowattstunde. „Das sollten uns die Menschen und die Natur wert sein.“

Das Bundeskabinett beschloss auch eine Anpassung der verbindlichen Anfangs- und Endpunkte der energiewirtschaftlich notwendigen Leitungen des Bundesbedarfsplans. Für die Gleichstrompassage Süd-Ost wird als Anfangspunkt Wolmirstedt und als Endpunkt Isar festgelegt. Der konkrete Leitungsverlauf wird erst in späteren Verfahren öffentlich konsultiert. Dies gilt für alle Vorhaben des Bundesbedarfsplans ebenso wie für Vorhaben des Bedarfsplans nach dem Energieleitungsausbaugesetz.

 

www.bundesregierung.de



zurück

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

 Warenkorb

Mitgliederbereich 

<< September 2017 >>
  Mo Di Mi Do Fr Sa So
35 1 2 3
36 4 5 6 7 8 9 10
37 11 12 13 14 15 16 17
38 18 19 20 21 22 23 24
39 25 26 27 28 29 30
Heute: 21. September 2017

Newsletter