BG

Deutschlandkarte zeigt Energiewendefortschritt

Helmholtz-Forscher haben eine Deutschlandkarte erarbeitet, die den Stand der Energiewende verdeutlicht. In einer Detailstudie zur räumlichen Struktur der deutschen Stromversorgung entstand am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Leipzig so eine detaillierte Energiewende-Landkarte. Sie stellt Vorreiter und Nachzügler unter allen 12.066 deutschen Gemeinden klar heraus und weist den Weg, wie Deutschland auch in Zukunft seiner globalen Vorbildrolle gerecht werden kann.

Laut Professor Daniela Thrän, die am UFZ das Department Bioenergie leitet, sei die dezentrale Energiewende „Realität und findet flächendeckend über das gesamte Land statt.“ Weit vorne rangieren Gemeinden an der Westküste Schleswig-Holsteins mit zahlreichen Windparks und Biogasanlagen. Stark bei der regenerativen Stromerzeugung aus Wind, Sonne und Biomasse sind auch weite Gebiete in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Nachholbedarf haben dagegen Großstädte wie Berlin oder industrielle Ballungszentren in Hessen und Baden-Württemberg.

Das Team um Prof. Thrän untersuchte, wie weit der Wandel zur CO2-neutralen Stromerzeugung in allen deutschen Gemeinden bereits vorangeschritten ist, und veröffentlichte die Ergebnisse im Fachblatt Applied Energy. Dafür analysierten die Forscher alle bis Mitte 2015 verfügbaren Daten zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch. Die Landkarte der deutschen Energiewende zeigt jedem Bürger den Fortschritt seiner Heimatgemeinde auf.

Deutlich sticht dabei eine räumliche Dissonanz zwischen Verbrauch und Erzeugung heraus. Ländliche Regionen mit viel Platz für Wind- und Solarparks bei zugleich dünner Besiedlung erreichen so leichter eine gute Position. Wie Sebastian Rauner, Erstautor der Studie, einräumte, zeige sich, dass Verdichtungsräume mit hohem Industrieanteil noch größere Aufgaben zu bewältigen hätten.

In Deutschland steht die geballte Stromerzeugung der 770 konventionellen Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke den jeweils geringeren Strommengen der mehr als 1,5 Millionen im ganzen Land verstreuten Solar-, Biogas- und Windkraftanlagen gegenüber. Diese Zahlen setzten die Forscher in Bezug zum regionalen Stromverbrauch. Durchschnittlich betrug dieser im Jahr 1,32 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Dicht besiedelte Städte und Industrieregionen kamen daher zwangsläufig auf höhere Werte als Flächengemeinden auf dem Land. „Aber ein Landbewohner ist daher nicht automatisch ein besserer Klimaschützer als ein Städter“.

 

Ansprechpartner
Christian Esseling 
0221.931819-31
esseling@asew.de



zurück

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

 Warenkorb

Mitgliederbereich 

<< Oktober 2017 >>
  Mo Di Mi Do Fr Sa So
39 1
40 2 3 4 5 6 7 8
41 9 10 11 12 13 14 15
42 16 17 18 19 20 21 22
43 23 24 25 26 27 28 29
44 30 31
Heute: 17. Oktober 2017

Newsletter