BG

Trotz Atomausstieg: Keine erhöhte Instabilität im Stromnetz

Der Ausstieg aus der Atomenergie hat nicht zu Instabilitäten in der deutschen Stromversorgung geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kurzstudie von Energy Brainpool, die im Auftrag von Greenpeace Energy durchgeführt wurde. Obwohl bislang neun Reaktoren mit einer Leistung von rund 10.000 Megawatt vom Netz gegangen sind und vorwiegend durch zumeist wetterabhängige erneuerbare Energien ersetzt wurden, sei die Stromversorgung deutlich seltener ausgefallen.

Für die Bewertung der Versorgungssicherheit hatten die Studienautoren verschiedene Faktoren analysiert. Ein zentraler Indikator für die Versorgungssicherheit ist etwa der System Average Interruption Duration Index (SAIDI), der unter anderem von der Bundesnetzagentur jährlich veröffentlicht wird. Für 2014 gab dieser Index für Deutschland eine durchschnittliche Versorgungsunterbrechung von 12 Minuten an. 2010, also ein Jahr vor dem Atomausstieg, fiel der Strom knapp 15 Minuten aus. Zwar stieg die durchschnittliche Versorgungsqualität von 2010 bis 2012 um rund 60 Sekunden auf 15,9 Minuten an, lag damit aber immer noch 30 Prozent unter dem Wert von 2006 mit 21 Minuten. Damals waren vor allem konventionelle Kraftwerke aufgrund einer Hitzeperiode beeinträchtigt und mussten aufgrund niedriger Pegelstände und hoher Flusstemperaturen ihre Leistungen drosseln oder wurden ganz abgeschaltet.

Studienleiter Thorsten Lenck zufolge garantiere ein hoher Anteil konventioneller Erzeugungsleistung kein hohes Niveau an Versorgungssicherheit. Deutschland schneidet auch im internationalen Vergleich mit seinem vergleichsweise hohen Anteil erneuerbarer Energien gut ab: Klassische Atomländer wie Frankreich (Atomenergieanteil von 81 Prozent) und Ungarn (36 Prozent) kamen laut der Studie 2013 auf Ausfallzeiten von jeweils rund 68 Minuten. Auch in Großbritannien (19 Prozent Atomenergie im Strommix) fiel der Strom durchschnittlich für 55 Minuten aus. Die Energy-Brainpool-Studie zeigt auch auf, wie sich Kohlekraftwerke als Reserve für die abgeschalteten Atomkraftwerke ersetzen lassen. „Bereits 2020 kann eine effiziente Steuerung bei Biomasseanlagen, Haushalten und Industrieanlagen die Spitzennachfrage um bis zu 4,4 Gigawatt reduzieren“. Fossile Kraftwerke müssen also künftig seltener als „gesicherte Leistung“ zur Verfügung stehen. Künftige Speichertechnologien, wie etwa Windgas, können Stromüberschüsse im Netz künftig kostengünstiger abfedern.

 

Ansprechpartner
Torsten Brose
0221.931819-26
brose@asew.de



zurück

Ansprechpartner:

Markus Edlinger

E-Mail edlinger@asew.de
Fon 0221 / 93 18 19 - 21
Fax 0221 / 93 18 19 - 9

 Warenkorb

Mitgliederbereich 

<< Oktober 2017 >>
  Mo Di Mi Do Fr Sa So
39 1
40 2 3 4 5 6 7 8
41 9 10 11 12 13 14 15
42 16 17 18 19 20 21 22
43 23 24 25 26 27 28 29
44 30 31
Heute: 16. Oktober 2017

Newsletter