Effizienzgipfel in Hannover: Stadtwerke-Netzwerk ASEW diskutiert Energiewende

(vom 21.06.2012)

Welchen Beitrag können die Stadtwerke für mehr Energieeffizienz und für das Gelingen der Energiewende leisten? Rund 70 Vertreter aus Politik, Verbänden, Wissenschaft und Stadtwerken diskutieren diese Frage im Rahmen des Energieeffizienz-Forums des Stadtwerke-Netzwerks ASEW. Im Fokus der Veranstaltung: Der in der vergangenen Woche geschlossene Kompromiss zwischen EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission zur EU-Energieeffizienzrichtlinie. In dem Entwurf sieht die Europäische Union eine Verpflichtung der Energieversorger zu einer jährlichen Energieeinsparung von 1,5 Prozent vor, lässt es den Mitgliedsstaaten aber offen, alternative Maßnahmen zu ergreifen.

Die Stadtwerke können und werden einen großen Teil zur Energiewende beitragen – das bekräftigen die Vertreter von verschiedenen lokalen Energieversorgern im Rahmen des zweitägigen Forums. „Als Stadtwerke sind wir nah an unseren Kunden und verfügen über das Know-how, um die Erschließung von bestehenden Energieeffizienzpotenzialen voranzutreiben. Zudem tragen wir als kommunale Unternehmen eine besondere Verantwortung“, so Wolfgang Bühring, Vorsitzender des ASEW-Leitausschusses. „Von der Energieberatung bis hin zu Angeboten zum Einsatz von effizienten Kleinkraftwerken haben sehr viele Stadtwerke schon heute die Produkte und Dienstleistungen im Programm, mit denen sich hohe Einsparungen erzielen lassen“, fügt Jochen Westerholz von den Stadtwerken Hannover hinzu. Dennoch gelte es auch in Zukunft, weitere innovative Angebote zu entwickeln, um noch schlummernde Einsparpotenziale zu realisieren.

In zwei Foren diskutieren die Teilnehmer am Freitag, wie diese Potenziale gehoben werden können. Unter anderem stellen die Stadtwerke aus Hannover, Aachen, Augsburg und Wuppertal ihre Konzepte und Produkte für mehr Energieeffizienz vor, moderiert von der ASEW, die bereits seit über zwanzig Jahren die Stadtwerke mit standardisierten Beratungsprodukten und Vertriebskonzepten dabei unterstützt, die Energieeffizienz bei Ihren Kunden zu verbessern – und damit nun auch zur Erfüllung der in der EU-Energieeffizienzrichtlinie vorgesehenen Einsparquote von 1,5 Prozent beiträgt.

„Klar ist aber auch, dass es für die Energiewirtschaft allein kaum zu schaffen ist, die geforderte Einsparquote zu stemmen“, sagt ASEW-Geschäftsführerin Vera Litzka. Daher sind wir froh, dass die EU es den Mitgliedsstaaten frei gestellt hat, auch andere Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu ergreifen und gegebenenfalls weitere Akteure dazu zu verpflichten, ihren Teil zur Energieeinsparung beizutragen. Nur so sei eine Erfüllung der Quote möglich und es liege jetzt es an der deutschen Politik, ein wirkungsvolles Maßnahmenpaket zu schnüren.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Rebecca Harms wies im Rahmen des ASEW-Forums darauf hin, dass die nun verabschiedete EU-Energieeffizienzrichtlinie nicht ausreichen werde, um das EU-Einsparziel von 20 Prozent bis 2020 zu erreichen. Sie forderte die Mitgliedsstaaten auf, bei der Umsetzung der Richtlinie mehr Ehrgeiz zu beweisen als bei den Verhandlungen in Brüssel. „Energieeinsparung und Effizienz müssen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vorangetrieben werden, da sie dazu beitragen, die Ausgaben für teure Öl- und Gasimporte zu verringern und zudem im Land Arbeitsplätze zu schaffen. Nicht zuletzt liegen in diesem Bereich auch die kostengünstigsten Möglichkeiten, unseren CO2-Ausstoß zu verringern."

Einen Schritt weiter ist man bereits in Dänemark, wie Erik Gudbjerg, der Direktor des dänischen Energieunternehmens Lokalenergi aufzeigt. Dort habe sich die Energiewirtschaft bereits 1986 freiwillig zu mehr Energieeinsparung verpflichtet und früh begonnen, entsprechende Dienstleistungen anzubieten. Ein Vorgehen, das auch die dänischen Energiekunden honorieren. Laut einer Umfrage der staatlichen Energieagentur in Dänemark sind 84 Prozent der Kunden zufrieden oder sehr zufrieden mit ihren Versorgern, die neben Strom, die passenden Energieeffizienzdienstleistungen gleich mitliefern. Ob dies auch ein Modell für Deutschland sein kann, wird noch bis morgen Mittag beim ASEW Forum diskutiert.

Weitere Informationen zum ASEW-Forum unter www.asew.de.

Diskutieren beim ASEW-Forum über eine neue Energieeffizienz-Gesetzgebung und Energieeinsparmaßnahmen: Rebecca Harms (Fraktionsvorsitzende der Grünen im EU-Parlament), Jochen Westerholz (Arbeitsdirektor Stadtwerke Hannover AG), Wolfgang Bühring (Vorsitzender ASEW-Leitausschuss), Vera Litzka (ASEW-Geschäftsführerin), Erik Gudbjerg (Managing Director Lokalenergi, DK)

Diskutieren beim ASEW-Forum über eine neue Energieeffizienz-Gesetzgebung und Energieeinsparmaßnahmen: Rebecca Harms (Fraktionsvorsitzende der Grünen im EU-Parlament), Jochen Westerholz (Arbeitsdirektor Stadtwerke Hannover AG), Wolfgang Bühring (Vorsitzender ASEW-Leitausschuss), Vera Litzka (ASEW-Geschäftsführerin), Erik Gudbjerg (Managing Director Lokalenergi, DK).

 

ASEW-Profil
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist ein Fachverband, dem bundesweit über 270 kommunale Versorgungsunternehmen angehören. Die ASEW wurde 1989 als Arbeitsgemeinschaft im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit dem Ziel gegründet, eine rationelle, sparsame und umweltschonende Energie- und Ressourcenverwendung zu fördern. Die ASEW berät und unterstützt ihre Mitglieder in diesen Bereichen und entwickelt für sie innovative Produkte und Dienstleistungen, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Das Portfolio der ASEW umfasst Produkte für den Vertrieb, Kundenberatung, Seminare, Informationstage und Qualifizierungsangebote sowie eine Kunden- und Fördermittelberatung.

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