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PV-Pachtmodelle: Keine Mogelpackung

(vom 08.12.2017)

Sind PV-Pachtmodelle, die mittlerweile von vielen Stadtwerken angeboten werden, tatsächlich wenig wirtschaftlich? Eine Kurzstudie der Verbraucherzentrale NRW kommt zu diesem Schluss. Vorsicht ist hier jedoch geboten. Denn Pachtmodelle leisten genau das, wofür sie gedacht sind: Auch solchen Menschen zu einem „kleinen Stück Energiewende“ zu verhelfen, die nicht ohne weiteres Investitionen im fünfstelligen Bereich für eine eigene PV-Anlage tätigen können.

Unstrittig ist: Der Direktkauf einer PV-Anlage für die Eigenversorgung ist meist günstiger als Pachten! Lediglich für das wirtschaftlichste der in der Studie betrachteten Beispiele von der WSW trifft dies nicht zu. Ein entsprechender Effekt zeigt sich etwa auch bei der Gestaltung von Leasingraten für Autos oder dem in die monatlichen Mobilfunktarife integrierten Gerätekauf. „Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, wollen und müssen damit zumindest langfristig Gewinne machen“, so Samy Gasmi, Leiter Stadtwerke-Beratung bei der ASEW. „Zu bedenken ist hier, dass die den Kunden überlassenen Geräte vorfinanziert wurden. Diese Kosten werden natürlich in die Kalkulation von Preisen einbezogen – selbstverständlich inklusive einer individuell gestalteten Marge.“

Auch wenn Pachtmodelle damit für Kunden auf den ersten Blick ungünstiger scheinen als der Anlagenkauf, macht das Pachtangebote dennoch nicht obsolet. Die von der Verbraucherzentrale durchkalkulierte Modellanlage in der Größenklasse von 4,1 Kilowattpeak kostet immerhin mehr als 10.000 Euro. „Diese Summe mag sich – vor allem angesichts in den letzten Jahren deutlich gefallener Modulpreise – günstig anhören. Doch gibt es in Deutschland nach wie vor genügend Menschen, die diese Investition nicht sofort zu leisten in der Lage sind. Wenn auch die Kreditfinanzierung nicht in Frage kommt, stellen Pachtmodelle eine gute Möglichkeit dar, um mit einer PV-Anlage Energie für den Eigenverbrauch zu produzieren. Stadtwerke-Pachtmodelle leisten insofern ihren Teil für das Voranbringen der Energiewende“, so Gasmi.

Kritisch sieht die ASEW die in der Studie der Verbraucherzentrale angenommene Prämisse langfristig konstanter bzw. sogar sinkender Strompreise. „Diese Annahme wird von der Entwicklung der letzten Jahre selbst unter Zugrundelegung sinkender Großhandelspreise und des Förderendes der ersten EEG-Anlagen nicht gestützt. Die Energieagentur.NRW etwa nimmt in ihrem PV-Rechner einen Vorgabewert hinsichtlich der Preisentwicklung von 2 Prozent vor“, so Gasmi weiter. „Auch ist der angelegte ‚Stromtarifpreis‘ von 27 Cent je Kilowattstunde ein sehr akademischer. Dieser hängt von regional deutlich schwankenden Netzentgelten ab, was sich nicht unerheblich auf Wirtschaftlichkeitsberechnungen auswirkt.“

Diskussionswürdig ist auch die Berücksichtigung lediglich der Einnahmen aus 18 Jahren Pachtdauer. Die Einspeisevergütung ist aktuell über 20 Jahre garantiert. Und richtigerweise konstatiert die Studie, dass aufgrund qualitativ hochwertiger Komponenten die Anlagenlebensdauer in der Praxis deutlich länger ausfällt – und die PV-Anlage dann weiterhin Einnahmen ohne zu berücksichtigende Pachtrate generiert.

 

ASEW-Profil
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist mit bundesweit mehr als 270 Mitgliedern das größte deutsche Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Die ASEW wurde 1989 aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heraus gegründet. Das Ziel: Eine rationelle, sparsame und umweltschonende Energie- und Ressourcenverwendung zu fördern. Die ASEW berät und unterstützt ihre Mitglieder in diesen Bereichen und entwickelt für sie innovative Produkte und Dienstleistungen, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Das Portfolio der ASEW umfasst Produkte für Vertrieb und Kundenberatung, außerdem Seminare und Qualifizierungsangebote sowie eine Kunden- und Fördermittelberatung.

 

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