Rund sechs Millionen Solaranlagen (Stand 21. Juni 2026: 6.078.670) mit einer kumulierten Leistung von 124,48 Gigawatt produzieren aktuell in Deutschland Solarstrom. 2025 waren das 90 Terawattstunden (davon 22 Prozent für den Eigenverbrauch) oder rund 19 Prozent der Nettostromerzeugung.
Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) ist der volkswirtschaftliche und klimapolitische Nutzen davon enorm: Seit 2020 wurden erhebliche fossile Energieimporte und Klimaschäden vermieden: Solarstrom ersetzte fossile Energieimporte im Wert von rund 20 Milliarden Euro und vermied zugleich Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro.
Grundlage der Berechnungen ist die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen in den vergangenen sechs Jahren. Nach Angaben des Verbandes erzeugten die Anlagen in diesem Zeitraum knapp 390 Milliarden Kilowattstunden Strom. Diese Strommenge habe vor allem Erdgas- und Steinkohlekraftwerke verdrängt und damit sowohl den Bedarf an fossilen Brennstoffimporten als auch die Treibhausgas-Emissionen reduziert.
Die Berechnungen stützen sich auf Daten des Umweltbundesamtes (UBA). Demnach wurden durch die Nutzung von Solarstrom in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren 500 Millionen Tonnen Treibhausgase vermieden. Mehr als die Hälfte davon entfiel dabei auf die Jahre 2020 bis 2025. In diesem Zeitraum seien 270 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart worden.
Auf Basis von Schätzungen des UBA beziffert der BSW-Solar die daraus resultierenden vermiedenen Klimaschadenskosten auf bis zu 250 Milliarden Euro. Die Berechnung berücksichtigt laut dem Verband die Auswirkungen auf heutige und künftige Generationen gleichermaßen.
Zusätzlich habe die Photovoltaik die Ausgaben für Energieimporte gesenkt. Der Wert der vermiedenen Importe summiere sich nach Schätzungen des Verbandes allein in den vergangenen sechs Jahren auf mehr als 20 Milliarden Euro.
Der BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig sieht darin einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität. Solarstrom schütze nicht nur das Klima, sondern stärke auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Jede neue Solaranlage reduziere die Abhängigkeit von Energieimporten und erhöhe die Widerstandsfähigkeit der Strompreise gegenüber geopolitischen Krisen. Die Photovoltaik habe sich insbesondere in Verbindung mit Batteriespeichern zu einem wichtigen Baustein für Versorgungssicherheit und Energiesouveränität entwickelt.
Auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) verweist auf die Bedeutung des Ausbaus erneuerbarer Energien. Der Leiter der Plattform Energy-Charts beim Fraunhofer ISE, Leonhard Gandhi, erklärte, der starke Ausbau der Photovoltaik seit 2022 habe dazu beigetragen, die Auswirkungen steigender Erdgaspreise auf den Börsenstrompreis abzumildern. Gleichzeitig betonte Gandhi, dass der Ausbau der Erneuerbaren insgesamt noch nicht ausreiche, um Deutschland deutlich unabhängiger von geopolitischen Krisen zu machen.