Stromnetze: Grüne wollen E-Autos als Stabilisator

Die Grünen wollen E-Autos als Stromspeicher nutzen und damit unter anderem die Stromnetze entlasten. So soll auch der immer günstiger produzierte grüne Strom besser als bislang genutzt werden können.

Die Herausforderung liegt darin, dass bei günstigen Wetterlagen die erneuerbare Stromproduktion so hoch ist, dass diese nicht komplett genutzt werden kann. Der hierzu nötige Ausbau der Strominfrastruktur läuft zwar, aber0 längst nicht so schnell wie der Ausbau von weiteren Wind- und Solarkapazitäten.

In einem Positionspapier der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen heißt es hierzu, der erfolgreiche Ausbau der erneuerbaren Energien führe dazu, dass in Zeiten mit viel Wind und Sonne immer häufiger Stromüberschüsse entstünden. Deshalb wäre es klug, „die Herausforderungen im Netzanschluss tatsächlich anzugehen, unsere Verteilnetze zu digitalisieren, die Energie zu speichern und Netze effizient auszulasten“.

Eine Lösung sei sogenanntes bidirektionales Laden. „Dabei werden E-Autos als mobile Speicher genutzt, die Strom bei einem Überangebot günstig speichern. Der gespeicherte Strom kann dann entweder direkt ins Netz zurückgespeist werden (Vehicle-to-Grid) oder für den Eigenbedarf im Haus verwendet werden (Vehicle-to-Home).“

So könnte laut der grünen Fraktion auch der Einsatz von Gaskraftwerken verringert und ein Anstieg der Stromkosten verhindert werden. Die grünen Bundestagsabgeordneten verweisen auf eine Studie von Transport and Environment, einer europäischen Dachorganisation von Umwelt- und Verkehrs-NGOs. Diese zeige, „dass E-Autos bis 2040 mehr als zehn Prozent des gesamten Strombedarfs Europas speichern und die jährlichen Kosten des Energiesystems in der EU um bis zu 22 Milliarden Euro senken könnten“. Wer sein E-Auto zu Hause lädt, könnte außerdem unabhängiger werden.

Der Bund arbeitet an einem Gesetz zu bidirektionalem Laden.