Presseinformation: Kölner Forschungsprojekt D²HeaTEC liegt voll im Plan

vom 21.07.2026

Köln – Rund neun Monate nach dem Start der praktischen Umsetzung im Forschungsprojekt D²HeaTEC ziehen die Projektpartner eine positive Zwischenbilanz. Das Projekt entwickelt Strategien zur Dekarbonisierung der Nahwärmeversorgung in Bestandsquartieren und wird im Rahmen der RheinEnergie-Initiative KlimaVeedel in den Kölner Quartieren Vogesenstraße und Alzeyer Straße getestet. Beteiligt sind vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme (IRS) sowie das Institut für Wirtschaftsinformatik (WIN), die RheinEnergie AG sowie die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW).

„D²HeaTEC lotet Handlungsoptionen für die dezentrale Wärmeversorgung in Bestandsquartieren unter direkter Einbindung der Verbraucher:innen aus“, ordnet Lucas Classen, Senior-Projektmanager Wärmewende und Projektkoordinator bei der ASEW, das Ziel von D²HeaTEC ein. „Damit beschreiten die Projektpartner einen wichtigen Weg, wird doch die Akzeptanzfrage in vielen Wärmewendeprojekten zu häufig nicht oder zu spät erst gestellt. Gemeinsam erarbeiten wir im Projekt Erfahrungswerte, von denen künftige Projektakteure unmittelbar profitieren können, was sich wiederum positiv auf den Erfolg und den reibungslosen Ablauf von Wärmewendeprojekten auswirken wird.“
 
Großes Interesse bei den Bewohnerinnen und Bewohnern
Mit Informationsschreiben, zwei gut besuchten Vor-Ort-Veranstaltungen und einer eigens organisierten Aktion im Quartier Alzeyerstraße hat das Projektteam in den vergangenen Monaten intensiv um die Teilnahme der Quartiersbewohner geworben.
 
Für die nächste Projektphase sollen rund 70 Haushalte aus beiden Quartieren eingebunden werden. Mit dem bevorstehenden Start der Sensorik-Installation rechnet das Team damit, dass sich weitere Bewohnerinnen und Bewohner für eine Teilnahme entscheiden. Um zusätzliche Haushalte zu gewinnen, setzt das Projekt auf persönliche Gespräche im Quartier sowie eine „Nachbarn werben Nachbarn“-Aktion, bei der Teilnehmende für erfolgreiche Empfehlungen eine Prämie erhalten.
 
„Der direkte Kontakt im Quartier macht den Unterschied: Viele Haushalte entscheiden sich erst nach einem persönlichen Gespräch für die Teilnahme“, sagt Laura Selgrad, Wissenschaftlerin am Institut für Wirtschaftsinformatik (KIT WIN).
 
Erster App-Prototyp steht
Auf der technischen Seite hat das Projektteam einen wichtigen Meilenstein erreicht: Für die geplante Kundenschnittstelle liegt ein erster funktionsfähiger App-Prototyp vor. Über die App sollen teilnehmende Haushalte künftig ihre Heizdaten einsehen und ihren individuellen Heizplan gestalten können. Die zugehörige IT-Infrastruktur wird aus Datenschutz- und Flexibilitätsgründen beim Scientific Computing Center des KIT gehostet und befindet sich derzeit im Aufbau.
 
Auch die technische Ausstattung der Haushalte nimmt Form an. Die RheinEnergie hat NetCologne mit Bereitstellung und Installation der Sensorik beauftragt, die benötigte Messtechnik für zunächst 40 Wohneinheiten ist bereits bestellt. Das Projektteam koordiniert derzeit die Einbautermine mit den teilnehmenden Haushalten; die Installationen sollen im August beginnen. Für die Datenanbindung konnte zudem die Selfbits GmbH als Unterauftragnehmer gewonnen werden.
 
Digitaler Zwilling: Erste Simulationen erfolgreich
Auch beim digitalen Zwilling des Wärmenetzes geht es voran: Nach eingehender Prüfung verschiedener Modellierungswerkzeuge hat das Projektteam ein Nahwärmenetz erfolgreich mit der Software OpenModelica AixLib simuliert. Als Testquartier dient die Vogesenstraße, für die bereits historische Betriebsdaten vorliegen.
 
Internationale Sichtbarkeit erhielt das Projekt zuletzt durch ein gemeinsam mit dem IEG Cottbus erarbeitetes Poster zu Ansätzen der Vorlauftemperatur-Optimierung, das beim „19th International Symposium on District Heating and Cooling“ in Genk, Belgien vorgestellt wurde und dort auf positive Resonanz stieß.
 
Wie geht es weiter?
In den kommenden Wochen beginnt die Installation der Sensorik in den teilnehmenden Haushalten. Parallel dazu werden der digitale Zwilling und das Regelungskonzept weiterentwickelt. Gleichzeitig setzt das Projektteam die Ansprache weiterer Haushalte in beiden Quartieren fort, um die nächste Projektphase gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern umzusetzen.
 
D²HeaTEC ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Weitere Details zu diesem und weiteren Projekten, an denen die ASEW beteiligt ist, finden Sie auf der ASEW-Webseite
 

ASEW-Profil
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist mit bundesweit über 390 Mitgliedern das größte deutsche Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz, Klimaschutz und erneuerbare Energien. Die ASEW wurde 1989 aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heraus gegründet. Das Ziel: Eine rationelle, sparsame und umweltschonende Energie- und Ressourcenverwendung zu fördern. Die ASEW berät und unterstützt ihre Mitglieder in diesen Bereichen und entwickelt für sie innovative Produkte und Dienstleistungen, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Das Portfolio der ASEW umfasst Produkte für Vertrieb und Kundenberatung, außerdem Seminare und Qualifizierungsangebote sowie eine Kunden- und Fördermittelberatung.

Markus Edlinger
+49 221 931819 21
edlinger@asew.de