Bis 2030 könnte die EU mit erneuerbaren Energien doppelt so viel Gas einsparen, wie sie derzeit aus Katar importiert. Darauf weist das Instituts für Energiewirtschaft und Finanzanalysen (IEEFA) hin. Nötig sei der forcierte Ausbau von Wärmepumpen, Solar- und Windkraft. Das könnte rund 90 Milliarden Kubikmeter Erdgas einsparen.
Aktuell sind die europäischen Gasspeicher ziemlich leer, die Vorbereitung auf den Winter verläuft schleppender als in den zurückliegenden Jahren. Der weiterhin schwelende Iran-Krieg verschärft die Lage. Ein Grund dafür: Die EU verlässt sich zu stark auf LNG-Lieferungen.
Der beschleunigte Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie Wärmepumpen, so die IEEFA-Studienautorin Ana Maria Jaller-Makarewicz, sei der „wirksamste Weg, um Europas Abhängigkeit von volatilen Importen fossiler Brennstoffe strukturell zu reduzieren.“
So habe die EU gemäß Eurostat-Zahlen ihren Gasbedarf zwischen 2021 und 2024 um rund 78,5 Milliarden Kubikmeter gesenkt (minus 20 Prozent). Erneuerbare Energien und Wärmepumpen in Kombination mit politischen Maßnahmen zur Senkung des Gasverbrauchs seien dafür hauptverantwortlich.
Auf Grundlage der Analyse der Eurostat-Daten kommt das IEEFA zu dem Schluss, dass klimaverträgliche Energie dazu beigetragen hat, die Abhängigkeit der EU von LNG-Importen zu verringern.
Das Institut schätzt, dass der Einsatz von Wärmepumpen zusammen mit der gesteigerten Solar- und Windstromerzeugung den Gasbedarf der EU im Jahr 2024 um 8,8 Milliarden Kubikmeter Gas gesenkt haben.
Bis 2030 ließen sich durch neue Wärmepumpen, Solar- und Windkraftanlagen 90 Milliarden Kubikmeter Gas einsparen. Das sei doppelt so viel, wie die EU derzeit aus Katar importiert.