Sustainability Spotlight Oktober

vom 08.10.2026

Beim Sustainability Spotlight im Oktober informierte die ASEW über aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Neben Neuigkeiten zu Berichtsstandards und politischen Vorhaben standen globale Klimarisiken, Schlussfolgerungen für Stadtwerke sowie zahlreiche praktische Nachhaltigkeitsprojekte aus dem Netzwerk auf der Agenda. 

  • Aktuelles von der ASEW: Zum Auftakt stellte die ASEW neue Angebote und Veranstaltungen für Stadtwerke vor. Dazu gehören eine individuelle EmpCo-Schulung mit interaktiver Schreibwerkstatt sowie Erfahrungsaustausche zu Frauenförderung, Finanzierung und Mitarbeitendenfeedback.
  • ESRS und freiwilliger Nachhaltigkeitsstandard: Ein regulatorischer Schwerpunkt lag auf der Veröffentlichung der überarbeiteten ESRS und des freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattungs-Standards VS im EU-Amtsblatt. Die ESRS-Revision tritt am 10. November 2026 in Kraft und ist verpflichtend für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027 anzuwenden. Der freiwillige Standard kann bereits unmittelbar genutzt werden, während die deutsche Umsetzung der CSRD weiterhin aussteht. 
  • Nachhaltigkeitsaktionsplan der Bundesregierung: Vorgestellt wurde außerdem der am 30. September 2026 beschlossene Nachhaltigkeitsaktionsplan der Bundesregierung. Er übersetzt die langfristige Nachhaltigkeitsstrategie in 20 konkrete Missionen aus fünf Handlungsfeldern und setzt stärker auf messbare Ergebnisse sowie ressortübergreifende Zusammenarbeit. Für Stadtwerke sind insbesondere die Weiterentwicklung des DNK, nachhaltige Beschaffung, wirkungsorientierte Infrastrukturinvestitionen und die integrierte Planung von Wasser-, Grün- und Energieinfrastruktur relevant. Dabei handelt es sich nicht um ein neues Gesetz oder Förderprogramm, sondern um ein Arbeitsprogramm für die laufende Legislaturperiode.
  • El Niño und mögliche Auswirkungen: Ein weiterer Themenblock widmete sich einem für 2026 erwarteten starken El-Niño-Ereignis und seinen möglichen weltweiten Auswirkungen. Diskutiert wurden unter anderem Risiken durch Trockenheit, Starkregen, Überschwemmungen, Gesundheitsbelastungen und Beeinträchtigungen von Agrarmärkten und Lieferketten. Für Europa können insbesondere Hitzewellen, geringe Flusspegel und Preisvolatilität relevant werden. Der Klimawandel verursacht El Niño zwar nicht unmittelbar, kann die Folgen des Phänomens auf einer bereits erwärmten Erde aber verstärken.
  • Planetare Grenzen unter wachsendem Druck: Der aktualisierte Gesundheitscheck der planetaren Grenzen zeigt, dass weiterhin sieben von neun Grenzen überschritten sind. Dazu zählen unter anderem Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Veränderungen der Süßwasser- und Landsysteme sowie neuartige Stoffe und die Versauerung der Ozeane. Den vorgestellten Ergebnissen zufolge haben alle sieben überschrittenen Grenzen 2026 ihren bislang höchsten Überschreitungsgrad erreicht. Damit nehmen auch ökologische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Risiken weiter zu.
  • UNEP-Report: Klimaschutz und Resilienz zusammendenken: Der UNEP-Overshoot-Spotlight-Report macht deutlich, dass die Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze praktisch nicht mehr vermeidbar ist, zugleich aber jedes vermiedene Zehntelgrad zählt. Klimaschutz und Klimaanpassung müssen deshalb gemeinsam bzw. gleichzeitig vorangebracht werden, während Energieinfrastrukturen selbst zunehmend gegen Hitze, Hochwasser, Trockenheit und Starkregen abgesichert werden müssen. Für Stadtwerke folgt daraus, Dekarbonisierung und Resilienz gemeinsam in Investitionen, Betrieb und Finanzierung zu verankern. Gleichzeitig gilt es, die Abhängigkeiten zwischen Strom, Wärme, Wasser, Telekommunikation und Mobilität stärker mitzudenken.
  • Nachhaltigkeit wirksam kommunizieren: Mit „Planetary Communications“ wurde ein neues Kommunikationshandbuch des Stockholm Resilience Centre vorgestellt. Es zeigt, wie sich komplexe Nachhaltigkeitswissenschaft in einem von Polarisierung sowie Fehl- und Desinformation geprägten Umfeld verständlich vermitteln lässt. Zu den empfohlenen „Zutaten“ gehören Faktenorientierung, verständliche Vereinfachung, sichtbare Lösungen, konkrete Handlungsoptionen, Nahbarkeit und Visualisierung. Welcher Mix funktioniert, hängt dabei von Zielgruppe, Botschaft und Medium ab.
  • Argumente gegen den ESG-Backlash: Eine Hörempfehlung lieferte zusätzliche Argumente für den Klimaschutz. Im vorgestellten Podcast der Stiftung „Allianz für Entwicklung und Klima“ erläutert UBA-Präsident Prof. Dr. Dirk Messner, warum unterlassener Klimaschutz langfristig höhere Kosten verursacht als frühzeitiges Handeln. Thematisiert werden außerdem die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung für Wohlstand und gesellschaftliche Stabilität sowie Chancen und Risiken des freiwilligen Kohlenstoffmarkts.
  • Neuer Jahresbericht der Stadtwerke-Initiative Klimaschutz: Auch der neue Jahresbericht 2026 der Stadtwerke-Initiative Klimaschutz war Teil des Sustainability Spotlight. Für den hat die ASEW freiwillig eingereichte interne Strategieunterlagen von 23 Stadtwerken ausgewertet und gemeinsame Entwicklungslinien, Lösungsansätze und Herausforderungen herausgearbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass Klimaschutz zunehmend in Unternehmensstrategie, Investitionsplanung und Geschäftsprozesse einfließt. Im Fokus stehen insbesondere Wärme, erneuerbare Energien, Netze, Mobilität, Energieeffizienz und die Weiterentwicklung belastbarer Reduktionspfade.
  • SusPOSITIVE: Nachhaltigkeit praktisch umgesetzt: Zum Abschluss richtete das SusPOSITIVE den Blick auf konkrete Projekte aus dem ASEW-Netzwerk, die im Rahmen der Stadtwerke-Umweltwoche organisiert wurden. Vorgestellt wurden unter anderem eine sensorgestützte Bewässerung bei den Stadtwerken Velbert, eine interne Umweltwoche der SWN Stadtwerke Neumünster und interaktive Nachhaltigkeitsformate der EWR AG. Hinzu kamen gemeinsame Cleanup-Aktionen der Stadtwerke Augsburg und Stadtwerke Bonn sowie neue Nistkästen auf dem Betriebsgelände der ESWE Versorgungs AG. Die Beispiele zeigen, wie sich Nachhaltigkeit mit niedrigschwelligen Maßnahmen im Unternehmen sichtbar, gemeinschaftlich und praxisnah umsetzen lässt. 

Das nächste Sustainability Spotlight findet am 11. November statt.

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