Mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik steuert die Weltgemeinschaft auf eine durchschnittliche Erderwärmung von 2,8 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts zu. Das zeigt der Emissions Gap Report 2026 des Umweltprogramms (UNEP) der Vereinten Nationen.
Unep-Direktorin Inger Andersen warnt vor verheerenden Folgen. Jeder Bruchteil eines Grades zusätzlich steigere das Risiko für klimabedingte Naturkatastrophen wie Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, wie sie in diesem Jahr bereits viele Länder erlebt hätten.
Mit der Prognose von 2,8 Grad Celsius hat sich der Pfad seit vergangenem Jahr nicht verbessert. Dies liegt vor allem am Rückzug der USA aus den internationalen Klimaschutzbemühungen. Da die USA der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen seien, spiegelten sich solche politischen Veränderungen direkt in weltweiten Schätzungen wider. Zudem seien Daten zum bisherigen Ausstoß von Treibhausgasen nach oben korrigiert worden.
Selbst im optimistischsten berechneten Szenario, sprich wenn alle Staaten ihre Klimapläne einhalten und angestrebte Klimaneutralitätsziele erreichen, würde sich die Erde bis 2100 um 2,1 Grad erwärmen.
Das liegt weit über den angestrebten 1,5 Grad. Dieses Ziel gilt zwar noch nicht offiziell als passé, doch die Welt befindet sich auf dem Weg dorthin: Das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus sieht für die Jahre 2023 bis 2025 erstmals für einen Dreijahreszeitraum eine durchschnittliche Erwärmung von mehr als 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter.
UN-Generalsekretär António Guterres betonte, dass eine Überschreitung keine Kapitulation bedeute. „Wir können sie immer noch so gering und so kurz wie möglich halten – und die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1,5 Grad senken“.
Dafür müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen deutlich sinken, um zum Ende des Jahrhunderts wieder bei 1,5 Grad oder darunter zu landen – nämlich um 18 Prozent bis 2030, um 45 Prozent bis 2035 und um 69 Prozent bis zum Jahr 2040, alles verglichen mit dem Niveau von 2025.
Solch eine steile Abwärtskurve ist im Moment nicht absehbar: Selbst wenn alle Länder ihre geplanten Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, würden die Emissionen laut Unep-Berechnung bis 2030 nur um bis zu 8 Prozent sinken – und bis 2035 um bis zu 15 Prozent.