Die höchsten Beschaffungsmengen entfallen dabei auf die Produktionsjahre 2027 und 2028. Zwar fiel das Volumen geringer aus als bei der ASEW-Sammelausschreibung im Frühjahr 2026, bei der rund 600 Gigawattstunden für 16 Stadtwerke beschafft wurden. Dennoch zeigt das Ergebnis erneut den Mehrwert der gemeinsamen Beschaffung im Netzwerk. „Mit der Bündelung der Nachfrage schaffen wir für unsere Mitglieder attraktive Marktchancen und reduzieren zugleich den individuellen Beschaffungsaufwand erheblich“, ist Patrick Niehaves, Senior Projektmanager Umweltaussagen und Kompensation bei der ASEW, überzeugt. „Auch diesmal konnten wir gute Preise aushandeln und die Interessen der teilnehmenden Stadtwerke erfolgreich vertreten.“
Marktpreise deutlich über Vorjahresniveau
Die Preise für Herkunftsnachweise aus dem europäischen Verbundnetz bewegten sich im Rahmen der Ausschreibung je nach Produktionsjahr und Technologie zwischen rund 1,90 und 2,10 Euro pro Megawattstunde. Damit lagen sie deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Ende Oktober 2025 wurden vergleichbare Herkunftsnachweise noch zu Preisen von etwa einem Euro pro Megawattstunde gehandelt. Bis zum Jahresende 2025 sanken die Preise sogar auf rund 0,60 Euro pro Megawattstunde und markierten damit einen vorläufigen Tiefpunkt.
Seitdem sind die Preise jedoch spürbar gestiegen. Nach zwei zwischenzeitlichen Preisrückgängen im März und Juni 2026 zogen die Notierungen bis Mitte September wieder auf etwa zwei Euro pro Megawattstunde an. Für Stadtwerke gewinnt eine professionelle Marktbeobachtung vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung. „Die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate zeigt, wie dynamisch der Markt für Herkunftsnachweise geworden ist“, erklärt Christian Esseling, stellvertretender Abteilungsleiter Energievertrieb & Kunde bei der ASEW, das Ergebnis. „Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld profitieren unsere Mitglieder von der kontinuierlichen Marktanalyse und der gebündelten Beschaffungskompetenz der ASEW.“
Angebotsseite: Hydrologische Situation bleibt prägender Faktor
Auf der Angebotsseite gibt es verschiedene Faktoren, die den Markt beeinflussen. Zwar lag die Solarstromproduktion im August deutlich über dem Vorjahreswert, gleichzeitig führte eine schwache Wasserkrafterzeugung aufgrund niedriger Speicherstände und unterdurchschnittlicher Niederschläge zu einem insgesamt leicht geringeren Erzeugungsniveau. Besonders in den nordischen Ländern und in der Alpenregion bleibt die hydrologische Situation angespannt.
Zuletzt sorgten höhere Niederschläge für eine leichte Entspannung. Dennoch dürfte die Wasserkrafterzeugung weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt verharren. Dies stützt die Erwartungen an ein kurz- bis mittelfristig stabiles Preisniveau. Hinzu kommt, dass mit dem Ende des Sommers die Bedeutung der Solarstromerzeugung saisonal abnimmt, während die stärker schwankende Windstromproduktion wieder mehr in den Fokus rückt.
Nachfrageseite: Deutsche Nachfrage wächst weiter
Auch auf der Nachfrageseite sprechen die Marktdaten für eine stabile Entwicklung. Die jüngst veröffentlichten Zahlen des HKN-Register-Dachverbands Association of Issuing Bodies (AIB) zum Entwertungszeitraum 2025 zeigen, dass die deutsche Nachfrage nach Herkunftsnachweisen von 222 auf 235 Terawattstunden gestiegen ist. Das sind rund 13 Terawattstunden beziehungsweise sechs Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr.
Nach einem eher ruhigen Spätsommer nahm zudem die Marktliquidität seit Ende der Sommerferien wieder deutlich zu. Mit der Rückkehr vieler Marktteilnehmer aus der Sommerpause zog die Handelsaktivität spürbar an.
Für die ASEW bestätigt die erfolgreiche Sammelausschreibung einmal mehr den Nutzen gemeinsamer Beschaffungsmodelle. Durch Marktbeobachtung, Ausschreibungsmanagement und die Bündelung von Mengen unterstützt die ASEW ihre Mitgliedsunternehmen dabei, Herkunftsnachweise effizient, marktnah und zu wettbewerbsfähigen Konditionen zu beschaffen. Damit stärkt das Netzwerk die Position der Stadtwerke im wachsenden Markt für Ökostromprodukte im Zuge der Energiewende.
Weitere Details zum Angebot und den Aktivitäten des Ökoenergiebereichs der ASEW gibt es auf der
ASEW-Webseite.