Presseinformation: Neues Self-Assessment unterstützt Stadtwerke bei der Status-quo-Analyse

Köln – Die Energiewirtschaft und dabei besonders die Stadtwerkewelt stehen in einer dynamischen Umbruchsphase. Vor allem die beiden Megatrends Digitalisierung und Dekarbonisierung prägen diesen Umbruch aktuell deutlich. Wie schlagen sich die deutschen Stadtwerke hier? Und wie ist der aktuelle Status dabei konkret in einem bestimmten Unternehmen? Eine Antwort liefert das Self-Assessment-Tool SW.Check. Dieses wurde im Rahmen des Forschungsprojektes Roadmap.SW von der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) gemeinsam mit Fraunhofer UMSICHT, dem FIR an der RWTH Aachen und den Ideenstadtwerken entwickelt.

Stadtwerke sind aktuell in einer besonderen Situation: Aus vielen, wenn nicht allen Richtungen lastet Druck auf den Unternehmen. Dabei geht es darum, Strategien zu entwickeln, die dem Klimaschutz vor Ort sowie der weiteren Digitalisierung des Unternehmens gerecht werden – um selbiges letztlich zukunftsfest zu machen. „Das ist eine Aufgabe, die man nicht geringschätzen sollte, denn hier wirken viele Akteure auf das Unternehmen ein“, führt Stefan Schulze-Sturm, Leiter Forschungsprojekte bei der ASEW, aus. „Neben steigenden regulatorischen Anforderungen, die sich zudem bei neuen Regierungskonstellationen auch wieder komplett ändern können, fordert die Zukunftsfestigkeit eine Steigerung der Effizienz unter gleichzeitiger Senkung der laufenden Kosten. Parallel müssen zudem die zahlreichen, teilweise widerstreitenden Erwartungen von Kunden, Anteilseignern & Partnern erfüllt werden. All dies erfordert eine strategische Transformation des gesamten Unternehmens: Denn nur wer hier frühzeitig handelt, bleibt langfristig wettbewerbsfähig!“

Basis für das Handeln ist in der Regel ein gutes Verständnis zum eigenen Status quo: Wo steht das Unternehmen, welche Indikatoren bezüglich der Zielwerte sind erfüllt? Hierfür ist eine intensive Beschäftigung mit dem eigenen Unternehmen nötig. Traditionell werden hierzu oft teure externe Fachleute hinzugezogen. Doch das muss nicht sein, will man sich einen ersten, grundlegenden Überblick verschaffen. „Der SW.Check, den wir im Rahmen des Projektes Roadmap.SW entwickelt haben, hilft der Stadtwerkewelt genau hierbei“, ordnet Steffen Schlakat-Hagemann, Leiter Marketing & Kommunikation bei den Ideenstadtwerken, die Funktionalitäten des neuen, kostenfreien Online-Tools ein. „Über das Tool erhalten Stadtwerke einen Ausgangspunkt für eine klare Standortbestimmung. Auf dieser Basis können dann etwa gezielte Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Unternehmens erarbeitet werden. Der SW.Check macht letztlich den Reifegrad in den Bereichen Digitalisierung und Dekarbonisierung sichtbar und legt so Entwicklungspotenziale und Handlungsbedarfe zugleich offen.“

Der SW.Check gliedert sich dabei grob in drei Phasen. Das Online-Self-Assessment bildet den Einstieg. Über eine Reihe von Fragen wird hierbei der aktuelle Reifegrad in den Feldern Digitalisierung und Dekarbonisierung als Ausgangspunkt für die Transformation bestimmt. In einem sich daran anschließenden Workshop werden die Ergebnisse des Self-Assessments analysiert und eingeordnet. Dabei werden sowohl der Gesamt-Reifegrad als auch Teil-Reifegrade für einzelne Anwendungs- und Fokusbereiche betrachtet. Auf dieser Basis können gemeinsame Ziele und zentrale Handlungsfelder abgeleitet werden. Ein Roadmapping-Workshop dient schließlich der konkreten Ausgestaltung des Weges zur Zielerreichung. Hier werden geeignete Maßnahmen ausgewählt, in eine Umsetzungs-Roadmap überführt und Verantwortlichkeiten festgelegt. Zudem werden die nächsten Schritte klar definiert und zeitlich eingeordnet.

Ziel dieses Prozesses: das Aufzeigen von Entwicklungspotenzial und dessen konsequente Ausschöpfung. „Das setzt natürlich voraus, dass sich an die Analyse und Darstellung möglicher Entwicklungspfade eine Umsetzungsphase anschließt, während derer vorher definierte Maßnahmen systematisch umgesetzt werden“, gibt Schulze-Sturm zu bedenken. „Die gemeinsam erarbeitete Roadmap dient dabei als Leitlinie für die operative Umsetzung, Fortschrittskontrolle und kontinuierliche Weiterentwicklung der identifizierten Handlungsfelder.“

Das Forschungsprojekt Roadmap.SW wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über das 7. Energieforschungsrahmenprogramm gefördert. Weitere Details zum Prozess und zum Einstieg in das Self-Assessment gewährt die eigens erstellte Webseite www.sw-check.de. Hier sind auch umfangreiche Begleitmaterialien zu finden, die bei der Durchführung von SW.Check helfen. Wer dennoch Begleitung und Unterstützung für den Prozess wünscht, kann sich an Fraunhofer UMSICHT oder die ASEW wenden.

ASEW-Profil
Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist mit bundesweit über 390 Mitgliedern das größte deutsche Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz, Klimaschutz und erneuerbare Energien. Die ASEW wurde 1989 aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heraus gegründet. Das Ziel: Eine rationelle, sparsame und umweltschonende Energie- und Ressourcenverwendung zu fördern. Die ASEW berät und unterstützt ihre Mitglieder in diesen Bereichen und entwickelt für sie innovative Produkte und Dienstleistungen, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Das Portfolio der ASEW umfasst Produkte für Vertrieb und Kundenberatung, außerdem Seminare und Qualifizierungsangebote sowie eine Kunden- und Fördermittelberatung.

Markus Edlinger
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