Heizen: Wärmepumpe führt bei Neubau

vom 10.06.2026

Foto: istock.com/Milan Sommer

Die Bundesregierung, das ist ein weithin offenes Geheimnis, ist nicht unbedingt ein Hort ausgemachter Fans der Wärmepumpen-Heizung. Doch hat diese Regierungs-Aversion eher keine Auswirkungen auf die Entscheidungen der Bauherren: Knapp drei Viertel (73,6 Prozent) der rund 58.900 Wohngebäude, die 2025 fertiggestellt wurden, nutzen laut Statistischem Bundesamt, das die Zahlen auf Basis des Zensus 2022 erhoben hat, hauptsächlich Wärmepumpen für Heizenergie.

Binnen zehn Jahren hat sich der Anteil damit mehr als verdoppelt: 2015 waren Wärmepumpen erst in gut 31 Prozent der 105.600 errichteten Wohngebäude die dominierende Heiztechnik. In absoluten Zahlen wuchs die Summe aller Wärmepumpen demnach um etwa 11.000.

Wärmepumpen kommen indes vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern zum Einsatz. In rund 78 Prozent aller 2025 fertiggestellten Ein- und Zweifamilienhäuser wurde hauptsächlich eine Wärmepumpe für Heizenergie genutzt.

Inzwischen werden zudem knapp vier von fünf neugebauten Wohngebäuden (78,2 Prozent) überwiegend mit erneuerbarer Energie beheizt. 2015 waren es erst 38 Prozent. Dazu zählen neben Erd- oder Luftwärmepumpen auch Holz, etwa in Pelletheizungen oder Kaminöfen, Solarthermie, Biogas und Biomethan.

Die ASEW erstellt aktuell ein Heizungsvollkostenvergleichs-Tool. Dieses wird Anfang September ausgerollt. Das Tool selbst stellen wir in einem Web-Seminar am 2. September vor.

Erdgas wurde in neuen Wohngebäuden 2025 nur noch in gut 10 Prozent als Hauptenergiequelle eingesetzt. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch bei über 50 Prozent. Fernwärme folgt als drittwichtigste Quelle mit einem Anteil von gut acht Prozent im vergangenen Jahr. Ölheizungen wurden nur noch in einem Bruchteil der Neubauten eingebaut (0,3 Prozent).

Anders sieht es im Bestand aus: Hier dominiert weiterhin Erdgas als primärer Energieträger. Mehr als die Hälfte (53,9 Prozent) der Wohngebäude werden damit beheizt. Bei rund einem Viertel (24,7 Prozent) kam zudem Heizöl zum Einsatz. Erneuerbare Energien spielten im Bestand mit einem Anteil von gut zehn Prozent eine untergeordnete Rolle.

Der Gebäudesektor ist zentral, um das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 zu erreichen, er verursacht rund ein Drittel der CO2-Emissionen. Doch das energetische Sanieren des Bestands kommt nur langsam voran.

weiße Wärmepumpe vor einem Haus