
Fast die Hälfte des deutschen Stromverbrauchs in den ersten drei Quartalen stammte aus erneuerbaren Quellen. Wie die Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen, lag der erneuerbare Deckungsgrad bei knapp 48 Prozent. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum.
Insgesamt wurden gut 192 Milliarden Kilowattstunden erneuerbarer Strom erzeugt und damit rund 5,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der größte Anteil entfiel dabei mit 76 Milliarden Kilowattstunden auf die Windkraft, gefolgt von knapp 46 Milliarden Kilowattstunden aus Photovoltaik.
Leider ist dieser hohe Wert wesentlich aber einem bedeutenden Sondereffekt zu danken: Neben den günstigen Wetterverhältnissen wie etwa einem windreichen ersten Quartal lag das, man ahnt es, an den Auswirkungen des sogenannten Lockdowns während der Corona-Pandemie. Etwa die Hälfte der Steigerung sei auf den coronabedingt um immerhin ein Zwanzigstel gesunkenen Stromverbrauch zurückzuführen.
Der Wert fügt sich jedoch insgesamt in die seit Jahren stetig steigenden erneuerbaren Anteile am Stromverbrauch ein. Allerdings sei es, so BDEW-Chefin Kerstin Andreae, bis zum Zielwert 65 Prozent in 2030 noch ein weiter Weg. Dafür müsse unter anderem die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes an einigen Stellen nachgeschärft werden. Das Bundeswirtschaftsministerium rechne etwa mit einem kaum veränderten Stromverbrauch im Jahr 2030. Auch ZSW-Vorstandsmitglied Frithjof Staiß mahnte, die Zahlen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, „dass noch sehr viel Arbeit vor uns liegt“.
Ansprechpartner
Christian Esseling
0221.931819-31
esseling@asew.de