Die Windkraft benötigt deutliche Stimuli, um wieder auf Wachstumskurs zu kommen. Die Ausbauzahlen verharren bereits seit einiger Zeit auf eher niedrigem Niveau. Dem soll eine Initiative der Bundesumweltministerin Abhilfe bringen. So sollen wieder mehr Flächen für Windkraftprojekte verfügbar werden.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte der Deutschen Presseagentur, wer mehr Klimaschutz wolle, „der muss auch ja sagen zu mehr Strom aus Wind und Sonne. Die entscheidende Stellschraube dafür ist, dass mehr Flächen zur Verfügung stehen für Windräder. Zwei Prozent der Landesfläche wären nötig.“
Die Koalition habe jetzt noch die Chance, ein klares Zeichen zu setzen. Ohne ausreichende Flächen seien auch die schnellsten Genehmigungsverfahren in ihrer Wirkung begrenzt. Ein Seitenhieb galt dabei dem Koalitionspartner: „Die Union muss endlich den Weg für Änderungen des Bau- und Raumordnungsrechts frei machen, damit wir nicht unnötig Zeit verlieren. […] Länder wie Bayern und Baden-Württemberg gehen beim Windkraft-Ausbau leider noch im Schneckentempo voran. Nordrhein-Westfalen geht mit neuen Abstandsregelungen sogar in die falsche Richtung. So kann es nicht weitergehen, wenn wir unseren Industriestandort mit seinem Energiebedarf nicht gefährden wollen.“
Das Wetter kann diese Windkraftkrise sogar noch zusätzlich verschärfen: Das Frühjahr etwa war vergleichsweise windarm, sodass auch die Produktion aus Windkraft um fast ein Drittel zurückging. Das führte im ersten Quartal des Jahres dazu, dass Kohle Wind als wichtigsten Energieträger wieder überholte.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden von Januar bis März insgesamt 138,2 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und ins Netz eingespeist. Nach vorläufigen Ergebnissen des Bundesamtes waren das 2,6 Prozent weniger als im ersten Quartal 2020. Damals trugen erneuerbare Energiequellen 51,4 Prozent zur Stromerzeugung bei, im ersten Quartal 2021 dominierten die konventionellen Energieträger (Atom, Kohle, Erdgas) mit einem Anteil von 59,3 Prozent. Dabei standen Stein- und Braunkohle für 28,9 Prozent der insgesamt in das Netz eingespeisten Strommenge.