Niedersachsen setzt auf Windkraft

vom 23.07.2021

Die niedersächsische Landesregierung will zukünftig noch stärker auf erneuerbare Energien setzen. Dafür sollen unter anderem mehr Flächen zur Windenergiegewinnung bereitgestellt werden. Das steht in einem Erlass, den der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies vorstellte. Demnach sollen ab 2030 2,1 Prozent der Landesfläche für Windenergieanlagen reserviert werden. Dem Landesumweltminister zufolge benötige, „[w]er es ernst meint mit dem Klimaschutz, […] die Windenergie“.

Auch wenn es bis 2030 noch etwas hin ist, sollen die Landkreise diese Marke schon jetzt berücksichtigen, wenn sie Flächennutzungspläne aufstellen. Niedersachsen wolle damit Rechtssicherheit für die Kommunen, aber auch die Anwohner schaffen. Der Erlass ermögliche auch das einfachere Repowering. Zudem dürften mehr Waldflächen für die Windenergiegewinnung genutzt werden. Einen festen Mindestabstand zwischen Windrädern und der Wohnbebauung, den viele Bundesländer, allen voran Bayern, anwenden, gibt es in dem niedersächsischen Erlass nicht.

Der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE) begrüßte die Vorstellungen der Landesregierung. Indes hätte sich der Verband deutlich verbindlichere Vorgaben für den WEA-Ausbau in Wäldern gewünscht. Die LEE-Vize-Geschäftsführerin Marie Kollenrott konstatierte denn auch, der LEE erwarte, „dass die Landesregierung über die Neuordnung der Landesraumordnung Vorgaben für zu erreichende Flächenziele vor Ort macht“. Deutlichere Kritik kam dagegen von der Landtagsfraktion der Grünen. Sie fordert von der Landesregierung, ab sofort mehr Flächen für Windenergieanlagen zu reservieren. Die Grünen sehen es zudem als kritisch, dass es keine Pflicht-Flächenziele für die Landkreise gibt.

 

Der Ausbau erneuerbarer Energien kommt nur langsam voran