Der Bau von dezentralen PV-Anlagen boomt wie schon lange nicht mehr. Wie ein Blick in das Marktstammdatenregister zeigt, wurden in diesem Jahr allein bis Mai 2.448 Megawatt neuer PV-Leistung zugebaut. Das bedeutet nicht nur einen Anstieg von 32,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist auch der „atmende Deckel“ (2,5 Gigawatt Zubau) fast erreicht. Dies führt dazu, dass die Einspeisevergütung für Neuanlagen signifikant stärker sinkt, je mehr sich die Zubauzahlen dem Deckelwert annähern. Die Bundesregierung verspricht sich davon, dass der Zubau-Zielkorridor eingehalten wird und keine Überföderung entsteht.
Wegen des raschen Tempos bei der Installation neuer PV-Anlagen in den letzten beiden Jahren beträgt die Degression bei der Einspeisevergütung innerhalb der vergangenen 18 Monate 21 Prozent. Monatlich sinkt die Vergütung um 1,4 Prozent.
Konkret bedeutet das laut Energie & Management, dass Neuanlagen im Segment bis 10 Kilowattpeak derzeit Verluste einfahren. Stand 1. Juli 2021 liegt die Einspeisevergütung bei 7,47 Cent pro Kilowattstunde. Hierdurch liegt etwa die Rendite bei einer kleineren Anlage unter vier Kilowattpeak in einem Durchschnittshaushalt mit etwa 4.000 Kilowattstunden Verbrauch auch ohne die Einbindung eines Solarstromspeichers bei drei Prozent. Da sich mit steigender Anlagengröße aber der Anteil des Eigenverbrauchs zugunsten der direkten Netzeinspeisung verringert, ergibt sich zusammen mit derzeit anziehenden Kosten für PV-Anlagen ein rechnerischer Verlust. Dieser liegt etwa bei einer neuen PV-Anlage von neun Kilowattpeak Leistung bei einem halben Prozent und bei einer Leistung der PV-Anlage von elf Kilowattpeak sogar bei rund einem Prozent.