Eine Mehrheit der Deutschen steht weiterhin hinter dem regenerativen Umbau der Energieversorgung. Das geht aus der repräsentativen Umfrage hervor, die für das „Soziale Nachhaltigkeitsbarometer 2021“ des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) und forsa durchgeführt wurde. Demnach erkennen grundsätzlich die Menschen die Notwendigkeit der Energiewende an und sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, um Klimaziele zu erreichen.
73 Prozent befürworten das energiepolitische Ziel, den Energieverbrauch in Haushalten zu reduzieren und mehr als ein Drittel wäre grundsätzlich bereit, für den Klimaschutz höhere Steuern auf umweltschädliche Produkte zu akzeptieren. Ein wesentlicher Bremsklotz der Energiewende ist für mehr als ein Drittel die Bürokratie, und mehr als die Hälfte nimmt die Verteilung der Kosten energiepolitischer Maßnahmen besonders zwischen Privatpersonen und Unternehmen als ungerecht wahr.
Gefragt nach konkreten Klimaschutz-Instrumenten zeigt sich, dass Technologien für erneuerbare Energien von einer großen Mehrheit unterstützt werden, unabhängig von der dafür genutzten Technologie. So befürworten zum Beispiel 90 Prozent der Befragten den Ausbau von Solaranlagen auf Hausdächern. Ein Großteil der Befragten kann sich eine aktive Beteiligung an der Energiewende vorstellen: Das Interesse an einem individuellen Engagement reicht von der Ökostrom-Nutzung bis hin zu einer Beteiligung an regenerativen Erzeugungsanlagen, die etwa in Form einer Bürgerenergiegenossenschaft verwaltet werden.
Für die Anschaffung eines Elektro-Autos können sich 47 Prozent erwärmen. Zudem gibt die Hälfte der Befragten an, mehr Wege zu Fuß oder auf dem Rad zurücklegen zu wollen. Der Wandel soll aber bezahlbar bleiben und auf Mobilität will keiner verzichten. So lehnt etwa die Hälfte eine Maut für PKW oder höhere Parkgebühren ab und für rund ein Viertel müsste der öffentliche Nahverkehr besser und günstiger werden, damit sie auf kürzere Fahrten mit dem Auto verzichten. Gleichzeitig befürworten über die Hälfte der Befragten eine Abschaffung des Steuervorteils für Dieselkraftstoffe und ein Tempolimit auf Autobahnen.
Wichtig ist den Deutschen auch, die gesellschaftlichen Auswirkungen im Blick zu behalten, damit vor allem sozial Schwache vor zu hoher Belastung geschützt und Verursacher stärker in die Verantwortung genommen werden. Fast die Hälfte findet, dass die Kosten der Energiewende zwischen den unterschiedlichen Einkommensgruppen ungerecht verteilt sind.