Die Bundesregierung will verstärkt die Wasserstoffproduktion in Deutschland anregen. Dabei glaubt sie vor allem an einen Erfolg von offshore produziertem Wasserstoff. Deshalb sollen ab 2022 zusätzliche 50 Millionen Euro für die Entwicklung von Offshore-Parks für die Wasserstoffproduktion fließen.
Parallel zur Verkündung dieses Ansatzes durch das Bundeswirtschaftsministerium wurde der Entwurf für eine Verordnung für die Ausschreibung der Flächenvergabe in die Länder- und Verbändeanhörung geschickt. Die Verordnung wird nach dem Willen des BMWi noch im Herbst in Kraft treten. Die erste Ausschreibungsrunde ist für 2022 geplant. Erhalten Bieter hier einen Zuschlag, können sie sich für einen Teil der Fördersumme bewerben. Das Verfahren sei dabei technologieoffen konzipiert. Neben Offshore-Windkraft könnten etwa auch Gezeitenturbinen den für die Wasserstoffproduktion benötigten Strom erzeugen.
Eine Schlüsselrolle nimmt in den Planungen für die Nordsee in jedem Fall die einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland ein, die sich bereits beim Windkraftausbau zur wichtigen Zwischenstation entwickelt hat. Das Projekt „Aqua Ventus“ etwa will mit einer Leistung von 290 Megawatt aus Windturbinen Strom erzeugen, diesen zur Produktion von Wasserstoff nutzen und selbigen dann per Pipeline nach Helgoland transportieren. Dank sei damit dem heute fast vergessenen zweiten deutschen Reichskanzler Leo von Caprivi, der 1890 die deutschen Rechte auf der Insel Sansibar bei den Briten gegen Helgoland eintauschte.