Flutkatastrophe war Folge des Klimawandels

vom 24.08.2021

Die Flutkatastrophe, die Ende Juli besonders Ahr und Erft hart traf und 220 Menschen in den Tod riss, war wohl eine der vielen Folgen des laufenden Klimawandels. Das zeigt eine erste internationale Studie. Allein das Ausmaß von 93 Litern Regen pro Quadratmeter, was die Flut auslöste, wurde so seit Beginn der deutschen Wetteraufzeichnungen noch nicht registriert. Und eine Studie der World Weather Attribution in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zeigt nun: Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit waren Flut und Hochwasser zwei der Folgen des Klimawandels.

Um zu diesem Ergebnis zu kommen, haben 39 Forscherinnen und Forscher aus Europa und den USA in den vergangenen Wochen an einer sogenannten Attributionsstudie gearbeitet. Das Ziel dabei war, einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Flutkatastrophe zu klären. Dazu wurde mittels statistischer Analyse und über Computersimulationen das heutige Klima mit dem Klima vor dem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 1,2 Grad Celsius seit Ende des 19. Jahrhunderts verglichen.

Laut Frank Kreienkamp, Leiter des Regionalen Klimabüros beim DWD in Potsdam, hätten die Beteiligten gelernt, das der Extremregen im Juli an sich ein sehr seltenes Ereignis war. In Deutschland habe es in 90 Jahren und in Europa in 70 Jahren der Wetterbeobachtung solche Niederschlagsmengen noch nicht gegeben. Andererseits könne dieses Wetterereignis aber auch eindeutig dem Klimawandel zugeordnet werden: „Wir sehen ganz klar, dass der Klimawandel die Eintrittswahrscheinlichkeit deutlich erhöht hat und dass er die Intensität erhöht hat.“

Für die Hochwasserregion, die von Frankreich über Deutschland bis in die Schweiz reichte, konnten die Wissenschaftler:innen feststellen, dass sich die maximale Niederschlagsmenge durch den Klimawandel insgesamt um zwischen drei und 19 Prozent erhöht hat. Zudem sei es unter den gegenwärtigen Klimabedingungen auch zu erwarten, dass solche Starkregenereignisse in der gesamten Region deutlich häufiger auftreten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit hierfür habe sich um einen Faktor zwischen 1,2 und 9 erhöht.

Das Thema Klima steht auch im Fokus unserer Netzwerk-Veranstaltung time2connect am 17. November 2021. Als Impulsredner mit an Bord: ARD-Wettermann Sven Plöger.

Deutschland steht vor einem Scheitern bei den Klimazielen.