Schiffe der EU verursachen ein Fünftel der Emissionen auf See

vom 01.09.2021

Europa verantwortet ein Fünftel der Schiffsemissionen weltweit. Das ist ein Ergebnis des ersten Berichts zu entsprechenden Auswirkungen, den die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) und die Europäische Umweltagentur (EEA) gemeinsam vorstellten.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, waren Schiffe im Jahr 2018 für 13,5 Prozent aller Treibhausgasemissionen, die der Verkehr in der EU verursacht, verantwortlich. Das wären fast 169 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Auf den Straßenverkehr entfallen 71 Prozent oder 888 Millionen Tonnen. Wie die EU-Kommissarin für Verkehr, Adina Vălean, sagte, müssten alle Verkehrsträger nachhaltiger, intelligenter und widerstandsfähiger werden. Das schließe auch die Schifffahrt mit ein.

Schiffe sind für den Warentransport nach wie vor unentbehrlich. Mehr als 90 Prozent aller Güter werden auf dem Wasserweg transportiert. 77 Prozent des europäischen Außenhandels und 35 Prozent des gesamten Handels (wertmäßig) zwischen EU-Mitgliedstaaten erfolgen auf dem Seeweg. Diese Rolle werden Schiffe in den kommenden Jahrzehnten wohl noch weiter ausbauen. So heißt es denn auch im Bericht, der Seeverkehr der EU stehe vor einem entscheidenden Jahrzehnt für den Übergang zu einem wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigeren Sektor.

Eine Herausforderung bleibt die Höhe der Emissionen: Insgesamt verursachten Schiffe, die im Jahr 2018 in Häfen der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums anlegten, rund 140 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das waren etwa 18 Prozent aller CO2-Emissionen, die in diesem Jahr weltweit durch den Seeverkehr verursacht wurden. Der Ausstoß an Schwefeldioxid betrug 16 Prozent der weltweiten SO2-Emissionen der internationalen Schifffahrt.

„Obwohl der Seeverkehr in den letzten Jahren seine Umweltbilanz verbessert hat, steht er bei der Dekarbonisierung und Reduzierung der Umweltverschmutzung immer noch vor großen Herausforderungen“, so Kommissarin Vălean. Eine mögliche Lösung sieht der Bericht in der Umstellung auf umweltfreundlichere Antriebsarten und Energieträger wie Biokraftstoffe, Batterien, Wasserstoff oder Ammoniak. Die Landstromversorgung könne auch in See- und Binnenschifffahrtshäfen eine saubere Energiequelle darstellen.

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