Kohleausstieg schneller als gedacht

vom 10.09.2021

Der Kohleausstieg kommt gut voran. Laut der Bundesnetzagentur wurden in den ersten drei Ausschreibungsrunden Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 8.400 Megawatt für die Abschaltung bezuschlagt. Die Resonanz ist so gut, dass etwa Christoph Pfister vom Beratungsunternehmen Enervis Energy Advisors davon ausgeht, dass „die installierte Leistung an Steinkohle und Braunkohle-Kleinanlagen Ende 2022 unter dem anvisierten Zielniveau von 15.000 MW liegen wird“.

Dieser Wert könnte sogar noch deutlicher sinken, denn der Kraftwerksbetreiber Steag will wohl auch seine Kohlekraftwerke Bexbach und Weiher III abschalten. Beide Anlagen haben zusammen eine Leistung von 1.450 Megawatt. Derzeit befinden sich noch 16,4 Gigawatt Kohlekraftwerksleistung am Netz. Die Bundesnetzagentur rechnet damit, dass 2023 noch Steinkohlekraftwerke mit einer Leistung von 13,3 Gigawatt Energie ins Netz einspeisen.

Eine zusätzlich Herausforderung für den deutschen Strommarkt ist der parallel sich vollziehende Atomausstieg: Allein die verbleibenden drei Ende 2021 sowie die drei bis Ende 2022 vom Netz gehenden deutschen Atomkraftwerke liefern aktuell noch eine Leistung von rund 8,4 Gigawatt.

Erstmals hat weltweit die Grünstrom- die Kohlestromproduktion überholt.