RWE: Investoren wollen keine Braunkohle

vom 10.09.2021

RWE verweist gerne darauf, dass kein anderes Unternehmen Europas so viel in erneuerbare Energien investiere. Tatsächlich basiert nach wie vor ein nicht unerheblicher Teil der Unternehmensaktiva auf Aktivitäten im Bereich der Kohleverstromung. Das passt indes nicht jedem, insbesondere Investoren mit eher grüner Agenda. Einer von diesen fordert nun die Aufspaltung des Konzerns.

Es geht um den Investor Enkraft Capital, der mehr als 500.000 RWE-Anteile im Wert von 16,4 Millionen Euro hält. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Enkraft einen Brief an RWE-Chef Markus Krebber geschrieben, in dem der Investor die Abtrennung des Geschäftsfelds Braunkohle fordert. Der Grund: Das „strategische Festhalten an den […] Braunkohleaktivitäten führt zu einer signifikanten Werteerosion“. Dies sei für die Aktionäre nur schwer akzeptabel. Eine Fokussierung auf die in den letzten Jahren massiv ausgebauten erneuerbaren Energien würde ein enormes Wertsteigerungspotenzial bei RWE freisetzen.

Die geäußerte Kritik am bisherigen RWE-Kurs ist durchaus massiv: Es sei „nicht nachvollziehbar, warum Vorstand und Aufsichtsrat noch nicht proaktiv einen Plan vorgelegt haben, die Braunkohleaktivitäten ambitionierter und schneller zu reduzieren sowie noch kurzfristiger vom zukunftsgerichteten Geschäft der RWE zu separieren“. Eine Abtrennung werde auch dem Aktienkurs auf die Sprünge helfen – RWE werde sich dann signifikant in Richtung der Bewertung von Vergleichsunternehmen bewegen, die sich auf erneuerbare Energien fokussierten. Unter anderem verweist Enkraft darauf, dass RWE Emissionsrechte im Wert von bis zu 13 Milliarden Euro halte, die bei weniger Braunkohleverstromung gehoben werden könnten.

RWE hat nach eigenen Angaben den Weg zum größten Ökostromproduzenten Europas bereits beschritten. Das Geschäftsfeld soll allein bis 2022 mit Investitionen von fünf Milliarden Euro ausgebaut werden. Parallel sollen bis 2030  insgesamt zwei Drittel der Braunkohlekapazität stillgelegt werden. Bis 2040 will RWE dann komplett treibhausgasneutral Strom erzeugen.

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