Ab diesem Monat greift an den großen Tankstellen in Deutschland eine wesentliche Neuerung: Sie müssen einen Energiekostenvergleich für verschiedene Antriebe aushängen. So sollen Tankkunden sehen, wie hoch die Kosten für eine Tankfüllung im Vergleich etwa zu einer E-Auto-Ladung ist – jeweils in Bezug auf 100 Kilometer Fahrstrecke. Insgesamt dreizehn unterschiedliche Werte auf einem gelborangenen Schild machen Autofahrern dann deutlich, welche Motorisierungsart die günstigste ist.
Deutschland setzt damit eine europäische Richtlinie um. Diese will so „künftige Kaufentscheidungen der Verbraucher bei der Personenkraftfahrzeugwahl […] unterstützen“. Verbraucher und Verbraucherinnen sollen auf einen Blick sehen, was der Antriebsstoff für 100 Kilometer Fahrstrecke mit den unterschiedlichen Antrieben genau kostet.
Da sich der Preis für Diesel und Benzin täglich mehrmals ändert, muss jedoch nicht mehrmals täglich ein neuer Aushang her. Dieser wird vierteljährlich aktualisiert und kann auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums heruntergeladen werden. Die erste Version des Aushangs zeigt folgende Werte (für Autos der Mittel- und Oberklasse):
- Super 11,42 Euro
- Super E10 11,00 Euro
- Diesel 7,48 Euro
- Strom 4,84 Euro
- CNG 6,39 Euro
- LPG 4,96 Euro
- H2 7,60 Euro
Laut Schätzung des Zentralverbands des Tankstellengewerbes (ZTG) betrifft die Regelung aktuell etwa 1.500 deutsche Tankstellen (10,3 Prozent). Der ZTG kritisiert die Regelung denn auch heftig. ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner zufolge sei die geringe Zahl der Betroffenen „das einzig gute“ an der Vorschrift. Der Aushang sei „so überflüssig wie ein[…] Kropf“. Es nutze wenig, „wenn ich unterwegs bin und tanken muss, und dann erfahre, wie viel ich zuhause für den Strom gezahlt hätte“.