Strommix: Anteil erneuerbarer Energien sinkt

vom 30.09.2021

Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch ist in den ersten drei Quartalen gesunken. Das geht aus Zahlen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor. Erneuerbare Energien trugen danach nur noch 43 Prozent des Stromverbrauchs. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 48 Prozent.

Hauptgrund war einerseits das sehr windreiche erste Quartal 2020. Zudem war im ersten Lockdown deutlich weniger Strom verbraucht worden. Das ließ die Quote sinken. Inzwischen liegt der Stromverbrauch nach Angaben von ZSW und BDEW aber wieder auf dem üblichen Niveau.

Insgesamt wurden in den ersten drei Quartalen knapp 178 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom erzeugt. Im Vorjahreszeitraum waren es noch rund 191 Milliarden Kilowattstunden. Gleichzeitig stieg der Bruttoinlandsstromverbrauch von gut 400 auf etwa 416 Milliarden Kilowattstunden.

Der Einfluss des Wetters schlug vor allem bei der Windenergie durch. Windräder an Land erzeugten gut 63 Milliarden Kilowattstunden und lagen damit um 16,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Juni etwa produzierten Windräder rund 3,4 Milliarden Kilowattstunden – so wenig Windstrom wurde zuletzt im August 2015 erzeugt. Die Solarenergieproduktion konnte das zumindest zum Teil ausgleichen. 46 Milliarden Kilowattstunden stammten in den ersten neun Monaten 2021 aus Solarmodulen. Ebenfalls im Juni sorgte Sonnenerngie für 7,8 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das waren elf Prozent mehr als im bislang stärksten Monat, dem Juni 2019, mit sieben Milliarden Kilowattstunden.

Der Ausfall der Windkraft sowie der 2021 wieder steigende Stromverbrauch sorgten für einen Zuwachs der Kohlestromproduktion. Der Anteil der Braun- und Steinkohle an der Stromerzeugung in Deutschland stieg in den ersten drei Quartalen von etwa 22 auf 27 Prozent.