Forschungsinstitute fordern Investionen

vom 13.10.2021

Auch wenn sich die angehenden Ampelkoalitionäre Zeit mit ihren Verhandlungen lassen: Die politischen Entscheidungsträger können sich das nicht leisten, zumindest nicht bei der Frage nach dem Vorgehen bezüglich Klimaschutz-Maßnahmen. Wie die interdisziplinäre Studie „Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045“ zeigt, müssen unverzüglich wichtige Entscheidungen getroffen werden. Diese Forderung kommt nicht von irgendwem, sondern vom „Ariadne-Projekt“. Zu diesem haben sich Expert:innen zahlreicher Fachbereiche im Auftrag der Bundesregierung zusammengeschlossen.

Aus dem Projekt heißt es nun, dass, um Deutschland in weniger als 25 Jahren treibhausgasneutral umzugestalten, die nächste Bundesregierung sehr schnell sehr viel auf den Weg bringen müsse. Die Klimaschutz-Ziele für 2030 und 2045 seien eine extreme Herausforderung und könnten nur mit massiven Investitionen, zusätzlichen politischen Maßnahmen und Infrastrukturaufbau in allen Sektoren erreicht werden.

Unter anderem bedürfe es bis 2030 einer um etwa 50 Prozent höheren Stromproduktion aus Wind und Sonne als bisher geplant. Parallel müsse der Kohlesausstieg bereits um 2030 erfolgen, da ansonsten das Ziel, 2045 nahezu treibhausgasneutral zu sein, verfehlt werde. Die Beschleunigung der Energiewende bis 2030 sei von „besonderer Relevanz“.

Die Projektbeteiligten fordern von der Politik eine enorme Ausweitung der Investitionen in Klimaschutz und erneuerbare Energien: „Ohne enorme Dekarbonisierungs- und Infrastrukturmaßnahmen in diesem Jahrzehnt werden die Klimaschutzziele für 2030 verfehlt – damit würde auch das Erreichen des Langfristziels der Klimaneutralität 2045 hochgradig unwahrscheinlich werden.“ Zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit würden zusätzliche gas- oder wasserstoffbefeuerte Spitzenlastkraftwerke benötigt. Außerdem seien zusätzliche Anstrengungen nötig, um die Sektorziele für Industrie, Gebäude und Verkehr zu erreichen.

Am Ariadne-Projekt, das vom Bundesbildungsministerium gefördert wird, sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus zahlreichen Instituten beteiligt – darunter auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).