BMWi: Bruttostrom-Verbrauchsschätzung korrigiert

vom 19.11.2021

Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass der Bruttostromverbrauch von heute knapp unter 600 bis zum Jahr 2030 auf rund 658 Terawattstunden steigt. Dafür beruft sich das Ministerium auf Szenariorechnungen der Prognos AG, in denen auch die aktuellen Ziele des Klimaschutzgesetzes berücksichtigt wurden. Haupttreiber für den Mehrverbrauch: Die fortschreitende E-Mobilisierung, mehr Wärmepumpen, der Einsatz von Elektrolyseuren sowie die geplante Batterieproduktion. 

Bereits im Juli hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die bisherigen Prognosen auf Basis einer Vorabschätzung auf 655 Terawattstunden korrigiert.

Der größte Teil des Mehrbedarfs entfällt auf den Verkehr. Immer mehr E-Autos sorgen hier für einen deutlichen Anstieg um 68 Terawattstunden. Der Hauptteil davon (64,7 Prozent) entfällt auf Pkw. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die Zahl batterieelektrisch betriebener Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 auf 16 Millionen steigt. Aktuell entfallen auf das Segment etwa 0,3 Terwattstunden.

Auch der zunehmende Einsatz von Wärmepumpen in Neubauten treibt den Verbrauch. Für die Prognose wird ein Anstieg der Wärmepumpenanzahl von knapp einer Million auf 5,5 Millionen im Jahr 2030 angesetzt. Damit ist ein Anstieg des Stromverbrauchs von etwa sieben auf rund 33 Terawattstunden verbunden. Auch mehr Großwärmepumpen in der Fernwärmeversorgung treiben den Stromverbrauch um zusätzliche neun Terawattstunden.

Ebenso hat die Produktion von Wasserstoff in Elektrolyseuren deutliche Auswirkungen. So steigt der Stromverbrauch für diese Anwendungen bis zum Jahr 2030 auf 37 Terawattstunden. Für die Produktion von rund 12,5 Terwattstunden Wasserstoff in Deutschland werden 2030 20 Terawattstunden Strom benötigt.

Die BNetzA hat den NEST-Prozess abgeschlossen.