Der Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung erreicht weltweit in diesem Jahr einen neuen Höchstwert. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) wird er sich zudem zukünftig beschleunigen. Darauf verweist die IEA im Marktreport Renewables 2021. Analysis and forecast to 2026.
Die IEA prognostiziert für das laufende Jahr einen weltweiten Zubau von regenerativer Energieerzeugung „von fast 290 Gigawatt“, was erneut drei Prozent mehr wäre „als der 2020 schon außergewöhnlich hohe Zuwachs“. Zum Vergleich: Aktuell ist in Deutschland kumuliert etwa 116 Gigawatt Leistung aus Solaranlagen und Windkraft installiert. Wie IEA-Chef Fatih Birol bei der Vorstellung des Berichtes sagte, sei der Zuwachs „ein neues starkes Signal dafür, dass die globale Energiewirtschaft sich schnell weiterentwickelt“.
Interessant ist die Prognose der IEA-Expertinnen und -Experten für die kommenden fünf Jahre: Laut ihren Prognosen wird die installierte regenerative Erzeugungsleistung bis 2026 um mehr als 60 Prozent steigen; insgesamt betrüge sie dann 4,8 Terawatt. Der erneuerbare Zubau mache in dieser Periode fast 95 Prozent des Zuwachses der globalen Energieerzeugung aus. Dies liege dann auf demselben Niveau wie die kombinierte Erzeugungsleistung aller fossilen Energieträger und der Atomkraft. Insgesamt bleibe China auch im kommenden Jahrfünft der Primus mit 43 Prozent des weltweiten erneuerbaren Zubaus, „gefolgt von Europa, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Indien. Diese vier Energiemärkte allein stehen für 80 Prozent des erneuerbaren Kapazitätszubas weltweit.“
Dabei entfällt auf China zwar der mengenmäßig größte Zubau (auf 2026 kumuliert 1.200 Gigawatt), allerdings wird Indien seinen Zubau in den kommenden fünf Jahren auf 121 Gigawatt fast verdoppeln (2015 bis 2020 betrug dieser 66 Gigawatt). Indien steht damit für den größten prozentualen Zuwachs weltweit.
Als Treiber erweist sich dabei vor allem die Entwicklung der Photovoltaik. Diese macht aktuell 60 Prozent der weltweit neu installierten regenerativen Erzeugungskapazität aus. Obwohl die Preise für die Produktion von PV-Panelen anziehen, wird Photovoltaik in diesem Jahr um 17 Prozent zulegen. Dabei wird mit fast 160 Gigawatt ein neuer Jahresrekord erreicht.
Der Zuwachs bei Windenergie an Land bis 2026 wird fast 25 Prozent höher ausfallen als im zurückliegenden Jahrfünft. Der globale Zubau hat sich 2020 verdoppelt und erreichte bis dato fast 110 Gigawatt. Der Zubau von Offshore-Windanlagen wird sich bis 2026 mehr als verdreifachen. Dann wird dieses Segment mit 21 Gigawatt ein Fünftel der weltweiten Winderzeugungskapazität ausmachen. Diese Entwicklung wird vor allem getrieben von rapidem Wachstum in neuen Märkten außerhalb Europas und Chinas, allen voran die USA, Taiwan, Südkorea, Vietnam und Japan.